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Zwei Männer sitzen bei der Kommunalwahl in Bayern in einer Wahlkabine und füllen ihre Stimmzettel aus.

Landkreise und Gemeinden

Stichwahl in Bayern: Hier wird es heute spannend

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München - Bei der Kommunalwahl in Bayern gibt es in vielen Landkreisen und Gemeinden kein eindeutiges Ergebnis. Heute, am 30. März 2014 finden deshalb vielerorts Stichwahlen statt. Hier ein Überblick, wo ein zweiter Gang zur Urne notwendig ist.

Kommunalwahl: Alle Ergebnisse der Region im Überblick

Am Sonntag waren in Bayern neun Millionen Menschen zur Kommunalwahl aufgerufen. Abgestimmt wurde über neue Landräte, Bürgermeister, Kreistage und Gemeinderäte. In vielen Kommunen und Landkreisen kam allerdings kein eindeutiges Ergebnis zustande - das heißt, keiner der zur Wahl stehenden Kandidaten erhielt mehr als 50 Prozent der Stimmen. Deshalb sind die Bayern am 30. März 2014 zur Stichwahl aufgerufen. Dann treten jeweils die zwei Kandidaten mit den meisten Stimmen gegeneinander an. Betroffen sind insgesamt 22 Landkreise oder kreisfreie Städte (über 10.000 Einwohner) in Bayern - darunter zum Beispiel München, Regensburg, Würzburg und Erlangen.

Stichwahlen in Oberbayern: Hier geht's zum Live-Ticker!

Stichwahl in München: Hier geht's zum Live-Ticker!

Allein im Verbreitungsgebiet des Münchner Merkur kommt es in sieben Landkreisen und 43 Gemeinden zu einer Stichwahl. Hier ein Überblick darüber, wo die Wähler noch einmal zur Urne gehen müssen:

Stichwahl in München: Dieter Reiter (SPD) und Josef Schmid (CSU)

Kann die CSU in München nach über drei Jahrzehnten tatsächlich einen Wechsel im Rathaus herbeiführen? Dass die Wahl eines Nachfolgers von OB Christian Ude spannend werden würde, war absehbar - und auch, dass es knapp werden könnte. Bei der Kommunalwahl am Sonntag holte Dieter Reiter (SPD) 40,5 Prozent der Stimmen. Sein stärkster Konkurrent, Josef Schmid von der CSU, schaffte 36,6 Prozent. Die Bürger der Landeshauptstadt können sich nun bei der Stichwahl am 30. März entscheiden, ob auf Ude erneut ein SPD-Bürgermeister folgt oder ob das einst als rote Hochburg bekannte München doch in schwarze Hände fällt. Im Stadtrat konnte die CSU bereits deutlich an Sitzen gewinnen - für eine Mehrheit reicht es allerdings nicht. Es bleibt also spannend.

Stichwahl im Landkreis München: Christoph Göbel (CSU) und Annette Ganssmüller-Maluche (SPD)

Auch im Landkreis München könnte sich die CSU das Zepter von der SPD zurückholen. Bei der Kommunalwahl am Sonntag holte Christoph Göbel, der für die CSU ins Rennen um das Amt des Landrats geht, 42,7 Prozent der Stimmen. Der bisherige Vizelandrat und Bürgermeister von Gräfelfing trifft bei der Stichwahl am 30. März auf SPD-Konkurrentin Annette Ganssmüller-Maluche aus Ismaning. Sie holte im ersten Wahlgang 28,4 Prozent. Vor sechs Jahren hatte Johanna Rumschöttel (SPD) überraschend die Landratswahl gewonnen. Sie gibt das Amt aus Altersgründen auf.

Stichwahl in Dachau: Stefan Löwl (CSU) noch Martin Güll (SPD)

Bei der Landratswahl in Dachau gab es eine kleine Sensation: Der SPD-Kandidat Martin Güll holte bei der Kommunalwahl am Sonntag 40,39 Prozent der Stimmen - sein CSU-Konkurrent Stefan Löwl nur 40,35 Prozent. Güll konnte das Ergebnis der Hochrechnung erst gar nicht richtig glauben. Und auch die CSU hatte mit einem derart knappen Kopf-an-Kopf-Rennen nicht gerechnet. Immerhin war Dachau 37 Jahre lang von einem schwarzen Landrat (Hansjörg Christmann) regiert worden. Jetzt könnte es für seinen Nachfolger eng werden, denn die Freien Wähler - deren Kandidatin Michaela Steiner 20,23 Prozent der Stimmen holte - wollen bei der Stichwahl in zwei Wochen die SPD und Martin Güll unterstützen.

Stichwahl in Garmisch-Partenkirchen: Michael Rapp (CSU) und Anton Speer (FW)

Ebenfalls richtig knapp ist das Ergebnis der Landratswahl in Garmisch-Partenkirchen. Dort holte CSU-Kandidat Michael Rapp bei der Kommunalwahl am Sonntag 39,88 Prozent der Stimmen. Sein Konkurrent von den Freien Wählern, Anton Speer, lag mit 36,85 Prozent nur um wenige Stimmen dahinter. Überrascht ist Rapp davon nicht: Er habe mit einer Stichwahl gerechnet - und auch mit einem starken Ergebnis für Speer. Der 55-Jährige sagte am Wahlabend, sein Ziel sei es gewesen, in die zweite Runde zu kommen. Dass er seinem Konkurrenten von der CSU aber so dicht auf den Fersen sein würde, "damit habe ich nicht gerechnet", betone er. "Ich bin sehr überrascht und überwältigt von dem guten Ergebnis."

Stichwahl in Freising: Josef Hauner (CSU) und Rainer Schneider (FW)

Im Landkreis Freising wurde bei der Kommunalwahl am Sonntag ein Nachfolger für Michael Schwaiger von den Freien Wählern gesucht. Josef Hauner (CSU) würde diesen Posten gerne übernehmen - doch die Wähler machten ihm zunächst einen Strich durch die Rechnung. Seine 40,5 Prozent haben nicht gereicht - Hauner muss in die Stichwahl. Dort tritt er gegen Rainer Schneider an. Der Kandidat der Freien Wähler holte bei der Landratswahl 26,1 Prozent der Stimmen.

Stichwahl in Miesbach: Norbert Kerkel (FW) und Wolfgang Rzehak (Grüne)

Besonders spannend war die Kommunalwahl in Miesbach. Dort hatten sich in den vergangenen Wochen regelrechte Dramen um Landrat Jakob Kreidl und seine Affären - wie etwa die von der Sparkasse gesponsorte Geburtstagsfeier - abgespielt. Der CSU-Kandidat hatte sich schließlich dazu entschlossen, den Posten im Falle einer Wiederwahl abzulehnen. Doch so weit kam es nicht: Am Sonntag stimmten lediglich 15,83 Prozent der Wähler für Jakob Kreidl. Stattdessen machten Norbert Kerkel von den Freien Wählern und Wolfgang Rzehak von den Grünen das Rennen. Sie holten 37,8 und 20,9 Prozent der Stimmen. Obwohl die Wähler ganz offensichtlich viel für Kerkel übrig haben, findet SPD-Kandidat Robert Huber das Ergebnis "hochproblematisch". Er könne sich einen "politischen Lehrling" wie den FW-Politiker nicht auf dem Posten des Landrats vorstellen. Entscheiden dürfen das letztendlich aber die Bürger im Landkreis Miesbach - und zwar in der Stichwahl am 30. März.

Stichwahl in Weilheim-Schongau: Andrea Jochner-Weiß (CSU) und Dr. Friedrich Zeller (SPD)

Für Dr. Friedrich Zeller war es ein ernüchternder Abend: Der amtierende SPD-Landrat im Landkreis Weilheim-Schongau hat bei der Kommunalwahl am Sonntag lediglich 26,4 Prozent der Stimmen geholt. Vize-Landrätin Andrea Jochner-Weiß konnte sich hingegen über 40,5 Prozent der Wähler-Stimmen freuen. Zeller hatte zwar nach eigener Aussage ein besseres Ergebnis erwartet, aber schon mit einer Stichwahl gerechnet. Er hofft nun, dass es ihm wie vor sechs Jahren gelingt, den zweiten Urnengang für sich zu entscheiden. Damals hatte der SPD-Mann in der Stichwahl gegen Amtsinhaber Luitpold Braun (CSU) gewonnen.

Stichwahl in Landsberg am Lech: Thomas Eichinger (CSU) und Markus Wasserle (SPD, FW, ÖDP, Landkreis Mitte)

Auch in Landsberg am Lech hat die Landratswahl kein eindeutiges Ergebnis gebracht. Der CSU-Kandidat Thomas Eichinger verfehlte die 50-Prozent-Marke aber nur knapp. Er hatte in allen Wahlkreisen die meisten Stimmen - mit zwei Ausnahmen. Am Ende reichte es aber nur für 48,30 Prozent der Stimmen. Markus Wasserle wurde bei der Kommunalwahl am Sonntag gleich von vier Parteien als Kandidat aufgestellt - bei ihm als Kandidaten waren sich SPD, Freie Wähler, ÖDP und Landkreis Mitte einig gewesen. Er holte schließlich 24,52 Prozent der Stimmen und darf sich nun dank dieses Ergebnisses mit Eichinger am 30. März in der Stichwahl messen. Beide Kandidaten wollen gewinnen und kündigten an, sich gleich wieder in den Wahlkampf zu stürzen.

Stichwahl in Geretsried: Michael Müller (CSU) und Robert Lug (FW)

Die Bürgermeisterwahl in Geretsried geht mit Robert Lug von den Freien Wählern und dem CSU-Kandidaten Michael Müller in die zweite Runde. Letzterer bedankte sich am Sonntagabend via Facebook mit folgenden Worten bei den Wählern: "Mit 46,27 Prozent in die Stichwahl. Danke für das Vertrauen." Sonja Frank, die für die Freien Wähler im Stadtrat von Geretsried sitzt, hatte sich zuvor überrascht gezeigt, dass Robert Lug nicht mehr Stimmen (27,04 Prozent) holen konnte: "Ich habe nicht damit gerechnet, dass es eine Stichwahl geben wird. Robert Lug ist schon so lange in der Politik und bringt so viel Erfahrung mit. Ich hätte gedacht, dass die Wähler dem mehr Bedeutung beimessen." Die Geretsrieder dürfen sich nun am 30. März in der Stichwahl entscheiden, wer künftig die Stadtgeschäfte führen soll.

Alle Nachrichten und aktuellen Infos rund um die Kommunalwahl gibt's hier

Stichwahl in Wolfratshausen: Friedrich Meixner (SPD) und Klaus Heilinglechner (Bürgervereinigung Wolfratshausen)

Knapp fiel die Kommunalwahl am Sonntag in Wolfratshausen aus: Der Bürgermeisterkandidat Friedrich Meixner von der SPD lag mit 34,50 Prozent der Stimmen fast gleichauf mit Klaus Heilinglechner von der Bürgervereinigung Wolfratshausen (35,61 %). Meixners Frau bezeichnete das Ergebnis als ersten mutigen "Schritt hin zu einem Neuaufbruch in Wolfratshausen." Die SPD legte bei der Kommunalwahl im Vergleich zu 2008 immerhin knapp 5,4 Prozent zu. Auch der amtierende Bürgermeister Helmut Forster (BVW) freute sich - allerdings für Heilinglechner. Der 46 Jahre alte Bio-Bauer schwor seine Leute am Sonntagabend mit den Worten "Wir sind auf der Zielgeraden" auf die Stichwahl in zwei Wochen ein.

Stichwahl in Petershausen: Günter Fuchs (CSU) und Marcel Fath (FW)

Ebenfalls eng fiel das Ergebnis bei der Kommunalwahl in Petershausen aus: Dort holte der amtierende Bürgermeister Günter Fuchs (CSU) 40,85 Prozent der Stimmen. Herausforderer Marcel Fath von den Freien Wählern brachte es auf stolze 37,96 Prozent. Dabei hatte Fath nach fünf von neun ausgezählten Wahlkreisen sogar kurzzeitig die Nase vorn gehabt. Auf das endgültige Ergebnis reagierte er mit "positivem Erstaunen, aber auch mit Erleichterung". Nach Einschätzung von Feuerwehrkommandant Stefan Schneider kommt es bei der Stichwahl am 30. März nun darauf an, wie sich die Wähler der SPD entscheiden - und ob die Bürger in Petershausen sich noch einmal zum Urnengang aufraffen können.

Stichwahl in Dachau: Peter Bürgel (CSU) und Florian Hartmann (SPD)

In Dachau haben nur 43 Prozent der berechtigten Bürger am Sonntag an der Kommunalwahl teilgenommen. Die meisten Stimmen vergaben sie an Bürgermeister Peter Bürgel (CSU). Er erreichte 47,3 Prozent - und damit nicht genug, um sein Amt zu behalten. Ob er im Rathaussessel sitzen bleiben darf, entscheidet sich in der Stichwahl in zwei Wochen. Dann tritt Bürgel gegen Herausforderer Florian Hartmann an, der am Sonntag 26,67 Prozent der Stimmen holte. Von dem Ergebnis war der junge SPD-Politiker "sehr überwältigt". Obwohl sein Ergebnis durchaus respektabel ist, muss sich Hartmann in Acht nehmen, denn in Sachen Stichwahl ist der CSU-Politiker und Amtsinhaber ein alter Hase. Bürgel konnte sich bereits vor sechs und vor zwölf Jahren bei einem zweiten Urnengang behaupten.

Stichwahl in Fürstenfeldbruck: Andreas Lohde (CSU) und Klaus Pleil (BBV)

In Fürstenfeldbruck hat es bei der Kommunalwahl am Sonntag eine Überraschung gegeben: Zunächst hatte der Bürgermeister-Kandidat der CSU, Andreas Lohde, mit 38,3 Prozent der Stimmen wie erwartet das beste Ergebnis geholt. Doch dass die Wähler Axel Lämmle von der SPD derart abstrafen würden, damit hatte niemand gerechnet. Er holte gerade mal 14,8 Prozent. Der BBV-Kandidat Klaus Pleil gelang mit stolzen 29,8 Prozent der Einzug in die Stichwahl. Er kündigte an: "Jetzt mobilisieren wir alles." Seinen Kontrahenten Lohde konnte Pleil mit seinem Ergebnis jedenfalls verblüffen: "Dass es so deutlich ist, überrascht mich." Einen Grund dafür sieht der CSU-Kandidat in der Wahlbeteiligung von nur 48,4 Prozent. Bleibt abzuwarten, wie viele Brucker sich zum zweiten Urnengang am 30. März aufraffen - und wie sie dann entscheiden.

Stichwahl in Garmisch-Partenkirchen: Dr. Sigrid Meierhofer (SPD) und Thomas Schmid (Christlich-soziales Bündnis)

Der amtierende Bürgermeister von Garmisch-Partenkrichen, Thomas Schmid, hat zwar mit 3.861 Stimmen (33,3 Prozent) bei der Kommunalwahl das bessere Ergebnis geholt, doch die eigentliche Siegerin des Abends heißt Dr. Sigrid Meierhofer. Sie ging für die SPD ins Rennen und holte 29,3 Prozent - beziehungsweise nur 465 Stimmen weniger als Schmid. Mit diesem Ergebnis zwingt Meierhofer den Amtsinhaber in die Stichwahl. Unterstützung erhält die SPD-Kandidatin von der CSU, die am Sonntag das drittbeste Ergebnis holte, und auch von der FDP. Die beiden verbliebenen Bürgermeisterkandidaten hoffen, dass bei der Stichwahl am 30. März mehr Wähler zur Urne gehen als am Sonntag - da waren es lediglich 1.681 der Garmisch-Partenkirchner, was 54,63 Prozent entspricht.

Stichwahl in Weilheim: Stefan Zirngibl (CSU) und Markus Loth (Bürger für Weilheim)

Dem Weilheimer Bürgermeister Markus Loth (BfW) fehlten am Sonntagabend bei der Kommunalwahl nur 30 Stimmen, um weiter im Amt bleiben zu können. Es war knapp, sehr knapp - und reichte am Ende dann doch nur für 49,75 Prozent. Jetzt muss Loth am 30. März zur Stichwahl antreten. Sein Konkurrent heißt Stefan Zirngibl. Er geht für die CSU ins Rennen um den Posten und holte 21,6 Prozent der Wählerstimmen.

Stichwahl in Schongau: Falk Sluyterman (SPD) und Tobias Kalbitzer (Unorganisierte Wählergruppe Karl-Heinz Rumgedisse)

Mit der Stichwahl in Schongau sind nicht alle glücklich - und das liegt vor allem an Tobias Kalbitzer, der für die Unorganisierte Wählergruppe Karl-Heinz Rumgedisse ins Rennen um das Bürgermeisteramt ging und am Sonntag 28,8 Prozent der Wählerstimmen holte. Kritische Stimmen behaupten, Schongau würde sich mit Kalbitzer - der unter anderem mit einem Bier-Ex-Video für Schlagzeilen sorgte - lächerlich machen. Viele schütteln den Kopf über die Bürger, die den jungen Kandidaten ohne jegliche Erfahrung überhaupt in Erwägung ziehen. Doch natürlich gibt es auch jene, die begeistert sind und an Kalbitzer glauben, der im Rathaus und in Schongau so vieles anders machen möchte. Ob Kalbitzer tatsächlich eine Chance als Bürgermeister bekommt, entscheidet sich in der Stichwahl am 30. März. Dort tritt er gegen Falk Sluyterman von der SPD an. Der ist mit seinen 34,3 Prozent zufrieden, in Euphorie verfällt er aber angesichts dieses Ergebnisses noch nicht. In Schongau bleibt es spannend bis zum Schluss.

Stichwahl in Starnberg: Ludwig Jägerhuber (CSU) und Eva John (Bündnis Mitte Starnberg)

Eva John, die als Kandidatin von Bündnis Mitte Starnberg, WPS, BLS und FDP um den Einzug ins Rathaus kämpfte, verfehlte ihr Ziel bei der Kommunalwahl am Sonntag nur um rund 40 Stimmen. Trotzdem ist sie mit 49,6 Prozent mehr als glücklich: "Das ist eine Sensation, ein Traumergebnis", schwärmte John. Bei der Stichwahl am 30. März wird Eva John gegen Ludwig Jägerhuber antreten, der 20,8 Prozent der Stimmen geholt hatte. Er sagte nach der Wahl: "Ich habe mir nicht mehr ausgerechnet und freue mich, dass ich das Etappenziel erreicht habe, in die Stichwahl zu kommen." Beide wollen die kommenden zwei Wochen nun nutzen, um möglichst viele Wähler zu mobilisieren.

Stichwahl in Holzkirchen: Olaf von Löwis (CSU) und Birgit Eibl (FW)

Ebenfalls ziemlich knapp verfehlt hat Olaf von Löwis den Stuhl im Rathaus von Holzkirchen. Er holte bei der Kommunalwahl am Sonntag 48,4 Prozent. Er muss nun wegen 112 Stimmen in die Stichwahl. Dort tritt er gegen Birgit Eibl von den Freien Wählern an. "Mit einer Stichwahl hatte ich gerechnet", kommentierte Löwis das Ergebnis, "ich bin aber überrascht, dass es Frau Eibl ist." Die 44-Jährige hatte bei der Bürgermeisterwahl 19.6 Prozent der Stimmen geholt. Sie will nun in den kommenden zwei Wochen alle Kräfte in die Waagschale werfen, um bis zur Stichwahl den sehr deutlichen Vorsprung ihres CSU-Widersachers wettzumachen. Pikant: Erst am Samstag hatte Eibl versucht, Wahlwerbung für sich zu machen, indem sie von Löwis als "bedingungslosen Helfer und engen Vertrauten" des affärengeschüttelten CSU-Landrats Jakob Kreidl an den Pranger stellte. Ob ihr diese Aktion nutzen oder schaden wird, zeigt sich am 30. März.

Stichwahl in Garching: Hannelore Gabor (CSU) und Dr. Dietmar Gruchmann (SPD)

In Garching gab es bei der Kommunalwahl ein Déjà-vu: Bürgermeisterin Hannelore Gabor konnte sich mit 35,8 Prozent der Stimmen wie bereits vor sechs Jahren nicht eindeutig gegen die Konkurrenz durchsetzten. Sie muss erneut in die Stichwahl - und tritt wieder gegen Dietmar Gruchmann von der SPD an. Er lieferte sich mit der Amtsinhaberin ein Kopf-an-Kopf-Rennen und holte am Ende 34,9 Prozent. In der Stichwahl hofft Gruchmann auf die Unterstützung der Wähler der Grünen und der Bürger für Garching. Gabor wähnt sich ebenfalls im Vorteil, weil sie im Vergleich zur letzten Wahl dieses Mal mit etwas Vorsprung auf ihren Konkurrenten in die Stichwahl geht. 2008 hatte sie in der ersten Runde noch neun Prozent hinter Gruchmann gelegen.

Stichwahl in Oberschleißheim: Florian Spirkl (SPD) und Christian Kuchlbauer (FW)

Bürgermeisterin Elisabeth Ziegler (SPD) überlässt ihr Amt in Oberschleißheim aus Altersgründen einem Nachfolger. Dass die Entscheidung bei der Kommunalwahl knapp ausfallen würde, damit hatten die Bürger bereits gerechnet. Und so kam es dann auch: Florian Spirkl, der für die SPD und die FDP ins Rennen um das Amt als Bürgermeister ging, holte mit 35,2 Prozent 151 Stimmen mehr als sein Konkurrent Christian Kuchlbauer von den Freien Wählern. Der brachte es auf 32 Prozent. Jetzt wollen beide ihre Leute für die Stichwahl in zwei Wochen motivieren. Für welchen Kandidaten sich die Grünen und die CSU aussprechen wollen, haben die Parteien noch nicht entschieden.

Stichwahl in Grafing: Susanne Linhart (CSU) und Angelika Obermayr (Grüne)

In Grafing treten Susanne Linhart von der CSU und Angelika Obermayr von den Grünen am 30. März zur Stichwahl an. Erstere holte bei der Kommunalwahl am Sonntag 34,7 Prozent, während sich Obermayr zunächst mit 28,5 Prozent der Stimmen begnügen musste.

Stichwahl in Röhrmoos: Dieter Kugler (CSU) und Volker Nist (FWR)

In Röhrmoos kommt es wegen 0,41 Prozent zu einer Stichwahl. Dieter Kugler (CSU) verfehlte die 50-Prozent-Hürde nur haarscharf und holte 49,59 Prozent der Wählerstimmen. Sein Konkurrent im Rennen um das Amt des Bürgermeisters, Volker Nist (FWR), schaffte bei der Kommunalwahl am Sonntag 32,66 Prozent.

Stichwahlen gibt es außerdem in folgenden Gemeinden:

Gemeinde/Stadt Kandidat 1 Kandidat 2
Hallbergmoos Harald Rents (CSU), 33,1% Heinrich Lemer (FW), 19,9 %
Moosburg a.d. Isar Anita Meinelt (CSU), 39,3 % Josef Dollinger (FW), 22,4 %
Nandlstadt Jakob Hartl (BLN), 43,5 % Alfred Krojer (UWN), 28,9 %
Neufahrn b. Freising Thomas Seidenberger (FW), 25,4 % Franz Heilmeier (Grüne), 29 %
Gröbenzell Thomas Breitenfellner (CSU), 33,6 % Martin Schäfer (Unabhängige Wählergemeinschaft), 23,1 %
Jesenwang Erwin Fraunhofer jun. (CSU), 47,1 % Alfons Schlecht (Wählergruppe „Einigkeit“ Jesenwang-Pfaffenhofen), 38,4 %
Oberschweinbach Bernhard Schulze (FW) 30,4 % Norbert Riepl (Dorfgemeinschaft Oberschweinbach), 45,7 %
Grafrath Markus Kennerknecht (CSU), 36,1 % Martin Söltl (Bürger für Grafrath), 28,5 %
Grainau Stephan Märkl (CSU), 46,8 % Christian Andrä (Bürger für Grainau), 44 %
Murnau a.Staffelsee Josef Bierling (CSU), 32,6 % Rolf Beuting (ödp), 32,7 %
Ohlstadt Anton Fischer (Neue Liste Ohlstadt), 38 % Christian Scheuerer (parteifrei), 43 %
Rottach-Egern Christian Köck (CSU), 38,4 % Josef Bogner (parteilos), 31,6 %
Feldafing Roger Himmelstoß (CSU), 33,9 % Bernhard Sontheim (Bürgergemeinschaft Feldafing) 45,7 %
Gauting Dr. Brigitte Kössinger (CSU), 43 % Wolfgang Meiler (Bürger in Gauting e.V.) 22,8 %
Tutzing Stefanie von Winning (CSU), 29,7 % Rudolf Krug (Freie Wähler/ödp) 46,1 %
Wörthsee Josef Kraus (CSU), 35,5 % Christel Muggenthal (SPD) 27,1 %
Peißenberg Hans Streicher (SPD), 30,3 % Manuela Vanni (Peißenberger Liste), 40,7 %
Polling Felicitas Betz (Wahlgemeinschaft Polling), 36,6 % Gerhard Treiblmair (Gemeinsame Wählerschaft Etting), 33,2 %
Ismaning Josef Zettl (CSU), 27,4 % Dr. Alexander Greulich (SPD), 45,4 %
Kirchheim b.München Maximilian Böltl (CSU), 48,3 % Stephan Keck (SPD), 41,8 %
Unterföhring Thomas Weingärtner (SPD), 36,2 % Andreas Kemmelmeyer (Parteifreie Wählerschaft e.V.) 46,9 %
Gräfelfing Peter Köstler (CSU), 39,3 % Uta Wüst (Interessensgemeinschaft Gartenstadt) 22,2 %
Neuried Ilse Weiß (CSU), 36,7 % Harald Zipfel (SPD), 32 %
Pullach i.Isartal Dr. Andreas Most (CSU), 26,5 % Susanna Tausendfreund (Grüne), 40 %
Schäftlarn Dr. Matthias Ruhdorfer (CSU), 48,6 % Christian Lankes (Grüne) 26,1 %
Taufkirchen Ullrich Sander (CSU), 42,6 % Rosemarie Weber (SPD), 32,2 %
Schwaigen Karl Schwarzberger (Gemeinsam für unsere Gemeind), 46,4 % Hubert Mangold (Gemeinsam für unsere Gemeinde), im ersten Wahlgang nicht angetreten
Oberammergau

Dominikus Zwink (Engagierte BürgerInnen), 20,9 %

Arno Nunn (Mit Herz und Verstand), 45,1 %

Neubiberg Hartmut Lilge (CSU), 26,5 % Günter Heyland (Freie Wähler N&U) 42,7 %

Stichwahlen gibt es außerdem in folgenden Städten und Landkreisen in Bayern:

Landkreis Kandidat 1 Kandidat 2
Regensburg (OB-Wahl) Joachim Wolbergs (SPD), 49,96 % Christian Schlegl (CSU), 32,29 %
Regensburg (Landrat) Peter Aumer (CSU), 42,60 % Tanja Schweiger (FW), 43,19 %
Würzburg (OB-Wahl) Christian Schuchardt (CSU, FDP, Würzburger Liste), 48,7 % Muchtar Al Ghusain (SPD, Grüne), 36,25 %
Erlangen (OB-Wahl) Siegfried Balleis (CSU), 39,2 % Florian Janik (SPD), 37,2 %

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