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Sommerbad-Eröffnung mit Donnerschlag

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Von: Dieter Roettig

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Schwimmerbecken Sommerbad Greifenberg
Das Schwimmerbecken mit Sprungturmbereich im Sommerbad Greifenberg. Dahinter das Nichtschwimmerbecken mit Wasserrutsche. © Roettig

Greifenberg – Eine laut Landrat Thomas Eichinger „politische Kraftanstrengung“ fand jetzt ihr glückliches Ende: Aus dem 1972 erbauten und seit 2017 geschlossenem Warmbad wurde das schmucke Sommerbad Greifenberg. Bei der offiziellen Eröffnung betonte „Bauherr“ Eichinger, dass in Deutschland mehr kommunale Bäder geschlossen als gebaut werden. Darum sei er stolz auf den Kreistag und die Entscheidungsträger, die das Projekt über mehrere Wahlperioden mitgetragen hätten. Dank der Kreisumlage der „kommunalen Familie“ konnte die Finanzierung gestemmt werden.

Eröffnung Sommerbad Greifenberg Landrat Eichinger
„Die Wasserspiele sind eröffnet“: Bäderchef Thomas Zeck, Projektleiterin Anja Trommer, Landrat Thomas Eichinger, Bürgermeisterin Patricia Müller und Architekt Wolfgang Gollwitzer nach dem Scherenschnitt (von links). © Roettig

Viele Kreis- und Gemeinderäte, Bürgermeister und Politiker wie der Bundestagsabgeordnete Michael Kießling oder Josef Loy vom Bezirkstag waren dabei, als das symbolische blaue Band vor dem Schwimmerbecken durchgeschnitten wurde. Neben Landrat Eichinger hatten die Ehre Bäderchef Thomas Zeck, Architekt Wolfgang Gollwitzer, Projektleiterin Anja Trommer und Greifenbergs Bürgermeisterin Patricia Müller. Sie dankte in ihrem Grußwort im Namen aller Mitbürger für das Bad in neuem Glanz, das jetzt „Sommerbad“ heißt. In der Hoffnung, Landrat Eichinger oft hier zu treffen, überreichte sie ihm einen Liegestuhl mit der Aufschrift „Bärig baden in Greifenberg“, abgeleitet vom Wappentier der Gemeinde.

Architekt Gollwitzer ließ die zweijährige Bauzeit kurz Revue passieren und erläuterte die Problematik, ein ebenes Bad im Hang und in Torf zu bauen. Dies sei nur mit Bodenaustausch und Pfahlbindung möglich gewesen. Die langlebigen Edelstahlbecken mussten auf Betonplatten gesetzt werden. Dafür erwartet die Besucher eine attraktive und wohl durchdachte Badelandschaft, eingebettet in sanfte grüne Hügel: Ein großes Nichtschwimmerbecken mit einer breiten Wellenrutsche, ein 1,80 Meter tiefes Schwimmerbecken mit 25-Meter-Bahnen sowie einem 3,50 Meter tiefen Bereich mit dem drei Meter hohen Sprungturm. Im Wasser kann man mehr als Schwimmen. Sprudelliegen, Massagedüsen oder Nackenduschen laden zum Entspannen ein. Ein besonderes Highlight sind die sonnengeschützte Babyplansche und ein großer Spielplatz außerhalb des Wassers. Für zwischendurch hält das Kioskteam Snacks, Getränke und Eis bereit.

Ein Regisseur hätte den Eröffnungsakt nicht besser inszenieren können. Als Pfarrer Alfred Krauth zum finalen Segen ansetzte, gab es quasi als Zustimmung von oben einen gewaltigen Donnerschlag. Einsetzender Regen störte die Ehrengäste aber nicht bei Brotzeit und Umtrunk unter dem Vordach des Technikgebäudes mit Umkleiden, Sanitärbereich und Kiosk.

Das alte Warmbad, 1972 vom Landkreis unter Landrat Müller-Hahl errichtet, wurde im September 2017 endgültig geschlossen. Rohrleitungs- und Alubeckenschäden hatten zu drastischen Wasserverlusten geführt. Zum wehmütigen Abschied des liebgewonnenen Bades gab es mit „Kunst Geht Baden“ noch ein viel beachtetes Kulturspektakel mit 40 Künstlern aus der Region.

Seit 1996 bereits wurden vom Kreistag diverse Varianten durchgespielt wie Stilllegung, Abriss, Sanierung oder Neubau. Dass man sich letztendlich für ein nagelneues Bad entschieden hat, freut besonders Landrat Thomas Eichinger. Er hatte einst im alten Bad das Schwimmen gelernt und nicht verlernt. Als Beweis stürzte er sich zusammen mit Michael Kießling über die Wellenrutsche ins noch kühle Nass.

Babybecken in Greifenberg
Die sonnengeschützte Babyplansche im neuen Sommerbad Greifenberg. © Roettig

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