Mädchen (11) in München vergewaltigt - flüchtiger Täter trug Wolfsmaske

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André Wächter ist Spitzenkandidat der AfD für die Wahl im März. Foto: FKN

Wie die AfD zu einer Stadt-Partei wird

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München - Die AfD will in den Stadtrat - und es sieht sehr gut aus. Die eurokritische Partei hat problemlos die Unterstützerunterschriften gesammelt. Und geht jetzt in die heiße Phase des Wahlkampfs: gegen Bürokratie, Steuerverschwendung und Einbrecher - und für Bürgerentscheide und billige Fahrscheine.

Am ersten Adventswochenende kam die „Alternative für Deutschland“, AfD, den Etablierten der Stadtpolitik schon mal ganz nahe. Im ersten Stock des Hofbräukellers am Wiener Platz tagte ein SPD-Parteitag. Im Nebenraum fand sich die AfD ein, um ihre Stadtratsliste aufzustellen. Man begegnete sich auf den Fluren oder auf dem Weg zur Toilette. Viel zu besprechen gab es freilich nicht. Man mag sich nicht. Künftig dürften sich Sozialdemokraten und AfD-Politiker trotzdem auseinandersetzen: im Stadtrat. Alles deutet darauf hin, dass die junge Partei problemlos auf Anhieb den Sprung ins Rathaus schafft.

Andere kleine Parteien und Wählerinitiativen taten sich relativ schwer, die 1000 Unterstützerunterschriften zu bekommen, um bei der Stadtratswahl im März antreten zu dürfen. Nicht so die AfD: Schon seit Wochen zeichnet sich ab, dass sie die Hürde nimmt, bis Freitagmittag waren es 1249 Unterschriften. Den Euro-Kritikern ist bei der Wahl einiges zuzutrauen. Aber was wollen sie eigentlich auf Stadtebene?

Ein paar Wochen nach der Parteiversammlung im Hofbräukeller sitzt André Wächter in der Lobby des Nobelhotels Bayerischer Hof. Er ist Landesvorsitzender, OB-Kandidat, führt die Stadtratsliste an. In der gediegenen Hotel-Lobby fällt Wächter, 40, Sakko, keine Krawatte nicht auf. Der Mann ist Bundesbanker, war vor kurzem noch ziemlich unpolitisch - und ist jetzt ein Politiker mit Ambitionen. „Als neue Partei wollen wir auch bei der Kommunalwahl antreten, um uns zu etablieren“, sagt er. „Wir sind eine Alternative für alle enttäuschten Wähler und Nicht-Wähler.“

Und diese Alternative kommt bei vielen Menschen an. 4,5 Prozent holte die AfD bei der Bundestagwahl in München. Am ersten Adventswochenende im Hofbräukeller finden sich 80 Kandidaten für die Stadtratsliste. Auf den vorderen Plätzen ähneln viele Wächter, dem Spitzenkandidaten. Beruflich erfolgreiche Männer in den 40ern, gebildet, höflich, rhetorisch stark. Auf Stadtebene interessieren sich viele besonders für die Finanzpolitik, wollen gegen die Verschwendung von Steuergeld vorgehen, die sie den etablierten Parteien unterstellen. Sie sind sehr zuversichtlich, sprechen schon über Stadtrats-Ausschüsse, in die sie wollen.

Der Optimismus ist Wächter auch in den Wochen danach nicht abhanden gekommen. „Ich bin zuversichtlich, dass wir Fraktionsstärke erreichen“, sagt er . „Die Leute sind offen für eine neue Partei. Jetzt müssen wir in den Stadtrat, um uns zu etablieren.“ Stärker zu sein als die FDP, hält er für realistisch.

Etwa 600 Mitglieder hat die AfD mittlerweile in München. Von Chaos wie in anderen Landesverbänden ist nichts zu hören. „Die Leute sind ursprünglich nicht wegen der Kommunalpolitik eingetreten, sondern wegen der Euro-Rettung“, räumt Wächter ein. Trotzdem sind seine Leute hochmotiviert.

Das hat sich in den letzten Wochen gezeigt, als es galt, Unterstützerunterschriften zu sammeln, um überhaupt antreten zu dürfen. „Bei uns ist jedes zweite Mitglied aktiv, bei der CSU jedes hundertste“, sagt Wächter am Freitag. Teilweise sei man mit 20 Leuten gleichzeitig am Marienplatz unterwegs gewesen, um Unterstützer in die Stadt-Information zu lotsen. „Der Unmut über die Etablierten ist auch in München groß. Die Leute sagen: Schön, dass Ihr antretet!“

Inhaltlich will die AfD beim Wohnungsbau für weniger Bürokratie werben, insgesamt für mehr Sicherheit („Null Toleranz! Einbrüche und Gewalt stoppen!“), für niedrigere Preise im Nahverkehr - und für mehr Bürgerentscheide. „Wir werden keinesfalls am rechten Rand fischen“, sagt Wächer. Mit der Wortwahl setzt man sich trotzdem von Münchens etablierten Parteien ab. „Dass Integration eine Bringschuld ist“, sagt Wächter, „das ist doch eine Selbstverständlichkeit.“

Felix Müller

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