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Grünes Licht für die nächste Hangbebauung in Pitzling

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Von: Ulrike Osman

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Seestraße Nord Pitzling
Bereits der Eingriff in den Hang für diese beiden Häuser sorgte in der Pitzlinger Seestraße für Aufregung. Links daneben soll nun ein Doppelhaus folgen. © Greiner

Pitzling – Ein geplantes Doppel­haus in Hanglage an der Seestraße in Pitzling hat erneut den Bauausschuss beschäftigt. Wie im KREISBOTEN berichtet, fürchten die Anwohner durch die zusätzliche Bebauung um die Sicherheit und Stabilität des Hangs. Inzwischen hat ein Spezialist für hydrogeologische Untersuchungen den Standort in Augenschein genommen. Sein Fazit: „Der Hang ist wirklich sensibel, aber man kriegt ihn in den Griff.“

Norbert Kampik, Geschäftsführer des Ingenieurbüros GHB Consult mit Sitz in Starnberg, hat den sensiblen Bereich nach eigener Aussage bereits dreimal untersucht, unter anderem nach dem Hangrutsch im Jahr 2017. Inzwischen sei die Hauptwasserquelle im Bereich der alten Pöringer Wasserleitung mit einer Quellfassung versehen worden. Das Grundstück nördlich der Fläche, die nun bebaut werden soll, sei mit Ankern und Querriegeln im Hang gesichert worden. Solche Maßnahmen seien auch für das südliche Grundstück erforderlich, dann stünde einer Bebauung nichts im Wege.

Wo sogenanntes Schichtwasser auftrete, werde erst der Blick in die Baugrube zeigen, erläuterte Kampik weiter. Dieses müsse dann gesammelt, abgeleitet und in einem bereits bestehenden Schacht zwischen den beiden Grundstücken versickert werden.

Im Gremium wurden skeptische Stimmen laut. Axel Flörke (Landsberger Mitte/LM) konnte sich nicht vorstellen, dass die neuerliche Bebauung – selbst mit Sicherungsmaßnahmen – ohne Folgen bleiben werde. „Der ganze Lechhang ist als Einheit zu betrachten. Irgendwo geht das Wasser hin.“ Er glaube nicht, so Flörke, „dass niemand geschädigt wird“.

Dass der Bauherr zur Errichtung von stufenartig geplanten Terrassen und ebenen Grünflächen drei Meter tiefe Abgrabungen beantragt hatte, sah auch die Bauverwaltung kritisch. Zulässig wäre eine Tiefe von höchstens 50 Zentimetern, und auch das nur ausnahmsweise. „Eine Reduzierung wäre hier dringend wünschenswert“, hieß es im Sachvortrag. Die Verwaltung schlug als Kompromiss eine Tiefe von zwei Metern vor. „Das ist gerade noch gangbar“, befand Katja Kaus, Leiterin des Referats für die technische Bauaufsicht.

Widerspruch kam unter anderem von Franz Daschner (fraktionslos). „Die Terrassen sind eine Katastrophe“, sagte der Pitzlinger Ortssprecher. Zum einen ärgerte ihn der massive Vorstoß in die Grünzone außerhalb des Baufensters, zum anderen die geplanten Stege vom Gebäude zu den Freibereichen. „Wo ist da noch der dörfliche Charakter?“ Er wies außerdem auf die ohnehin schon prekäre Parksituation in der Seestraße hin, die durch die Neubauten noch verschärft werde.

Auch die SPD-Fraktion wollte bei dem Kompromissvorschlag nicht mitgehen. „Wir sollten uns an den Bebauungsplan halten“, so deren Vorsitzender Dieter Völkel. Für die CSU sagte Petra Ruffing: „Wenn der Hang gesichert ist, sind die Terrassen in Ordnung.“ Niemand ziehe schließlich ins Grüne, um dann nicht im Freien sitzen zu können.

Der Kompromissvorschlag fand eine 8:5-Mehrheit. Die Verwaltung ist damit beauftragt, gemeinsam mit dem Antragsteller eine Überplanung der Freibereiche zu erarbeiten. Die Genehmigung für eine Abgrabung von maximal zwei Meter Tiefe wird in Aussicht gestellt. Einstimmig genehmigte der Bauausschuss eine geringfügige Überschreitung der Gebäudelänge sowie eine leichte Abweichung von den Abstandsflächen.

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