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Die Landsberger Stadtweihnacht findet nicht statt.

Beschluss im Stadtrat

Die Landsberger Stadtweihnacht ist abgesagt

  • Ulrike Osman
    VonUlrike Osman
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Landsberg – Die Landsberger Stadtweihnacht ist abgesagt. Mit erkennbar großem persönlichen Bedauern gab OBin Doris Baumgartl (UBV) in der jüngsten Stadtratssitzung diese Entscheidung bekannt. Gleichzeitig beschloss das Gremium, dass die Außenbestuhlung der Gastronomie bis Jahresende stehen bleiben darf. Heizpilze, auch Infrarot-Heizgeräte, werden allerdings nicht erlaubt.

Zur Absage der Stadtweihnacht sagte Baumgartl, man müsse in Anbetracht der Coronapandemie und der aktuellen Lage auch eine Überlastung des Pflegepersonals und der Ärzte vermeiden. Zudem führten volle Intensivbetten schlimmstenfalls dazu, dass Verkehrsopfer oder Patienten mit beispielsweise einem Herzinfarkt nicht mehr versorgt werden könnten. Diese Rahmenbedingungen hätten in die Beurteilung der Situation rund um die Stadtweihnacaht einfließen müssen.

„Wir haben den Christkindlmarkt frühzeitig angepasst“, sagte Baumgartl rückblickend. Deshalb habe man bisher von einer Absage abgesehen. Man habe den Markt entzerren und auf verschiedenen Plätzen in der Altstadt ansiedeln wollen, habe zahlreiche Vorbereitungen getroffen und Absprachen mit den Fieranten und Gastronomen getroffen. „Das war nicht immer einfach.“ Jeder Platz habe ein eigenes Marktkonzept erhalten, um den richtigen Mix aus Gastro- und Verkaufsbuden zu finden sowie die größtmöglichen Abstände sicherzustellen.

Auch bei den Verschärfungen letzte Woche sei man noch mitgegangen und habe die Regeln angepasst. So habe der Ältestenrat am Montag beschlossen, dass es unter den aktuellen Bedingungen nicht möglich sei, Gastro-Buden überhaupt zuzulassen. Glühwein- und Würstchenstände seien einfach Treffpunkte, wo sich Menschenansammlungen bilden würden. So habe man als letzte Möglichkeit eine Stadtweihnacht nur mit Verkaufsbuden, mit Maskenpflicht und Abständen in Betracht gezogen. Dann hätten die Besucher wenigstens die Weihnachtsstimmung im Freien genießen und Einkäufe machen können.

Man habe dann mit den Fieranten über eine Teilnahme unter diesen Bedingungen gesprochen. Die Händler hätten jedoch letztendlich Bedenken gehabt, dass auch dieser doppelt eingeschränkte Markt abgesagt werden müsste - und sie bis dahin Buden eingeräumt und Personal eingestellt hätten. Das Risiko sei einfach zu groß.

Im Anschluss an Baumgartls Bekanntgabe stand ein Antrag der SPD/FDP-Fraktion auf der Tagesordnung. Darin wurde gefordert, die Außenbewirtungsflächen der Gastronomen bis zum Beginn der Stadtweihnacht bestehen zu lassen. Laut städtischer Satzung müssen die Wirte Tische und Stühle im Außenbereich eigentlich bis spätestens Ende Oktober abbauen – unter anderem, damit der Winterdienst nicht behindert wird. In der aktuellen Lage jedoch würden viele Gäste es bevorzugen, unter freiem Himmel zu sitzen, während für die Bewirtung im Innenbereich immer mehr Beschränkungen gelten würden, argumentierten SPD und FDP in ihrem Antrag.

Da die Stadtweihnacht nun nicht stattfinden wird, ging der Stadtrat mit seinem Beschluss sogar noch über den Antrag hinaus. Die Außengastro darf bis zum 31. Dezember bestehen bleiben und die Wirte müssen weiterhin keine Sondernutzungsgebühren zahlen.

Diese Entscheidung fiel einstimmig, nicht jedoch der folgende Beschluss, bei dem es um Heizgeräte ging. Während Tom Bohn (FDP) an das Gremium appellierte, den Gastronomen keine Stolperschwellen in den Weg zu legen und Möglichkeiten der Außenbeheizung zuzulassen, sah eine knappe Mehrheit das anders. Petra Kohler-Ettner (CSU) wandte ein, dass sich um die Wärmequellen herum wiederum Menschen sammeln würden. „Das ist nicht Sinn und Zweck. Die Abstandsregeln gelten auch im Freien.“ Mit 10:13 Stimmen wurde die Genehmigung von Heizgeräte abgelehnt.

Zweiter Bürgermeister Moritz Hartmann (Grüne) hoffte, dass die Wirte ihre Außenbereiche weihnachtlich dekorieren werden – damit trotz abgesagter Stadtweihnacht ein bisschen Adventsstimmung aufkommt.

Quelle: Kreisbote

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