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Der Wunschzettel der Freien Kunstanstalt

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Von: Dieter Roettig

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Freie Kunstanstalt mit Gemeinderäten
Zum Finale des Ferienprogramms kamen die Gemeinderäte Michael Hofmann, Volker Bippus, Michael Lutzeier und Vize-Bürgermeister Roland Kratzer (hinten v.l.) zur Freien Kunstanstalt. Vorne die Kursleiter Steff Sanktjohanser, Antonia Braovic, Anna Riedl, Vanessa Hafenbrädl, Nina Munker, Tamara Hub, Jörg Kranzfelder, Maria Mayer und Jakob Kettler (v.l.). © Roettig

Dießen – Dass das kurzfristig von der „Freien Kunstanstalt e.V.“ auf dem Gelände der ehemaligen Gastwirtschaft „Drei Rosen“ organisierte Ferienprogramm ein voller Erfolg war, darüber sind sich alle einig: Kids und Jugendliche, Pädagogen und Künstler, Eltern und auch der Marktgemeinderat. Zum Finale der dreiwöchigen Veranstaltungsreihe kamen die Räte Michael Lutzeier, Miriam Anton, Michael Hofmann, Volker Bippus sowie Vize-Bürgermeister Roland Kratzer zu den „Drei Rosen“ in die Schützenstraße.

Ihnen ging es nicht nur um Präsentation und Vorführung der erstellten künstlerischen Arbeiten, sondern um die Eignung des früheren Gasthofs für weitere Veranstaltungen dieser Art. Denn der Verein „Freie Kunstanstalt“ hat inzwischen ein Konzept für eine mögliche Zwischennutzung erstellt, bis die Abrissbagger anrücken.

Wie berichtet, hat die Marktgemeinde für rund 1,5 Millionen Euro das 1.700 Quadratmeter große Areal mit dem Gasthof gekauft, um Wohnraum zu sozial verträglichen Preisen für Dießener zu bauen. Vorschläge dazu erhofft man sich von einem Architektenwettbewerb. Da bis zum Baubeginn noch einige Jahre ins Land ziehen werden, biete sich laut den Initiatoren der Kunstanstalt der ehemalige Gasthof samt Saal und Freiflächen optimal als Kulturzentrum und Veranstaltungsort an.

Ziel der Freien Kunstanstalt ist es, das kulturelle Angebot Dießens zu erweitern und einen Mehrwert für Bürger und Region zu schaffen. Dies wollen Steff Sanktjohanser, Jörg Kranzfelder und ihr Team durch Aufbau und Betrieb eines Kulturzentrums erreichen. Nach dem Motto „Kultur für Alle“ möchten sie hier einen Raum für Begegnung, Austausch, Musik, Kunst, Kultur und Bildung schaffen. Mit Veranstaltungen, Workshops und Kursen in Ateliers, Werkstätten oder Bandräumen soll eine Plattform für den Austausch zwischen Kunstschaffenden, Malern, Musikern, Literaten und kulturbegeisterten Bürgern entstehen. Wobei Jörg Kranzfelder betonte, dass die Freie Kunstanstalt nicht als alleiniger Nutzer der Räume auftreten will. Eine Mitnutzung von Vereinen, der Volkshochschule, der Musikschule oder von Theatergruppen werde angestrebt.

Chance ohne Risiko

Dafür möchte die Freie Kunstanstalt ein Kulturbüro ins Leben rufen, das die Koordination mit der Marktgemeinde, den Vereinen und Institutionen sowie die Vernetzung mit dem Ort übernimmt. Steff Sanktjohanser: „Nach der Pandemie ist die kulturelle Wiederbelebung des Ortes wichtiger denn je. Da Saal und Räume in den Drei Rosen ohnehin leerstehen, ist die gemeinsame Zwischennutzung eine große Chance ohne große Risiken. Wir verbinden Menschen aller Generationen, unterschiedlicher sozialer Schichten, Interessen, Vereine und Organisationen miteinander.“ Die Lage des ehemaligen Gasthofs sei ideal als generationsübergreifender Treffpunkt. Im Herzen von Dießen, in der Nähe zu Seniorenheimen und damit für viele Bürger fußläufig zu erreichen sei hier ein idealer Ort für Begegnungen.

Den detaillierten neunseitigen ‚Wunschzettel‘ der Freien Kunstanstalt nahmen die Gemeinderäte wohlwollend zur Kenntnis, verwiesen aber auf eine der nächsten Sitzungen, bei denen eine mögliche Zwischennutzung dann auf der Agenda steht.

Vize-Bürgermeister Roland Kratzer betonte, dass Brandschutz, Fluchtwege, Toiletten et cetera ohnehin noch überprüft und ertüchtigt werden müssen. Für das Ferienprogramm wurde der Wirtshaussaal bereits ausnahmsweise geöffnet, weil bei Regen der Platz um die extra aufgebaute Pfadfindern-Jurte zu aufgeweicht war.

Erste Ergebnisse

Zum Finale des Ferienprogramms zeigten die betreuenden Künstler und Kunstschaffenden besonders gelungene Arbeiten der über 150 Kids und Jugendlichen, die bei den zwölf Workshops mitgemacht haben. Regisseurin Antonia Braovac präsentierte einen Kurzfilm, Industriedesigner Sebastian Quiroz Stop-Motion-Filme und 3-D-Drucke, Textildesignerin Maria Mayer Stoffdrucke und Batikwerke, Glasmalerin Anna Riedl Glaskunstwerke, Videokünstlerin Vanessa Hafenbrädl Lichtkunst oder Erzieher Jakob Kettler Spray-Kunstwerke. Bei Kaffee und selbst gebackenem Kuchen bestaunten Eltern und Gemeinderäte, wie hier die künstlerischen Talente des Nachwuchses unter professioneller Anleitung geweckt wurden.

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