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Das Bürgerzentrum Denklingen steht kurz vor dem Start

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Von: Johannes Jais

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Blick durch die Pfosten-Riegel-Fassade in den hell erleuchteten Saal des BVZ, wo Handwerker noch letzte Hand anlegen.
Blick durch die Pfosten-Riegel-Fassade in den hell erleuchteten Saal des BVZ, wo Handwerker noch letzte Hand anlegen. © Jais

Denklingen – Kurz vor der Eröffnung steht das Bürger- und Vereinszentrum Denklingen. Die Feier mit geladenen Gästen – nach Auskunft von Bürgermeister Andreas Braunegger werden knapp 200 Leute erwartet – wird am Freitagabend im großen Saal ausgerichtet. Doch das Wochenendprogramm für die Allgemeinheit mit Besichtigung der Räume, Musik, Frühschoppen, Mittagessen und der Abend mit der Musikgruppe Couplet AG fallen aus.

Die Absage erfolgte wegen der rasant gestiegenen Corona-Fallzahlen, informiert Braunegger. Ein nicht überschaubarer Besucheransturm berge ein „großes, nicht kalkulierbares Ansteckungsrisiko“. Die Feier solle im Frühjahr nachgeholt werden.

Die Zusammenkunft mit geladenen Gästen am kommenden Freitag wird abgehalten. Es kommen Planer, Firmenvertreter, Vereinsvorstände, Gemeinderäte und weitere Repräsentanten. Ebenso soll der Nachmittag mit den Geburtstagsjubilaren, die 70 Jahre und älter sind, am Mittwoch, 24. November, stattfinden. Eröffnungsabend und Jubilars-Nachmittag werden unter Einhaltung der 2G-Regelung ausgerichtet. Der Besucherstrom sei hier kalkulierbar, so Braunegger.

Mit dem Gastronom im Bürger- und Vereinszentrum, Magnus Ostenrieder aus Reichling, hat die Gemeinde im August einen Vertrag geschlossen. Mit ihm wurde eine Pacht vereinbart, die sich am Umsatz orientiert, gibt der Bürgermeister auf Nachfrage der Redaktion zu verstehen.

Im BVZ ziehen vier Vereine ein: der Sportverein VfL Denklingen, die Schützen, die Musikkapelle und die Landjugend. Sie nutzen regelmäßig Räume für ihre Zwecke. Dafür müssen sie Pacht zahlen. Dieses Thema wurde am vergangenen Freitag in den Reihen der Musikkapelle noch einmal thematisiert, so Vorstand Jürgen Waldhör. Zum Mietzins wollte er nichts sagen. Da sei in den vergangenen Monaten intensiv gerungen worden. Wie berichtet, hatten die Gemeinderäte einmütig beschlossen, auf die Gründung eines Betriebes der gewerblichen Art zu verzichten. Damit sollen die Vereine entlastet werden, indem sie keine Umsatzsteuer und weniger Miete zahlen. Die Pachtverträge sollen noch im November unterzeichnet werden.

Die Baukosten sind beim BVZ auf gut zwölf Millionen Euro zu beziffern. Hinzu kommen die Kosten für den Grunderwerb, die neue Hackschnitzelheizung, den Architektenwettbewerb im Jahr 2015 und für bereits erbrachte Planungsleistungen, die schon ausgeführt wurden, bevor Braunegger nach seinem Amtsantritt im Januar 2018 eine andere Herangehensweise forcierte, indem der Bau nur ebenerdig ausgeführt wurde und so Kosten verringert werden konnten. Als neuer Chef-Planer wurde Michael Riedle (Hohenfurch) installiert.

Die Anfänge zum Bau des Bürger- und Vereinezentrums am Buchweg gehen auf die Zeit des vorigen Bürgermeisters Michael Kießling (2014 bis 2017) zurück. Ziel war es, mehrere Vereine, die sich bislang mit einer unzureichenden Raumsituation abfinden müssen, unter einem Dach zusammenzuführen, dazu einen Saal zu errichten und auch einen Gastronomiebetrieb zu etablieren. Die Entscheidung des Gemeinderates wurde im Dezember 2018 getroffen. Spatenstich war im März 2020.

Freilich gibt es innerhalb der Gemeinde viele kritische Stimmen zum BVZ. Das hat mit den Kosten beziehungsweise mit der Verschuldung zu tun, aber auch damit, dass andere Investitionen wie der Bau der großen Kindertagesstätte verschoben worden sind. Im Gemeinderat ist eine deutliche Mehrheit hinter dem Projekt. Doch es gibt auch Mandatsträger, die dem kritisch gegenüber stehen. Das sind seit Frühjahr 2020 vor allem Walter Heinen und Michaela Killmann von der Epfacher Liste, die bei den Vergaben konsequent mit Nein gestimmt haben. Heinen vertritt die Ansicht, das Vorhaben BVZ in Denklingen sei zu groß dimensioniert.

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