Alfred Beschle - Utting - Dorfchronik zum 900-Jährigen
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Alfred Beschle, Initiator und Koordinator der Uttinger Ortschronik zum 900-Jährigen, bei der Arbeit an der Titelseite mit dem Sprungturm im Strandbad, dem Wahrzeichen der Gemeinde.

Geschichte und Geschichten vom See

Monumentale Dorfchronik zum 900-Jährigen in Utting

  • Dieter Roettig
    VonDieter Roettig
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Utting – Wenn im nächsten Jahr der Corona-Spuk hoffentlich eingedämmt ist, wird in Utting kräftig gefeiert. Anlässlich der ältesten urkundlichen Erwähnung von 1122 begeht die Ammersee-Gemeinde ihr 900-jähriges Jubiläum mit einem großen Festwochenende, vom 1. bis 4. Juli im Summer­park. Zur Einstimmung erscheint rechtzeitig vorher eine Ortschronik, die man ohne Übertreibung als „Monumentalwerk“ bezeichnen kann.  

Was ursprünglich als „Festschrift“ angedacht war, hat sich wegen der Fülle von interes­santen Themen zu einem 350 Seiten starken Wälzer entwickelt. Viele Autoren, Kenner und Freunde Uttings haben bereits Beiträge und Bilder geliefert, aus denen Alfred Beschle das Buch gestaltet. Der frühere Verlagskaufmann, Grafiker, Layouter und Illustrator macht das als Utting-Fan natürlich ehrenamtlich. Er lebt seit 1993 in der Gemeinde im „Sirch-Haus“ am Dorfbrunnen, einem der ältesten Uttinger Häuser mit lückenlosem Besitznachweis seit 1650. Inspiriert von dieser historischen Umgebung ist ein Kapitel der Ortschronik „Von Häusern und Häuslern“ betitelt.

Das Chronik-Projekt entstand im Herbst 2019 bei einem Brainstorming von Kommunalpolitikern, Persönlichkeiten und Vereinsvertretern, um Ideen und Konzepte für die 900-Jahr-Feier zu erarbeiten. Da der 1990 veröffentlichte Bildband „Das Dorf und seine Menschen in alten Aufnahmen“ längst vergriffen ist, bot sich Alfred Beschle spontan an, die Neugestaltung und Koordination im Rahmen einer Festschrift zu übernehmen.

Daraus ist mittlerweile ein 350 Seiten dickes Buch mit zwölf Kapiteln vom „Autorenteam Utting“ entstanden. Es geht unter anderem um Natur und Umwelt, Frühzeit und Dorfgeschichte, Sehnsuchtsort am See, Glaube und Brauchtum, Kindergärten, Schulen, Parteien und Vereine, Kunst, Musik, Theatergruppen und Literaten, Fischer und Bootsbauer, Handwerk und Handel sowie mit der Ortsentwicklung um einen Blick in die Zukunft.

Alfred Beschle über sein ambitioniertes Vorhaben: „Es wird kein herkömmliches Geschichtsbuch über Utting, sondern vielmehr ein Geschichten-Buch für Utting. Für die Alteingesessenen ebenso wie für Neubürger und auch Touristen.“ Fast alle denkbaren Aspekte der Ortsgeschichte und des Gemeinde­lebens seien in übersichtliche Kapitel gegliedert.

Es sei erfreulich, dass die Initiative für die Chronik überall wohlwollend aufgenommen wurde und so eine reich bebilderte und unterhaltsame Mischung aus Fakten, Geschichten und Anekdoten entstehe. Wie über ein inoffizielles Nobelpreisträger-Treffen in Holzhausen, den komplett zugefrorenen Ammersee im Jahr 1998 oder ein Porträt von Michl Sirch, strenger Bademeister im Strandbad, Mitbegründer der Uttinger Wasserwacht und verewigt mit dem Michl-Sirch-Weg im Summerpark. Übrigens sind alle Kapitel mit einem QR-Code versehen, über den man weiter­führende Informationen bekommt.

Wie es sich für eine Ortschronik gehört, stehen am Anfang die Vorworte von Landrat Thomas Eichinger, Kreisheimatpfleger Dr. Bernd Steidl und natürlich Bürgermeister Florian Hoffmann. Er ist voll des Lobes über die Initiative von Alfred Beschle, der sich ehrenamtlich der zeitraubenden Fleißarbeit einer so umfassenden Chronik angenommen hat.

Übrigens: Wer noch interessante Fotografien von früher hat oder originelle Ortsgeschichten aus Utting weiß, der kann sich via E-Mail info@alfgrafik.de oder Telefon 08806/9320 gerne mit Alfred Beschle in Verbindung setzen.

Herausgeber der Ortschronik ist die Gemeinde Utting. Erste Ansichtsexemplare sollen bereits auf einem Infostand beim Christkindlmarkt im Dezember zur Vorbestellung ausliegen. Kaufen kann das Buch dann unter anderem im örtlichen Buchhandel, im Rathaus und am Festwochenende im Summerpark. Der Erlös fließt in die Finanzierung des Jubiläumsprogrammes.

Quelle: Kreisbote

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