Coronavirus - Corona-Testzentrum in Berlin
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Auswertung eines Corona-Schnelltests. Durch eine digitale Erfassung und Verknüpfung könnte die Effizienz noch besser ausfallen.

Schulen und Kitas wechseln in den Lockdown-Modus – Landkreis bereitet sich auf Öffnung vor

Der digitale Marathon zum „Darfichrein“

Landkreis – Der Inzidenzwert ist just über 100 mit all seinen einschränkenden Konsequenzen ab Montag. Trotzdem bewahrt sich das Landratsamt München seinen Optimismus und sieht sich für Öffnungsschritte bestens vorbereitet.

Die gute Nachricht vorneweg: Mittlerweile sind fast alle Landkreisbürger der höchsten Priorität geimpft oder haben zumindest eine Einladung zur Terminvereinbarung erhalten. Künftig werden jetzt überwiegend Personen mit hoher Priorität zum Impftermin eingeladen – unter anderem Menschen zwischen 70 und 79 Jahren. Das wird auch höchste Zeit, denn die Sieben-Tages-Inzidenz im Landkreis liegt über dem besagten Schwellenwert. Kindertageseinrichtungen, Kindertagespflegestellen, Ferientagesbetreuung und organisierte Spielgruppen für Kinder sind deshalb in der kommenden Woche geschlossen.

In den Schulen gilt nach den Osterferien (sofern der Inzidenzwert bis dahin nicht drei Tage lange unter 100 sinkt): In der Jahrgangsstufe 4 der Grundschulstufe, der Jahrgangsstufe 11 der Gymnasien und der Fachoberschulen sowie in Abschlussklassen findet Präsenzunterricht statt, wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten werden kann. Ansonsten Wechselunterricht. An allen übrigen Schularten und Jahrgangsstufen herrscht Distanzunterricht.

Modellversuch zur Vernetzung

Aber nach der hohen Inzidenz folgt irgendwann eine niedrige. Der Landkreis München treibt deshalb heute schon seinen Modellversuch zur Vernetzung von Testergebnissen und Zugangserfassungen in Handel, Gastronomie und Kultur voran. Mit einem Ausbau der dezentralen Teststruktur und einer einfachen Nutzung der Ergebnisse bei der Kundenregistrierung sieht sich der Landkreis gewappnet für mögliche Öffnungsschritte. Seit Mitte März gibt es für Gastronomen, Kulturschaffende, Vereine, Veranstalter, Unternehmen und kommunale Einrichtungen eine Lösung zur digitalen Kontaktdatenerfassung – im Rahmen einer Lizenz für die Plattform „Darfichrein“. Jetzt ist auch die Terminvereinbarung im Rahmen von „click & meet“ über Darfichrein möglich. Währenddessen arbeitet der Landkreis daran, Ergebnisse von Corona-Tests elektronisch für mögliche Zugangsberechtigungen nutzen zu können: Mit negativem Test ins Restaurant oder zum Shoppen. Dabei macht sich der Landkreis die Vorgaben des Kölner Start-Ups Ubirch zunutze, das an einer Systementwicklung beteiligt ist: „Der digitale Impfnachweis ist beschlossen, der Bund setzt auf das System von Ubirch. „Es ist deshalb logisch, auch für die Verifizierung von Zugangsberechtigungen auf die Vorgaben dieses Unternehmens zurückzugreifen“, sagt Göbel.

Datenübertragung verschlüsselt

Aktuell werden in einem Modellversuch an der Teststation in Feldkirchen Zertifikate erzeugt, die dem Ubirch- Standard folgen. Personen, die sich dort testen lassen, erhalten ein maschinenlesbares Testzertifikat, das sie künftig digital für den Zugang zu Handel, Gastronomie und zu anderem Bereichen nutzen könnten. Gleichzeitig ist eine weitere Anpassung der Software bei „Darfichrein“ erfolgt. Damit ist es möglich, am Ladengeschäft oder Restaurant durch das Abscannen des digitalen Testzertifikats die Gültigkeit des Tests und die Kontaktdaten zu erfassen. Die Datenübertragung erfolge verschlüsselt, nach höchsten Datensicherheitsstandards.

Die Daten werden beim Zugang über „Darfichrein“ verschlüsselt und im Rechenzentrum der Anstalt für Kommunale Datenverarbeitung in Bayern (AKDB) gespeichert und nach vier Wochen gelöscht. Personen ohne Smartphone erhalten bei der Teststation einen maschinenlesbaren Ausdruck ihres Testzertifikats.

Nachverfolgung besser möglich

Wird ein Gast etwa nach seinem Ladenbesuch positiv getestet, kann das Gesundheitsamt digital eine Anfrage an die Betriebe oder Veranstalter richten, die der Infizierte kurz vorher besucht hat. Die Betriebe können dann eine verschlüsselte Datenübertragung ans Gesundheitsamt veranlassen.

Für den Fall, dass der Freistaat nicht auf „Darfichrein“ setzt, ist der Landkreis abgesichert. Göbel: „Wir können jederzeit aus dem Vertrag aussteigen und zum System der Wahl wechseln.“  mm

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