Udo Rieger und Geraldine Frisch vom Verein „Isenwerk“
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Auf ein Neues: Udo Rieger und Geraldine Frisch vom Verein „Isenwerk“ beim Aufhängen der Plakate.

Nach der Zerstörung der Kunstplakate wiederholen Macher ihr Projekt

Isener Kunstaktion ist diesmal „niet- und nagelfest“

Nachdem die Plakate beim ersten Versuch nach wenigen Stunden heruntergerissen worden waren, starten Isener Künstler ihre Aktion ein zweites Mal. Sie nennen sie „Kunstanschlag Reloaded“.

Isen - Was in Großstädten gut ankommt, gefiel in Isen offensichtlich weniger: Am Tag, nachdem die Plakate zum ersten Mal aufgehängt worden waren, war der Großteil der Plakate abgerissen. Jetzt wagen die Isener Künstler um Geraldine Frisch einen zweiten Anlauf, die Plakatwände im Gemeindegebiet für großformatige Fotografien, Malereien, Grafiken oder Collagen zu nutzen.

Hinter der Kunstaktion steht das „Isenwerk“, das die Finanzierung der Aktion übernommen hat. Der Markt Isen hat seine Plakatwände zur Verfügung gestellt, um Künstler während der Pandemie zu unterstützen. Wir sprachen mit Geraldine Frisch über die Aktion und die Folgen der Zerstörung für die Künstler.

Was steht hinter der Zerstörung der Plakate? Ein dummer Streich oder doch das Wetter?
Wir haben uns natürlich schon Gedanken über das Wetter gemacht. Aber das Plakat in Pemmering hing zum Beispiel zu einem Zeitpunkt schon nicht mehr, zu dem definitiv weder Regen noch Wind herrschten. Bei der Rundfahrt mit der Polizei wurde uns gesagt, dass es, gemessen an der Art und Weise des Ablaufs und der Zerstörung eine gezielt organisierte Aktion war.
Wie ist die Stimmung bei den Künstlern?
Die Stimmung ist nach wie vor gut. Thomas Hiemer hat noch eine Hashtag-Kampagne gegen hate gemacht, die einige der Künstler vor den Plakatwänden zeigt. Peter Cronauer hat die Initiative ergriffen und zusammen mit Cornelia Cronauer, Thomas Hiemer und Vincent Zehetmaier die Plakate auf Holztafeln aufkaschiert. Der Reload wurde also niet- und nagelfest durchgeführt.
Ist Isen möglicherweise nicht reif für eine Kunstaktion dieser Art?
Es war einfach ein dummer Streich. In Isen gibt es schon immer sehr viel kultur- und kunstinteressierte aufgeschlossene Menschen.
Haben Sie Zuspruch bekommen?
Die Reaktionen auf die Zerstörung waren immer mit extremen Unverständnis verbunden, gleichzeitig mit positivem Zuspruch zum Reload. Bernhard Schex (Anmerkung d. Red.: Gemeinderat und Vorsitzender der Feuerwehr) hat sogar spontan einen Spendenaufruf gestartet. Einfach klasse! Und unsere Kulturreferentin Lena Geiger hat sich nicht nur im Vorfeld sehr für die Aktion eingesetzt, sondern unmittelbar nach der Zerstörung eine Stellungnahme abgegeben. Das hat uns allen sehr gut getan und uns gezeigt, dass es vielleicht auch bedingt durch die diese besonders harte Zeit bei manch einem zu einem Aussetzer kommt. Auch viele Leute, die vorbeikamen, als wir die Plakate zum zweiten Mal aufgehängt haben, waren spontan von unsrer Aktion begeistert und manche haben Selfies vor den Plakatwänden gemacht.
Kann man davon ausgehen, dass es weitere Aktionen geben wird?
Es gibt bestimmt wieder eine andersgeartete Kunstaktion. Nächstes Jahr wird Isen 1275 Jahre alt, damit ist 2022 prädestiniert für ein Jahr von Veranstaltungen. Da wird bestimmt einiges los sein.

Von Anne Huber

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