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Uttings Ex-Bürgermeister fürs Porträt ins Büro gelockt

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Von: Dieter Roettig

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Porträt Ex-Bürgermeister Josef Lutzenberger - Utting
Ein Porträt der Kunstmalerin Angelika Böhm-Silberhorn (links) bekam Uttings Ex-Bürgermeister Josef Lutzenberger (rechts) von seinem Amtsnachfolger Florian Hoffmann bei der Bürgerversammlung überreicht. © Roettig

Utting – Genau 546 Tage vor seiner ersten Bürgerversammlung übernahm Florian Hoffmann den Rathaus-Chefsessel von Josef Lutzenberger. Aber jetzt erst konnte er ihn im Rahmen der wegen Corona lange verschobenen Veranstaltung gebührend verabschieden. Und das mit einer handfesten Überraschung. Er überreichte seinem Vorgänger ein Ölgemälde der Uttinger Kunstmalerin Angelika Böhm-Silberhorn. Zum Porträtieren hatte man ihn unter einem Vorwand in sein altes Chefbüro gelockt.

Florian Hoffmann lobte in einer emotionalen Rede seinen Vorgänger als stets aufrechten und mutigen Kommunalpolitiker, der sehr viel für die Gemeinde erreicht hat. Als Beispiele nannte er das Hochwasser-Rückhaltebecken und den Erwerb des Schmucker-Geländes. Schade, dass es an diesem Abend nicht auch zu einem Treffen mit Lutzenbergers Vorgänger Josef Klingl gekommen ist. Wegen seines Urlaubs wurde er von Florian Hoffmann in Abwesenheit zum „Altbürgermeister“ ernannt. Diesen Ehrentitel hatte ihm der alte Gemeinderat bereits einstimmig zuerkannt.

Ehrenamtliche Arbeit

Mit Dank und einem Präsent wurden bei der Bürgerversammlung in der Schulturnhalle auch die acht Gemeinderäte verabschiedet, die mit dem Ende der letzten Legislaturperiode ausgeschieden sind: Margit Gottschalk, Sabine Kaiser, Claudia Sauter, Isabel Lamberty, Andreas Streicher, Alexander Noll, Florian Münzer und Christian Strohmeier.

Dass so ein Ehrenamt mit einer ganzen Menge an Zeitaufwand verbunden ist, zeigte Bürgermeister Florian Hoffmann in seinem Rechenschaftsbericht. In diesem Jahr hatte der Gemeinderat bereits 15 zum teil sehr lange Sitzungen einschließlich der Workshops für die Städtebauförderung. Zehnmal tagte der Bau- und Umweltausschuss und zwölfmal der Finanz- und Rechnungsprüfungsausschuss. Alles zum Wohl der Gemeinde, die am Tag der Bürgerversammlung exakt 4.837 Einwohner zählte, davon 227 mit Nebenwohnsitz. Dass man in der Ammersee-Gemeinde gut leben und alt werden kann, zeigen die 91 Geburtstage über 80 in diesem Jahr, darunter sechs 95-jährige und ein 100-jähriger.

Die Uttinger machen sich Gedanken, wie sie ihr Dorf noch lebens- und liebenswerter mitgestalten können. Beim erstmals durchgeführten BürgerBudget gingen zahlreiche Vorschläge ein, von denen fünf in die Endauswahl kamen. Per Stimmkarte kann man noch bis zum 5. Dezember wählen, was letztendlich verwirklicht und aus dem BürgerBudget-Haushalt bezahlt werden soll: eine Büchergondel als Open-Air-Bücherei, viertausend Blumenzwiebeln für mehrjährig blühende Beete, ein E-Lastenrad-Sharing, die App „Uttinger Engel“ für digitale Nachbarschaftshilfe oder ein alle drei Monate rotierender Jugendtreff in einem Bauwagen mit mobilen Graffitiwänden.

Die Finanzen

Der Finanzbericht von Ex-Kämmerer Florian Zarbo zum Gesamthaushalt 2021 in Höhe von über 39 Millionen Euro zeigte als wesentliche Ausgaben die Kreisumlage in Höhe von 2,7 Millionen Euro, Generalsanierung und Erweiterungsbau des Kindergartens „Zur Ludwigshöhe“ mit 830.000 Euro sowie das Bauvorhaben der Schmucker-Siedlung mit einer bisherigen Darlehensaufnahme von 13 Millionen Euro, die an das gemeindliche Kommunalunternehmen weitergeleitet wurden.

Der technische Vorstand des gemeindlichen Kommunalunternehmens Thomas Behrendt konnte bekanntgeben, dass der Baufortschritt des Projektes mit 88 barrierefreien Mietwohnungen in Hybrid-Holzbauweise im Zeitplan sei. Das Richtfest werde bereits am 26. November gefeiert. Ende 2022 bis Anfang 2023 sollen die Wohnungen zu sozial verträglichen Mieten bezugsfertig sein.

Im Ausblick auf den Haushalt 2022 und die Folgejahre nannte Florian Zarbo bei den wesentlichen Investitionen zusätzlich die Sanierung der Gemeindehäuser mit 55 Wohnungen, die Sanierung der Grundschule, ökologische Maßnahmen am Mühlbach, den BikePark, die Umsetzung von Refugium/Bahnhofsschuppen, ein neues Orts- beziehungsweise Verkehrsleitsystem und die Weiterentwicklung von Rathaus und Kinderbetreuungseinrichtungen.

Der Mehrgenerationenspielplatz im Summerpark soll bis zu den 900-Jahr-Festivitäten im Sommer 2022 fertig sein, nachdem Bodenaustausch wegen Kontaminierung und Spielgeräteauswahl abgeschlossen sind. Da kommt viel Arbeit zu auf Zarbos Nachfolger Matthias Graf als neuer Kämmerer und Geschäftsstellenleiter, der sich den Bürgern kurz vorstellte. Er tritt am 1. Januar 2022 seinen Dienst an.

900 Jahre Utting

Zum Festjahr 2022 gab Hoffmann einige Programmpunkte bekannt wie eine Bootsfahrt auf dem Ammersee mit Wagner-Arien, eine Vespa-Sternfahrt oder ein Shanty-Konzert der Liedertafel. Vom 30. Juni bis 4. Juli gibt es im Summerpark-Festzelt ein vielfältiges Programm, das mit einem Nachwuchsband-Contest beginnt und einem Kabarettabend mit Stargast Martina Schwarzmann endet.

Selbst der Kreissenioren-Nachmittag des Landkreises macht diesmal Station in Utting. Der Bürgermeister empfahl, immer wieder mal auf die Webseite www.900jahre-utting.de zu klicken, um sich über das „ständig wachsende Programm“ zu informieren.

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