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Strahlender Sieger bei der Wahlparty im Hotel Luitpold: Johannes Hagn feiert mit seiner Frau Sabine und der Tegernseer CSU.

Bürgermeisterwahl in Tegernsee

CSU jubelt mit Johannes Hagn

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Tegernsee - Johannes Hagn (CSU) hat’s geschafft: Er ist neuer Bürgermeister von Tegernsee. Konkurrent Thomas Mandl (SPD) erreichte 44,62 Prozent.

Es läuft wie geschmiert im Tegernseer Rathaus. Bereits um 18.12 Uhr haben die ersten der insgesamt 50 Wahlhelfer die Stimmen des Stimmbezirks Rathaus ausgezählt: 111 Stimmen für Hagn, 104 für Mandl. Das wird knapp. Um 18.18 Uhr sind die Stimmzettel aus dem Wahllokal Schule gestapelt und gezählt: 160 für Hagn, 127 für Mandl. Kurz darauf folgt das Wahllokal Altenheim: 114 für Hagn, 104 für Mandl. Während Wahlleiter Hans Staudacher die Ergebnisse in seinen Computer tippt, kommen schon die ersten Ergebnisse der Landratswahl. Norbert Kerkel liegt vorne.

Nicht einmal eine Stunde ist seit Schließung der Wahllokale vergangen, dann verkündet Staudacher das Ergebnis: Von insgesamt 1661 abgegeben Stimmen entfallen 896 auf den CSU-Kanididaten (55,38 Prozent), 722 auf den SPD-Mitbewerber Thomas Mandl (44,62 Prozent). 43 Stimmen sind ungültig. Familie und Freunde fallen Hagn um den Hals, Veronika Spät von der Kolpingsfamilie gratuliert mit einer großen Flasche Prosecco. Der 48-jährige Zollbeamte strahlt übers ganze Gesicht: „Ich freue mich riesig, dass ich’s geschafft habe.“ Für Mandl hat er anerkennende Worte: „Es war ein fairer Wahlkampf. Wir haben uns mit großer Wertschätzung behandelt.“

Noch bevor das offizielle Ergebnis kam, gratulierte Mandl dem Sieger. Der 56-jährige Volkshochschulleiter, der schon einmal als Bürgermeisterkandidat unterlag und zuletzt Einzelkämpfer für die SPD im Stadtrat war, ist ziemlich enttäuscht. Er verlässt früh das Rathaus. Später am Telefon, sucht er nach den richtigen Worten: „Ich habe wichtige Themen angesprochen und wäre auch ein guter Bürgermeister geworden“, sagt Mandl. Sicherlich sei sein Ergebnis gut, „aber ich wär’s halt gerne geworden.“ Ebenfalls enttäuscht ist Mandl von der Wahlbeteiligung. Nur 53,37 Prozent gingen zur Urne. 2008 waren es gerade mal 63 Prozent. „Diese Wahlbeteiligung ist eine Niederlage für die Demokratie, das ist beschämend“, findet Mandl. Er glaubt, dass er die Wahl bei den Nichtwählern verloren hat.

Peter Janssen mischt sich unter die Menge. Nach zwölf Jahren als Chef im Rathaus muss der 66-Jährige nun seinen Platz für Hagn frei machen. Er war es, der mit seiner Bürgerliste anfangs die Fäden für die Kandidatur Hagns gezogen hatte, der CSU-Ortsvorsitzende war sein Wunschkandidat. „Ich freue mich, dass Hagn das Rennen gemacht hat“, sagt Janssen. Mandl zollt er großen Respekt: „Mit diesem Ergebnis kann er hoch erhobenen Hauptes durch Tegernsee gehen.“ Die Reaktion von FWG-Sprecher Andreas Obermüller fällt betont sachlich aus: „Wir würden mit jedem Bürgermeister gut zusammenarbeiten und werden alles tun, dass es im Stadtrat gut läuft.“ Bei der Wahl 2008 war Obermüller selbst als Bürgermeisterkandidat angetreten und unterlegen. Diesmal verzichtete die FWG aber darauf, einen eigenen Bewerber ins Rennen zu schicken. Lange hatte es so ausgesegen, als wolle Peter Friedrich Sieben nach seinem Austritt aus der CSU bei den Freien Wählern antreten, doch dazu kam’s nicht. Siebens Reaktion auf den Wahlsieg Hagns fällt folglich recht knapp aus: „Er hat gewonnen. Das ist zu akzeptieren.“

19.30 Uhr: Hagn und sein Gefolge machen sich auf zur Wahlparty im Hotel Luitpold. Doch zuvor muss er seinem Chef im Flughafen-Zollamt noch eine Mail schreiben. „Tut mit leid, ich habe die Wahl in Tegernsee gewonnen und kann ab 1. Mai nicht mehr kommen.“

Von Gerti Reichl

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