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Windkraft aus dem Forst für 10.000 Haushalte - Die meisten freuen sich

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Von: Volker Camehn

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Martin Sterflinger Geschäftsführer der Windenergie Hofoldinger Forst GmbH.
Martin Sterflinger Geschäftsführer der Windenergie Hofoldinger Forst GmbH. © privat

Die meisten Bürger begrüßen und wollen den Windpark im Hofoldinger Forst. Diese Erfahrung jedenfalls hat Martin Sterflinger, der Geschäftsführer der neu gegründeten Windenergie Hofoldinger Forst GmbH, gemacht.

Landkreis – Martin Sterfliner ist Geschäftsführer der neu gegründeten Windenergie Hofoldinger Forst GmbH. Im Gespräch mit dem Münchner Merkur spricht er über seine Aufgaben und warum er keine Probleme für die Realisierung des Windkraft-Projekts befürchtet.

Herr Sterflinger, die Gesamtkosten für die drei Anlagen belaufen sich auf gut 21 Millionen Euro. Ist das eine Summe, die Ihnen schlaflose Nächte bereitet?

Diese recht große Summe verlangt von allen Beteiligten – auch von mir als Geschäftsführer – umsichtiges und verantwortungsvolles Arbeiten. Zusammen mit der ARGE, den Gesellschaftern, also den drei Gemeinden, dem Aufsichtsrat und dem Ingenieurbüro Sing sollten wir das aber sicherstellen können. Wir wollen mit den geplanten Anlagen etwa 10 000 Haushalte mit Strom versorgen.

Worin sehen Sie aktuell Ihre Hauptaufgaben als Geschäftsführer?

Die GmbH befindet sich ja derzeit in der Gründungsphase, wir bauen sie gerade auf. Weiter ist es wichtig, die einzelnen Akteure zu koordinieren, die Wirtschaftlichkeitsberechnungen zu aktualisieren und die Öffentlichkeit zu informieren. Hinzu kommt die Begleitung des Genehmigungsverfahrens und später des Baus.

Windkraft ist ja nicht unumstritten. Fürchten Sie mittelfristig verstärkte Auseinandersetzungen mit Windkraftgegnern?

Auch in den Gemeinden Aying, Otterfing und Sauerlach waren in den letzten Jahren immer wieder kritische Stimmen zu hören. In den meisten Rückmeldungen unserer Bürger wurden die Planungen zum Windpark im Hofoldinger Forst jedoch begrüßt, vor allem die bürgerschaftliche Beteiligung. Aufgrund unserer ökologischen und ökonomischen Standards und der aktuellen Rahmenbedingungen rechne ich damit, dass der Windpark wie geplant gebaut wird.

Die Genehmigungsverfahren für die Windräder dauern bis zu neun Monate. Ist das nicht etwas zu lang und wäre es Ihrer Meinung nach sinnvoll diesen Prozess abkürzen?

Den Genehmigungsgang von neun Monaten selbst finde ich in Ordnung, wenn dadurch Klagen und Zeitverluste vermieden werden können. Probleme mit der Zeit gibt es durch die umfangreichen Grundlagenermittlungen im Vorfeld. Gerade bei unserem Projekt musste im Prinzip von Null an alles erhoben werden: Es gab zum Beispiel keine verlässlichen Winddaten für eine Wirtschaftlichkeitsrechnung. Die Windanlagen, die zu Beginn der Planungen verkauft wurden, konnten im Hofoldinger Forst wirtschaftlich nicht betrieben werden. Hier hat sich in der Technik mittlerweile viel getan.

Wo vermuten Sie noch die größten Hindernisse für die GmbH beim Windenergie-Ausbau?

Probleme und damit Zeitverluste kann es theoretisch durch Klagen gegen die Genehmigung oder bei den Änderungen zum Landschaftsschutzgebiet geben. Davon gehen wir aber nicht aus.

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