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Vize-Chefin verlässt Amtsgericht Weilheim: Christiane Serini zurück in München

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Von: Boris Forstner

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Christiane Serini ist von Weilheim zum Landgericht München gewechselt
Christiane Serini ist von Weilheim zum Landgericht München gewechselt. © Emanuel Gronau

Knapp sechs Jahre hat Christiane Serini am Amtsgericht Weilheim gearbeitet. Nun ist die Vize-Chefin weiter gezogen - zurück in die Landeshauptstadt.

Weilheim – Wer dieser Tage eine Auskunft von der Pressesprecherin des Amtsgerichts Weilheim haben will, landet nach einigen Vermittlungsversuchen bei Lars Baumann, dem Leiter des Amtsgerichts. Hatte nicht seine Stellvertreterin Christiane Serini diesen Posten inne? „Ja, aber sie ist nicht mehr bei uns, sie ist nach München gewechselt“, sagt Baumann – dort, wo sie vor mehr als fünf Jahren hergekommen ist.

Serini erlange als Oberstaatsanwältin überregionale Bekanntheit als Chefanklägerin gegen frühere und amtierende „Deutsche-Bank“-Vorstände infolge der Kirch-Pleite. Die Verfahren gegen Hochkaräter wie Josef Ackermann, Jürgen Fitschen und Rolf Breuer endeten 2016 allerdings mit einem Freispruch. Anschließend kehrte Serini der Landeshauptstadt den Rücken und wechselte als Vize-Chefin ans Amtsgericht Weilheim, „in die Provinz“, wie das Handelsblatt damals lästerte. Serini ließ das kalt: „In Bayern ist es üblich, in der Justiz zu wechseln. Für mich war nach sechs Jahren bei der Staatsanwaltschaft München I und der Generalstaatsanwaltschaft der richtige Zeitpunkt gekommen“, wurde sie damals zitiert.

Der Wechsel passt in Karrieremuster

Jetzt sind wieder knapp sechs Jahre vergangen – insofern passt der Wechsel exakt ins bisherige Karrieremuster. Laut Baumann hatte sich Serini für einen höheren Posten als Richterin am Landgericht München I beworben und wurde genommen. Sie wird dort an der Bankenkammer arbeiten, allerdings geht es anders als im Deutsche-Bank-Komplex um Zivilverfahren. wenn also ein Kunde beispielsweise gegen Kontoführungsgebühren klagt. „Zusätzlich wird sie sich um die Einführung der elektronischen Akte am Landgericht kümmern“, sagte Baumann, der vom Weggang nicht überrascht wurde – Serini habe ihn vor ihrer Bewerbung informiert. Sie hatte das Amtsgericht sogar einige Monate kommissarisch geleitet, nachdem ihre Chefin Regina Sieh zum Jahresbeginn 2019 überraschend zur Generalstaatsanwaltschaft nach München gewechselt war und Nachfolger Baumann erst zum 1. April seinen Dienst antrat.

Baumann hofft, dass er ebenfalls nicht lange auf einen Stellvertreter verzichten muss. „Die Ausschreibung war bereits im Dezember, die Bewerbungsfrist ist abgelaufen – wenn es gut läuft, kann die Stelle bereits im März besetzt werden“, so Baumann.

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