Bürgermeister Sepp Hartl (r.) wird von Rudi Reber herausgefordert.

Kein Solo für Sepp Hartl

Sepp Hartl (60) will Waakirchens Bürgermeister bleiben. Die FWG, so viel scheint sicher, wird ihn wieder ins Rennen schicken. Es dürfte kein Alleingang werden: Auch Rudi Reber (52) hat Ambitionen.

„Ich bin ein Teamplayer, kein Patriarch“, sagte Sepp Hartl, und niemand widersprach. Die Freien Wähler Waakirchen-Schaftlach waren im Gasthaus Kramerberg zusammengekommen, um sich für die Kommunalwahl zu formieren. Vor allem sollte es um die Gründung eines Freie Wähler-Vereins gehen. Dieser sei wichtig, damit der Informationsfluss zur Wählergruppe nach der Wahl nicht wieder abbreche, merkte Balthasar Brandhofer an. „Das darf nicht mehr passieren.“ Die FWG müsse stetig präsent sein, erklärte Brandhofer, Ex-Landtagskandidat.

Die Vorteile einer Vereinsgründung priesen auch der Kreisvorsitzende Norbert Kerkel und die Holzkirchner Bürgermeisterkandidatin Brigit Eibl. So recht erwärmen konnte sich die Runde im Kramerberg dafür nicht. Es wurden Aufnahmeanträge verteilt, eine Entscheidung zur Vereinsgründung fiel nicht. Mehr erhitzte die Frage, ob Hartl als FWG-Bürgermeisterkandidat Konkurrenz aus den eigenen Reihen bekommt. Im Vorfeld hatten entsprechende Gerüchte die Runde gemacht (wir berichteten). „Ich werde mich nicht aufstellen lassen“, versicherte FWG-Fraktionssprecher Andreas Hagleitner. Es sei richtig, dass er oft gebeten werde, für das Amt zu kandidieren. Richtig sei auch, dass er mit Hartl oft hart diskutiert habe. Aber letztlich sei die Zusammenarbeit gut. Brandhofer, ebenfalls als eventueller Konkurrent gehandelt, schwieg dazu, mit unbewegter Miene.

Die Nominierungsversammlung der FWG findet am Donnerstag, 12. Dezember, statt. Schon zuvor, am Sonntag, 8. Dezember, bittet die Aktive Bürgervereinigung zur Aufstellungsversammlung ins Feuerwehrhaus Schaftlach, um 19.30 Uhr. Rudi Reber, parteiloses Mitglied der SPD-Fraktion im Waakirchner Gemeinderat, hat die Gruppe mit einigen Unterstützern ins Leben gerufen. Wenn alles so läuft wie vereinbart, wird die Aktive Bürgervereinigung Reber zu ihrem Bürgermeisterkandidaten küren. Und eine Gemeinderatsliste aufstellen. 15 Bewerber stehen schon fest, fünf weitere haben die Chance, an diesem Abend ihre Kandidatur anzumelden. „Wir wollten noch Platz lassen“, sagt Reber. Eine neue Gruppe hat er gegründet, weil die Strukturen einer Partei für ihn nicht passen. Das weiß Reber, seit er vor vielen Jahren Ortsvorsitzender der SPD war. Zur Kandidatur habe er sich um der Demokratie willen entschlossen. Nachdem CSU und SPD offenbar keine Bewerber aufbieten, wolle er sich zur Wahl stellen. Aber noch etwas anderes treibt ihn an. Als Vereinsmensch sei er das Miteinander gewöhnt, er schätze Transparenz. In der aktuellen Waakirchner Gemeindepolitik, sagt Reber, „fehlt mir das“.

Auch interessant

Kommentare