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Dieter Reiter

Institut für Marktforschung

Umfrage zur OB-Wahl in München: Das Ergebnis

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München - Vor vier Wochen hat die SPD eine Umfrage beim Institut für Marktforschung (mifm) in Auftrag gegeben. Jetzt liegt das Ergebnis vor.

Aktuelle Ergebnisse zur OB-Wahl in München finden Sie am Wahlabend hier!

Udes Kronprinz in aussichtsreicher Position: Nach einer SPD-Umfrage liegt Dieter Reiter bei der Oberbürgermeisterwahl klar vorne. Auf eine Stichwahl müssen die Genossen sich aber wohl einstellen – und im Stadtrat könnte es sehr eng werden für Rot-Grün.

Bei der SPD war gestern Erleichterung zu spüren. Erleichterung über die Umfrageergebnisse zur OB-Wahl, die das Institut für Marktforschung (MIfM) für die Sozialdemokraten durchgeführt hat. Sie sieht SPD-Kandidat Dieter Reiter bei 43 Prozent, CSU-Mann Josef Schmid bei 34, die Grüne Sabine Nallinger abgeschlagen bei 16 Punkten. „Das bestätigt unsere Wahlkampfstrategie“, sagte SPD-Chef Hans-Ulrich Pfaffmann. Die Strategie Schmids hingegen, sich von CSU-Positionen etwa zur Einwanderung abzusetzen, sei gescheitert. „Während die CSU in Bayern zulegt, verliert Schmid in München an Zustimmung.“

Die SPD will mit der Veröffentlichung der Umfrage offenbar dem Eindruck entgegenwirken, Schmid habe eine realistische Chance auf den OB-Posten. Im Auftrag der Sozialdemokraten hatte MIfM von 22. Januar bis zum 30. Januar 1000 Interviews mit Münchnern geführt. Der Abstand zwischen Reiter und Schmid hat sich seit der MIfM-Umfrage im März 2013 vergrößert. Damals lag Nallinger noch bei 20 Prozent, Reiter bei 41, Schmid bei 37. Eine andere Umfrage 2013 prognostizierte ebenfalls ein Duell auf Augenhöhe und sah sogar Schmid leicht vorne.

Reiter: Umfrage kein Grund, sich zurückzulehnen 

Für die CSU waren das große Erfolge. Was derzeit häufig vergessen wird, ist die Ausgangslage. 2008 holte CSU-Kandidat Josef Schmid 24,4 Prozent, Bürger-König Christian Ude von der SPD 66,8. Jetzt also ein deutlicher Vorsprung für Reiter. „Ich freue mich über das gute Ergebnis“, sagte der Kandidat. „Es bestätigt, dass unsere Schwerpunkte im Wahlkampf die Münchner überzeugen. Die Umfrage ist allerdings kein Grund, sich zurückzulehnen.“

Besonders große Sorgen dürfte den Wahlstrategen in der SPD-Zentrale am Oberanger machen, dass unabhängig von der OB-Wahl eine Mehrheit im Stadtrat gezimmert werden muss. Für Rot-Grün könnte es offenbar eng werden. Denn auch zu ihren Wahlabsichten für den Stadtrat hat MIfM die Münchner befragt. Die Ergebnisse mag die SPD aber noch nicht exakt veröffentlichen. Die Rede war gestern von 5 bis 7 Prozent, die man noch gut machen müsse zum Ergebnis von 2008. Damals lagen die Sozialdemokraten bei 39,8 Prozent. „Wir haben unser Potenzial noch nicht ausgeschöpft. Es zeichnet sich ab, dass wir noch zulegen müssen“, sagte Pfaffmann. Das gibt Anlass zu Spekulationen, ob die CSU sogar vor der SPD liegen könnte. Pfaffmann bestätigt lediglich, es handele sich um ein „Kopf-an-Kopf-Rennen“. Das dürfte dem politischen Gegner durchaus in die Karten spielen. CSU-Kandidat Josef Schmid denkt schon lange laut über ein loses schwarz-grünes Bündnis nach – das offenbar realistische Chancen hat, eine Stadtrats-Mehrheit zu stellen. Pfaffmann wiegelt die Debatte ab. Wie man ohne feste Mehrheit regiert? „Darüber spekulieren wir auf keinen Fall vor dem 16. März!“

Lieber präsentierte er stolz die Umfrage zur OB-Wahl. „Ich glaube, dass eine Stichwahl noch verhinderbar ist“, sagte Pfaffman. Die Grüne Sabine Nallinger reagierte auf Twitter: „Ich glaube das nicht und ich will da weiter hinein“, schrieb sie.

Weitere Erkenntnisse der MIfM-Befragung:

Ältere Wähler: Die Grünen haben es traditionell schwer, bei den älteren Wählern zu punkten. Von allen über 70-Jährigen haben nur 4 Prozent vor, Nallinger zu wählen. 27 Prozent sind für Schmid, 38 für Reiter.

Frauen: Sabine Nallinger kommt bei den Münchnerinnen bestens an. Dort wollen sie mit 14 Prozent aller Befragten doppelt so viele wählen wie bei den Männern (7 Prozent).

Wahlbeteiligung: MIfM rechnet mit einer verhältnismäßig hohen Wahlbeteiligung. 65 Prozent der Münchner seien schon sicher, ihr Kreuzchen zu machen. Weitere 19 Prozent antworteten mit „Eher Ja“.

Unsichere Partei-Fans. Wenig überraschend: Die Mehrzahl der CSU-Sympathisanten will Josef Schmid wählen (59 Prozent), SPD-Freunde Dieter Reiter (72 Prozent). Auffällig ist aber, dass nur 47 Prozent der Grünen-Sympathisanten Sabine Nallinger wählen wollen, aber 22 Prozent SPD-Kandidat Dieter Reiter.

Stichwahl:  Auch in einer Stichwahl zwischen Schmid und Reiter könnte der SPD-Mann auf die Unterstützung vieler Grünen-Anhänger hoffen. 75 Prozent der Grünen geben an, dann lieber Reiter zu wählen, nur 9 Prozent CSU-Mann Schmid. Insgesamt liegt Reiter auch bei der Stichwahl klar vorne. Aber viele Münchner sind unentschlossen. Unter jenen mit fester Wahlabsicht würden sich 49 Prozent für Dieter Reiter entscheiden und 34 Prozent für Schmid.

Felix Müller

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