Alexander Benede vom TSV Landsberg beim Spiel gegen Dachau
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Ein neues Gesicht beim TSV Landsberg: Alexander Benede (rechts) stand beim Heimspiel gegen Dachau und besonders aufmerksamer Bewachung.

Kein Start nach Maß

Bayernliga: Landsberg verliert in Unterzahl gegen Dachau

  • Dietrich Limper
    VonDietrich Limper
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Landsberg – Den elften Spieltag in der Fußball-Bayernliga Süd wird der TSV Landsberg sicherlich schnell vergessen wollen. Gegen Dachau gab es am Samstag vor 420 Zuschauern eine höchst überflüssige 1:2-Heimpleite. Eine Rote Karte für Dennis Hoffmann veränderte die gesamte Statik des Spiels. In der Tabelle rutschen die Landsberger auf den 4. Rang ab.

Neuzugang Alexander Benede setzte das Trainergespann Hutterer und Salemovic in die Startelf. Kevin Gutia fand sich deshalb auf der Bank wieder; verletzungsbedingt fehlten nur noch Manuel Detmar, Maximilian Holdenrieder und Luca Wollens, der mit einem Außenbandriss wohl noch einige Wochen ausfallen wird. Die Hausherren traten also in Bestbesetzung an.

Und die brauchte nicht lange, um ins Spiel zu finden. Bereits in der 5. Minute ließ Flügelflitzer Kazuki Date eine hundertprozentige Chance liegen. Schmeiser (14.), Salemovic (19.) und Hoffmann (20.) taten es ihm gleich, aber Mike Hutterer nahm nach 21 Minuten Maß und zimmerte das Leder aus 16 Metern unter die Latte. Doch dieses 1:0 war angesichts der Spielanteile viel zu wenig, so dass TSV-Coach Salemovic nach der Partie zurecht haderte: „Eigentlich müssen wir nach 30 Minuten mit 3:0 führen, dann ist die Messe gelesen. Aber wir haben uns heute einfach nicht belohnt.“

Das Blatt wendete sich in der 40. Minute als Dennis Hoffmann den ehemaligen Landsberger Spieler Orkun Tugbay im Mittelfeld ungestüm abräumte. Hoffmanns Teamkollege Brank Nikolic dazu: „Dennis ist zu heftig in den Mann gegangen, aber auch ein bisschen ausgerutscht. Eine harte Entscheidung.“ Wie dem auch sei – Landsberg musste die restlichen 60 Minuten mit zehn Spielern auskommen.

Doch selbst unter diesen widrigen Bedingungen hätten die Hausherren die Führung erhöhen müssen. Mike Hutterer luchste Orkun Tugbay den Ball an der Mittelinie ab und lief alleine auf Gästekeeper Marco Jakob zu. Der Schuss des Landsberger Spielertrainers flog aller­dings übers Gehäuse. Mit dem knappen Vorsprung ging es in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel gingen die Lechstädter ein hohes Risiko ein, indem sie in der Verteidigung Mann gegen Mann spielten. Alexander Benede verkörperte eine wechselhafte Rolle: entweder als zentraler Verteidiger in einer Dreierkette oder als Abräumer vor Nikolic und Schmeiser. Da passte die Abstimmung nicht immer, wie Nikolic bestätigte: „Er muss unser Spiel erst noch kennenlernen und das kann so schnell nicht gehen, er ist ja erst eine Woche bei uns.“

Doch der TSV Dachau konnte die Freiräume nur selten nutzen. Nickoy Ricter vergab seine Chance nach 53 Minuten ebenso wie Menelik (54.), der frei vor Keeper Daniel Witetschek schießen konnte, aber pariert wurde. Die Landsberger hielten auch in Unterzahl dagegen und kamen durch Krautschneider (64.) und Date (71.) zu guten Gelegenheiten. Bei letzterer forderten Zuschauer und Spieler vehement einen Handelfmeter, aber der Pfiff blieb aus.

In der 74. Minute wurde Krautschneider durch einen feinen Pass von Salemovic in aussichtsreiche Position gebracht, aber im letzten Augenblick geblockt. Im Gegenzug hatte der Dachauer Daniel Leugner im Strafraum der Hausherren viel zu viel Zeit und Platz, so dass er überlegt unten links zum 1:1 einschießen konnte. Nun brannte es lichterloh in der Hälfte des TSV Landsberg, die Gäste kamen im Minutentakt zu gefälligen Möglichkeiten. Eine davon nutzte schließlich Nickoy Ricter (80.), der unbehelligt nach innen ziehen konnte und mit einem feinen Schuss in den Winkel für die Dachauer 2:1-Führung sorgte.

Branko Nikiloc beschreibt die Minuten rund um die beiden Gegentore: „Wenn wir den Elfmeter für das Handspiel bekommen hätten, wäre die Partie anders gelaufen. Wir sind dann irgendwann gar nicht mehr hinten raus gekommen. Eigentlich wollten wir ein bisschen höher stehen, aber wir haben die Bälle nicht gut festgemacht und auch schlecht hinten raus gespielt. Am Ende waren wir dann platt. Da kann man machen was man will, es geht einfach nichts mehr.“

Coach Salemovic sah die zweite Halbzeit ein wenig anders: „Wir hatten auch in Unterzahl immer wieder gefährliche Situationen und hätten nicht verlieren müssen. Die Leistung war vollkommen in Ordnung und wir werden die nötigen Punkte schon holen. Wir sind im Flow.“

Ob das so ist, wird sich schon in wenigen Tagen überprüfen lassen, wenn der TSV Landsberg am kommenden Samstag um 16 Uhr beim Tabellenführer SpVgg Hankofen-Hailing antreten muss. Laut Salemovic eine Mannschaft, die schon seit Jahren zusammen kickt und optimal eingespielt ist. „Die gewinnen ihre Spiele derzeit immer sehr knapp und haben genau den Lauf, der uns fehlt.“ Sollte die Partie in der Fremde verloren gehen, wäre der Abstand auf den Spitzenreiter schon beträchtlich, zumal der noch ein Spiel weniger hat.

Für den TSV Landsberg liefen auf: Witetschek - Lutz, Schmeiser, Nikolic, Anzenhofer - Benede, Hutterer, Hoffmann - Krautschneider, Salemovic, Date (ab 80. Gutia)

Quelle: Kreisbote

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