Mit Hut für „HUT“: Kandidat Wolfgang Zeilnhofer-Rath. RK

Kommunalwahl

"HUT" auf Platz 1 im Zwergenrennen

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München - Vier neue Parteien haben genügend Unterstützer und dürfen nun zur Münchner Stadtratswahl antreten.

„Wow!“, rief Wolfgang Zeilnhofer-Rath ins Telefon, als er erfuhr, dass er mit der Wählerinitiative „HUT“ die meisten Unterstützerunterschriften aller kleinen Parteien für die Stadtratswahl gesammelt hat. Gestern nannte das Kreisverwaltungsreferat die vorläufigen Zahlen. Wie erwartet, werden wohl HUT, AfD, „Die Freiheit“ und die Piratenpartei neu auf den Wahlzetteln auftauchen.

Pimpernel, Substanz, Atomic Café: Die „Hut“-Aktivisten haben in den letzten Wochen besonders im Nachtleben um Unterstützer geworben. Zeilnhofer-Rath, selbst Gastronom und immer mit Hut unterwegs, hat kleine Initiativen hinter sich. Auf seiner Stadtratsliste stehen zum Beispiel Maximilian Heisler vom „Bündnis Bezahlbares Wohnen“ und der ehemalige Grünen-Politiker Nikolaus Hoenning. „Es fällt eine große Last von mir ab“, betonte Zeilnhofer-Rath gestern. Erst seit Donnerstag sei er zuversichtlich gewesen, die 1000 nötigen Unterschriften zu erreichen. Letztlich waren es 1407 für die Stadtratswahl und 1375 für seine Oberbürgermeister-Kandidatur. Womit er die Menschen inhaltlich überzeugt hat? „Wir wollen den Bürgerwillen direkt ins Rathaus tragen“, betonte Zeilnhofer-Rath. „Wir haben keine Partei im Hintergrund, wo Eifersüchteleien ausgetragen werden.“

Auf Platz zwei landete die AfD, die „Alternative für Deutschland“, die Ende letzter Woche noch deutlich in Führung gelegen war. Sie hatte 1317 Unterstützer, 1228 Münchner unterschrieben für AfD-OB-Kandidat André Wächter. Die „Freiheit“ überzeugte 1266 Münchner, ihr OB-Kandidat Michael Stürzenberger kam im letzten Moment noch über die Hürde: 1108 Unterschriften. Auch die Piratenpartei hat es geschafft. Sie hatte keinen OB-Kandidaten ins Rennen geschickt, darf aber für den Stadtrat kandidieren (1093).

Andere konnten die Münchner weniger überzeugen. Nur 39 Unterstützer wollten die Tierschutz-Partei auf dem Wahlzettel sehen, elf waren es für die „Partei der Vernunft“. Heute sollen die Unterschriften geprüft sein. Dann gibt die Stadt offiziell bekannt, wer im März antreten darf.

Felix Müller

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