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Wolfgang Rzehak ist neuer Landrat von Miesbach. Hier nimmt er mit seiner Unterschrift die Wahl an.

Der neue Landrat im Porträt

Wolfgang Rzehak: Das ist der neue Landrat

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Wolfgang Rzehak (Grüne) ist neuer Landrat von Miesbach. Am Sonntagabend holte der 46-Jährige aus Gmund in der Stichwahl 53,29 Prozent der Stimmen. Wir stellen ihn im Porträt vor.

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Er ist der Mann mit dem unaussprechlichen Namen. Dabei ist es gar nicht so schwer, wenn man weiß, wie’s geht: Schehak. „Der kommt aus dem Tschechischen und stammt aus dem Mittelalter“, erklärt der neue Landrat. Dass er ihn regelmäßig buchstabieren muss, mache ihm nichts aus. Ohnehin werden sich die Menschen Namen und Schreibweise bald gemerkt haben.

Rzehak ist alles andere als ein grüner Fundi. „Ich werde sicher nicht die Grüne Republik Miesbach ausrufen“, sagt er. Viele seiner Freunde sind CSUler.

Der neue Landrat beschreibt sich als heimatverbunden und bodenständig. Wie kommt so einer zu den Grünen? „Ich komme aus einer politisch interessierten Familie“, erzählt Rzehak. In Tegernsee als letztes von fünf Kindern geboren, wuchs er in Miesbach auf. „Mit wenig Geld, aber viel Liebe“, wie er sagt. Zugegangen sei es immer bei ihnen in der Mietswohnung an der Ferdinand-und-Johann-Wallach-Straße. Eine unbeschwerte Kindheit. Eine schöne Zeit.

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Miesbachs neuer Landrat Wolfgang Rzehak mit einem Fan-Schal des TEV Miesbach.

Politik sei immer Thema gewesen. Bereits als Sechsjähriger griff der kleine Wolfgang zur Zeitung, verfolgte im Miesbacher Merkur Lokalpolitik, diskutierte mit der Familie. 1986, nach der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl, war der Weg zu den Grünen klar. „Bei der CSU war Atomkraft ja kein Thema.“ Und die SPD sei ihm „zu trocken“ gewesen. „Die Aufbruchsstimmung bei den Grünen hat mir gefallen.“

Seinen Hang zum Naturschutz erklärt Rzehak mit seiner Jugend. „Wenn man sieht, wie die Wiesen, auf denen wir gespielt haben, nach und nach verschwinden und zugebaut werden, dann prägt das einen: Was ist in 20 Jahren denn noch da?“

Landrat Rzehak in Bildern

Landrat Rzehak in Bildern

Zu viel Landschaft sei in den vergangenen Jahren verloren gegangen, obwohl gerade die das Kapital im Tourismus sei. Andererseits, das weiß Rzehak, braucht der Landkreis Raum für Entwicklung. „Man muss die Einzelfälle genau abwägen“, sagt er. Ortskerne müssten gestärkt, Bauten auf der grünen Wiese verhindert werden. Im Grundsatz. „Für qualitative Arbeitsplätze muss man auch mal etwas opfern.“

Rzehak sieht sich als Mann des Dialogs. Mit vier Geschwistern hat er gelernt sich durchzusetzen. Als Diplom-Verwaltungswirt kennt er das Geschäft in den Kommunen. Als langjähriger Kreisrat ist er auch politisch im Landkreis verwurzelt. Als Landrat will er den Landkreis voranbringen und die Transparenz stärken. Nebentätigkeit will er vermeiden, Kontrollgremien mit allen Fraktionen besetzen. „Ich will mich auf den Landkreis konzentrieren.“

Bei aller Bodenständigkeit: Rzehak ist immer ein wenig anders. So hat er seine Jugendliebe geheiratet, die er vor 25 Jahren kennengelernt hat. Die Hochzeit war aber erst vor fünf Jahren. Er reist gerne, hat Australien und Kanada schon besucht, „aber am schönsten ist es hier bei uns“. Das Oberland, so sagt Rzehak, sei einmalig – und auch das Bairische. „Wir haben Ausdrücke, die kann man nicht übersetzen. Zum Beispiel: Passt scho. Damit kann man alles ausdrücken.“

Dass Rzehak auch für einen Konservativen „passt“, zeigt sein Engagement als Kassier beim TEV. Vor 15 Jahren hat ihn der damalige Miesbacher CSU-Bürgermeister Gerhard Maier gefragt, ob er nicht mitmachen wolle. Rzehak: „Er hat gesagt: ,Bist ja a ganz Vernünftiger, aa wennst a Greaner bist.‘“

Der Steckbrief

Wolfgang Rzehak wurde am 20. November 1967 geboren. Er ist verheiratet und lebt mit seiner Frau sowie seinen beiden Töchtern (5/2) in Gmund. Der Diplom-Verwaltungswirt arbeitet derzeit noch im Verwaltungsreferat der Landeshauptstadt München. Dort ist er im Verkehrswesen stellvertretender Sachgebietsleiter.

Politik: bei den Grünen seit 1986, Mitglied im Parteirat der Grünen Bayern 2004 bis 2009, Mitglied im Kreistag seit 1996, Mitglied im Gemeinderat Gmund seit 2002, ab 1. Mai 2014 Landrat im Landkreis Miesbach.

Ehrenamt: erst Zweiter (1999), jetzt Erster Kassier beim TEV Miesbach.

von Dieter Dorby

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