Nächster Halt Landratsamt? SPD-Landratskandidatin Annette Ganssmüller-Maluche fährt auf ihrer Wahlkampftour mit MVV-Bussen quer durch den Landkreis. foto: thory

SPD will Busfahren kostenlos machen

Pullach - SPD-Landratskandidatin Annette Ganssmüller-Maluche tourt mit MVV-Bussen durch den Landkreis. Beim Auftakt der Aktion in Pullach macht sie ihre zentrale Wahlkampfforderung publik: Busfahren soll im Landkreis für jedermann komplett gratis werden.

Bevor sie auf den „Knaller“ zu sprechen kommt, hat Annette Ganssmüller-Maluche am SPD-Stand unweit des Isartalbahnhofs in Pullach schon einige Minuten über ihre Bustour gesprochen. Sie hat erklärt, dass sie in den kommenden Wochen mit allen 44 MVV-Buslinien zwischen Unterschleißheim und Aying fahren will, um „auf Augenhöhe“ mit den Bürgern zu sprechen, um zu zeigen, dass sie „keine Berührungsängste“ hat. Dann lässt sie die Katze aus dem Sack: Wenn es nach der SPD geht, soll Busfahren im Landkreis München bald nichts mehr kosten.

„Es klingt zunächst nach plattem Wahlkampf, eine solch absolute Forderung zu stellen, aber diese Vision ist realistisch, nicht illusorisch,“ sagt Ganssmüller-Maluche. „Die Kosten sind überschaubar.“ Rund 14 Millionen Euro zusätzlich, rechnet sie vor, werde das Projekt Gratisbus den Landkreis jährlich kosten. Es ist der anteilige Erlös für die vom Landkreis finanzierten Buslinien aus dem Ticketverkauf des MVV, auf den der Landkreis künftig verzichten müsste. Die Gemeinden würden das wohl bei der Kreisumlage zu spüren bekommen, laut Ganssmüller-Maluche in Form einer Erhöhung um zwei Prozentpunkte - was bei weitem nicht jedes Mitglied des Kreisausschusses zu Luftsprüngen animieren dürfte.

Doch zunächst gilt es für die SPD, Wähler zu überzeugen. Den öffentlichen Personennahverkehr zu fördern, sei nicht nur nur sozial, weil gerade Familien und Senioren mit kleiner Rente davon profitieren, sondern auch gut für die Umwelt: Weniger Verkehr, weniger Lärm, weniger Abgase. Zum Punkt „Verkehr, Lärm, ÖPNV“, einem von neun des SPD-Wahlprogramms, gehören deshalb unter anderem auch die Versprechen, sich für mehr Elektrofahrzeuge- und Tankstellen stark zu machen, das Radwegenetz auszubauen und Tangentiallinien zwischen den Gemeinden zu fördern.

Am Stand in Pullach hält sich der Andrang gestern Vormittag in Grenzen. Nur eine Hand voll Bürger kommt vorbei und lässt sich mit einem Lebkuchenherz samt „I mog Annette“-Aufschrift beschenken. Das Bild beherrscht das gut gelaunte „Team-Annette“, die in rotem Fleece gekleideten Unterstützer der Kandidatin im roten Mantel. Eine Stunde sind sie in Pullach vor Ort, dann geht es - ein wenig hektisch - weiter. Bus 270 Richtung Höllriegelskreuth wartet nicht.

Auch interessant

Kommentare