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Bundesverdienstmedaillen für Esther und Rupert Riedel aus Utting

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Von: Dieter Roettig

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Bevor die Bundesverdienstmedaillen zuhause ihren Ehrenplatz bekommen, nahmen sie Esther und Rupert Riedel mit ins Strandbad Utting, wo sie stolz den Stammgästen gezeigt wurden.
Bevor die Bundesverdienstmedaillen zuhause ihren Ehrenplatz bekommen, nahmen sie Esther und Rupert Riedel mit in ihr Strandbad, wo sie stolz den Stammgästen gezeigt wurden. © Roettig

Utting – Ein großer Teil der Bevölkerung Kenias lebt unterhalb der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind Waisenkinder aus den städtischen Slums und wirtschaftlich schwachen Regionen. Um wenigstens einem kleinen Teil von ihnen den Umstieg in ein normales Leben mit Schule und Beruf zu ermöglichen, haben Esther und Rupert Riedel aus Utting vor 18 Jahren den Verein „Kenianische Waisenkinder in Not e.V.“ gegründet. Für ihr Herzensprojekt wurden die beiden jetzt von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet. Überreicht wurden die Orden und Urkunden an das deutsch-kenianisches Ehepaar von Landrat Thomas Eichinger.

In der Fünfseenregion kennt nahezu jeder Rupert Riedel, seit 1991 Pächter des Uttinger Strandbades und Herr des historischen Sprungturms – Wahrzeichen und Objekt der Begierde junger Badbesucher. Für sie ist eine Wurstsemmel und ein Spezi zwischendurch etwas ganz normales. Anders in Kenia, wo Waisenkinder und Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen kaum Chancen haben auf ein geregeltes Leben ohne Hunger und mit ausreichend medizinischer Versorgung, mit Schulbesuch und späterer Berufsausbildung oder gar einem Studium. Um die Finanzierung dieser für uns Selbstverständlichkeiten machen sich Esther und Rupert Riedel mit Patenschaften und Spendensammlungen stark.

Eine Zukunft für nur 25 Euro im Monat

Für knapp hundert Waisenkinder haben die Riedels bereits Patenschaften vermittelt. Für einen Beitrag von 25 Euro pro Monat können die Kids bei Familien wohnen und sogar private Schulen besuchen, die wesentlich besser sind als die staatlichen, allerdings Schulgeld verlangen.

Der Einsatz lohnt sich. Viele Schulabgänger haben bereits ein Handwerk erlernt, andere machen weiter bis zum Abitur und einige studieren bereits.

Die Wintersaison, wenn das Uttinger Strandbad geschlossen ist, verbringen Esther und Rupert Riedel in Kenia, wo sie sich 1994 kennen- und lieben gelernt und schließlich 1997 geheiratet haben. An Ort und Stelle helfen sie jetzt aktiv mit bei der Betreuung der Patenkinder in der Region Kabazi.

Betreuung vor Ort

Dafür sorgen das ganze Jahr über die Frauen der „Mama Wa Mungo Group“, der katholische Pater Bethuel Mwaura und Benedett Mugwe, die Schwester von Esther Riedel. Sie ist ausgebildete Sozialarbeiterin, hat in Nairobi studiert und eine Zusatzausbildung für psychologische Betreuung. Benedett ist für den Verein und die Familien die ständige Ansprechpartnerin vor Ort, bei der alle Fäden zusammenlaufen. Sie besucht die Kids regelmäßig, begleitet sie zu Arztbesuchen, organisiert notwendige Anschaffungen und regelt behördliche Angelegenheiten. Außerdem erstellt sie jährlich Dokumentationen über den Gesundheits-, Versorgungs- und Bildungsstand eines jeden Kindes. Als große Ehre hat die Kenianische Regierung den Uttinger Verein ganz offiziell als „Non Governmental Organisation“ (NGO) anerkannt. Damit stehen die Uttinger in einer Reihe mit bekannten NGOs wie „Ärzte ohne Grenzen“ „Brot für die Welt“ oder „Greenpeace“.

Esther Riedel betont, dass sie und ihr Mann die Bundesverdienstmedaillen stellvertretend für den Vorstand angenommen hätten, der sich genauso aufopfernd für Kenianische Waisenkinder einsetzt. Dazu gehören Beate Strohmeier, Diana Hoffmann und Verena Reindl. Rupert Riedel hat sich inzwischen aus dem Vorstand ausgeklinkt, ist aber weiterhin aktiv. Er hofft auf die „next generation“, die den Verein in seinem Sinne weiterführt. Wer interessiert ist, kann über die Webseite www.kenianische-waisenkinder-in-not.de Kontakt aufnehmen.

Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten

Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für 23 Personen aus dem Landkreis Landsberg
Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten für 23 Personen aus dem Landkreis Landsberg © LRA LL

23 Personen aus dem Landkreis haben das Ehrenzeichen des bayerischen Ministerpräsidenten erhalten:

• Martin Baumeister, Kaufering, ADFC: 25 Jahre Tourenleiter, 19 Jahre 1.+2. Vorstand, Zusammenarbeit mit Landkreis z.B. Stadtradeln, Erweiterung Radwegenetz.

• Rudolf Besel, Kinsau, Sportverein und Stockschützen: 28 Jahre 2. Vorstand Sportverein, 11 Jahre Vorstand Stockschützen, engagiert im Gemeinderat und beim Kreisfischereiverein.

• Brigitte Brich, Denklingen, Schützenverein Frohsinn: 24 Jahre 1. Jugendleiterin, Begleitung der Jugendmannschaften, Organisation.

• Anton Draxl, Denklingen, Lechroaner Epfach: über 35 Jahre für Musik und Brauchtum, Musiker in verschiedenen Musik- und Gesangsgruppen, Organisationsleiter.

• Andrea Finsterwalder, Denklingen, Frauenbund, Kinderchor: seit 37 Jahren Chorleiterin: Kinderchor, Jugendchor, Frauenbundchor teilweise gleichzeitig, zahlreiche Auftritte, 30 Jahre Leitung des Frauenbundchores, Leitung des Chores „Spirit of Joy“.

• Viktoria Fülbier, Kaufering, Seniorenstift: über 20 Jahre Vorsitzende Frauenbund, seit 25 Jahren im Vorstand Förderverein Seniorenstift, mitverantwortlich für Altennachmittage, Gymnastik, Gottesdienste; sorgt für Menschen im Stift.

• Gottlieb und Margit Gilg, Denklingen, Pfarreiengemeinschaft Fuchstal, Veteranenverein: 32 Jahre lang das Mesnerehepaar in St. Michael bei Messen, Beerdigungen, Taufen, Hochzeiten, Weihnachten, Ostern, Fronleichnam – inklusive Blumenschmuck und Gestaltung der Feiern.

• Norbert Goldmann, Landsberg, Bezirksfischereiverein: seit fast 20 Jahren im Vorstand, Einsatz für Pflege der Gewässer, leitete zahlreiche Arbeitseinsätze, hat selbst immer kräftig zugepackt; zudem Fischereiaufseher.

• Markus Hager, Rott, „d‘Rottbachtaler“: seit 25 Jahren aktiv als Jugendleiter des Heimat- und Trachtenvereins, Nachwuchsarbeit, Organisation von Festen und Auftritten.

• Brigitte Heigl, Prittriching-Winkl, Heimatmuseum: seit fast 25 Jahren Mitarbeit in der Arbeitsgruppe „Ortsgeschichte Prittriching“ als Ortschronistin und beim Heimatmuseum, Führungen und Konzeption von Sonderausstellungen.

• Ingrid Hohenadl, Fuchstal, Kirchenverwaltung: fast 25 Jahre in der Verwaltung, Einsatz als Kirchenpflegerin beim Verkauf von Pfarrhof und altem Pfarrheim und Neubau des Hofgartenhauses, ebenso bei der Sanierung des Kirchturmes.

• Beate Krauter, Kaufering, VfL Kaufering: offiziell 30 Jahre Kassenprüferin, inoffiziell „Mädchen für alle“ und „Kümmerin“, vom Waschen der Trikots bis zur Betreuung der Schiedsrichter.

• Barbara Mayr, Thaining, Gartenbauverein, Kirchenstiftung St. Martin: 15 Jahre Vorsitzende Gartenbauverein, seit 34 Jahren Mesnerin in St. Martin, Augenmerk auf Blumenschmuck in der Kirche und Bäume im gesamten Dorf.

• Bernhard Mödl, Kaufering, VfL Kaufering: schwierige Übernahme der Vereinsführung und Bewältigung von zwei Krisen, 18 Jahre Vorstand samt zukunftsweisenden Entscheidungen, immer noch im Vorstand.

• Johann Pfister, Egling-Heinrichshofen, Kirchenverwaltung Egling und Heinrichshofen: 42 Jahre Kirchenverwaltungsmitglied und Kirchenpfleger, Erhaltung der Baudenkmäler als Kirchenmaler auf eigene Rechnung, Erhalten und Zugänglich-Machen der Artefakte des Handwerks im Ort.

• Johann Reinhart, Utting, Freiwilligengruppe Gemeinde: seit über 21 Jahren Organisator des Rentner-Teams, zahlreiche ehrenamtliche Tätigkeiten wie Aufstellung eines Holzkreuzes, Betonierung des Grillplatzes, Brückenbau als Querungshilfe, Organisation von Flurführungen.

• Herbert Rid, Obermeitingen, Burschenverein und Sportverein: seit 50 Jahren Mitarbeit im Vereinsleben der Gemeinde, Einsatz als Schiedsrichter beim Fußball und bei den Eisstockschützen, Bauleiter beim Bau des Sportheims, von 2013 bis 2014 auch Bauleiter des Stockschützenheims.

• Ingrid Schießling, Weil-Geretshausen, Pfarrgemeinderat, Theater AG, Frauenbund: fast 30 Jahre Pfarrgemeinderat, vor allem im Kinder- und Familienausschuss und bei der Gestaltung der Seniorennachmittage aktiv, ebenso im Frauenbund aktiv.

• Anton Stahl, Denklingen, Musikverein: 25 Jahre Vorstandschaft, Einsatz in allen Bereichen, bei allen Veranstaltungen wie Faschingsball, Konzerte, Dorffest oder Kesselfleischessen aktiv.

• Monika Stindl, Rott, Obst- und Gartenbauverein: Seit 30 Jahren Pflege des Gemeindegrüns, der Blumenrabatten, Einfriedungen, Friedhofsbepflanzungen, Organisieren bei bspw. Rotter Frauenfasching oder Durchführung des Adventsverkaufes.

• Christa und Wolfgang Stütz, Finning, TSV Finning (Theater): Gründung des „Finninger Dorftheater“ , 26 Jahre lang Engagement und Spielfreude, Auswahl der Stücke, Regie; großes Engagement im kulturellen Bereich in der Gemeinde und bei der 1.200-Jahr-Feier der Gemeinde.

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