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BRK-Tagespflege Landsberg soll im Sommer eröffnen

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Von: Susanne Greiner

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BRK-Sozialzentrum Landsberg
Projektmanager Maximilian Policzka, Kreisgeschäftsleiter des BRK Landsberg Andreas Lehner und Pflegedientsleiterin Daniela Kozinc (von links) freuen sich, wenn die Tagespflegeeinrichtung des BRK in der Ehrenpreisstraße im Sommer öffnen kann. © Greiner

Landsberg – Das BRK Landsberg bekommt den demografischen Wandel hautnah zu spüren: 30 Prozent mehr Einsätze innerhalb der ambulanten Pflege verzeichnet Kreisgeschäftsleiter Andreas Lehner im letzten Jahr – rund 60.000 Kilometer mehr, die die Pflegekräfte auf ihren Einsätzen zurückgelegt haben. Weitaus kürzere Wege verspricht hingegen das Sozialzentrum des BRK in der Ehrenpreisstraße. Dessen Tagespflegeeinrichtung konnte im Mai letzten Jahres Richtfest feiern. Und kann wohl wie geplant noch vor den Sommerferien eröffnen – samt „antiker Bibliothek“ und „Birkenwäldchen“.

Noch ragen Kabel aus dem Boden oder hängen von der Decke herab, auf den bereits isolierten Wänden prangen die Notizen der Bauarbeiter, das Grau des Betons herrscht vor. Aber trotz Sturm und Regen vor den größtenteils bereits eingesetzten Fenstern: Es ist warm. Für den Pressetermin im ersten Rohbau-Teil des insgesamt 2.700 Quadratmeter umfassenden Sozialzentrums in der Ehrenpreisstraße hat Projektmanager Maximilian Policzka eingeheizt.

22 Klienten können auf 428 Quadratmetern des insgesamt 1.510 Quadratmeter umfassenden ersten Bauabschnitts – wenn alles nach Plan läuft – ab Sommer betreut werden. Morgens werden sie vom Fahrdienst abgeholt und abends wieder nachhause gebracht – eine Art ‚Kita für Senioren‘, sagt Lehner. Zeitlich sei man nur ein bisschen hinterher: „Wir haben letztes Jahr im Herbst wegen Corona ein halbes Jahr verloren“. Denn eigentlich war der Bauabschluss für Dezember letzten Jahres geplant. Aber dafür liege das BRK finanziell perfekt im Kostenplan: 5,2 Millionen Euro wird das Projekt kosten. Gelungen sei das vor allem, da man noch viele Aufträge vor den größten Kostensteigerungen im Bausektor habe vergeben können. Nach der Tagespflege in der ‚Spitze‘ des Dreieckbaus sollen im Herbst die Bereiche Mitarbeiterwohnungen und Büros bezogen werden.

Der Bereich der Tagespflege besteht aus einem großen, offenen Raum, leicht dreieckig wie das Gebäude, das sich den Umrissen des Grundstücks anpasst. „Hier wird es zwei Ruhebereiche mit Sesseln zum Relaxen geben“, erläutert Pflegedienstleiterin Daniela Kozinc: ein „Birkenwäldchen“ mit entsprechendem Farb- und Akustikkonzept sowie Stämmen als Abgrenzung zum Raum hin. Und eine „antike Bibliothek“, die Zugang zum kleinen Garten bietet. Daneben finden sich auch vertraute ‚Ausblicke‘, die dementen Personen Halt geben: eine Bushaltestelle, weil „für viele das eine Situation ist, an die sie sich noch erinnern“, sagt Kozinc. Oder eine Fototapete mit dem Landsberger Marktplatz – oder vielleicht auch dem Lechwehr. Mittelpunkt des großen Raumes ist ein langer Tisch, angrenzend an eine offene Küche, in der mit den Tagespflege-Klienten auch gekocht und gebacken werden soll.

Um diese Bereiche herum werden Sanitärräume und Büros angesiedelt, auch ein Raum mit zwei Betten, in dem weniger mobile Klienten betreut werden können. „Es geht letztendlich auch darum, die pflegenden Angehörigen zu entlasten“, sagt Lehner. „Auch diejenigen, die Personen mit einem höheren Pflegebedarf betreuen“. Im ersten Stock finden sich weitere Räume sowie der Übergang zum zukünftigen Bürotrakt, aber auch ein großer Schulungsraum, den man zudem zum Beispiel als Gymnastikraum der Tagespflege nutzen könne. Der an den ‚Dreiecksbau‘ anschließende Bürotrakt steht auf Stelzen – und bietet somit genug Parkplätze für die Mitarbeiter der Einrichtung.

Ausgeklügelte Konzepte

Insgesamt lege man großen Wert auf ein für demente Personen geeignetes Farb- und Lichtkonzept, erläutert Kozinc. Möglichst keine Signalfarben, eher ruhige, pastellige Töne, dazu indirekte Beleuchtung. „Technische Einrichtungen oder auch Türen zu Büros, die von den Klienten nicht betreten werden sollen, können mittels Farbgestaltung ‚versteckt‘ werden.“

Das mittlere Gebäude des Baukomplexes wird Platz für neun Mitarbeiterwohnungen mit jeweils rund 50 Quadratmetern bieten, geeignet für ein oder zwei Personen. „Im obersten Stockwerk hat man sogar Bergblick“, freut sich Lehner.

Im Erdgeschoss des Wohnungsblocks wird die Landsberger Tafel ihre neue Heimat finden; bisher ist sie noch im Interims-Flachdach auf dem Schlossberg untergebracht. „Viele der Tafelgäste kommen mit dem Auto oder auch mit dem Rad“, weiß Lehner – weshalb er die Verortung am Stadtrand nicht negativ sieht. Der Bau des zweiten Traktes des Gesamtkomplexes wird hingegen noch etwas dauern: fünf bis zehn Jahre, rechnet Lehner. Womit sich das BRK Landsberg aber schon jetzt rühmen kann: Das Sozialzentrum besitzt den größten durchgehenden Pellettank in ganz Deutschland.

Die Nachfrage für die 22 Tagespflegeplätze ist groß: „Wir haben die Einrichtung bisher nur mit dem einen Plakat an der Schongauer Straße beworben. Aber es gibt schon zahlreiche Voranmeldungen“, erzählt Lehner. Weshalb man das Gebäude auch im Hinblick auf eine mögliche Erweiterung der Tagespflege gebaut habe. Um Untergeschoss lagern vorerst aber noch die Kleider der BRK-Schatztruhen.

Tagespflege steht hoch im Kurs, und das nicht nur wegen der geringeren Kosten: Es gilt „ambulant vor stationär“, um älteren Menschen so lange wie möglich das Leben im eigenen Zuhause zu ermöglichen. Das Seniorenpoltische Gesamtkonzept des Landkreises Landsberg sehe den Bedarf von rund 75 Plätzen für den Landkreis, sagt Lehner. Bisher gebe es nur wenige Einrichtungen, in Finning, Igling, Rott und eine kleine in Schwifting. Dazu kämen noch wenige Einzelplätze in den Seniorenheimen. Dazu kämen noch wenige Einzelplätze in den Seniorenheimen.

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