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Ein Pitzlinger segelt mit Frau und Kind um die Welt - jetzt hat er ein Buch geschrieben

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Von: Susanne Greiner

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Weltumseglerfamilie Finkbeiner „on board“: Riki (rechts), die kleine Kira (Mitte) und Martin.
Weltumseglerfamilie Finkbeiner „on board“: Riki (rechts), die kleine Kira (Mitte) und Martin, der jetzt ein Buch geschrieben hat – natürlich eine Abenteuergeschichte. © Finkbeiner

Pitzling/Karibik – Drei Pitzlinger segeln um die Welt: Riki, Martin und Kira Finkbeiner – letztere gerade mal eineinhalb Jahre alt. Seit 2018 sind sie mit diversen Umwegen auf der „aracanga“ – inzwischen der „aracanga2“ – von Deutschland via Westafrika nach Grenada gesegelt. In den nächsten Jahren will die junge Familie weiter in Richtung Westen segeln. Hört sich an wie ein Traum, ist aber Realität. Der Phantasie Martins entsprungen ist hingegen das Buch „Elmo und das geraubte Blau“: eine Abenteuergeschichte auf See für Kinder und erwachsene Klabautermänner.

Auch die Hauptfigur des Buches, Elmo, ist ein Klabautermann. Da sein Schiff untergegangen ist, lebt er im Städtchen Kapkap. Aber eines Tages spielt ihm das Schicksal ein neues Boot in die Hände – und er bricht auf in die weite Welt. Doch finstere Mächte bringen Verderben über den Ozean. Auch Elmos Freundin, die Meeresprinzessin Sira, gerät in Gefahr. Zusammen mit seinen Freunden stellt Elmo sich gegen die Panzerechse Leviathan, den Feind des ozeanischen Gleichgewichtes. Das Abenteuer kann beginnen.

„Genau wie der Protagonist der Geschichte bin ich am liebsten auf dem Wasser“, sagt Martin. In seiner Geschichte, in die er zwei Jahre lang fast jeden Tag ein paar Stunden investiert hat, verarbeite er auch Erlebnisse der Reise: „Wunderbar-magische Segeltage, aber auch hässliche Stürme“, erzählt der 36-Jährige. Ein Thema, das ihnen tagtäglich begegne, sei die Zerstörung der Ozeane, durch Überfischung, Vermüllung, steigende Temperaturen. „Das ist einer der zentralen Punkte des Buches: der ‚Raub des Blaus‘“, erklärt Martin den Titel. Ein anderes Thema ist der „menschenunwürdigen Umgang mit Flüchtlingen an der Mittelmeerküste“, etwas, das den dreien vor allem in Westafrika oft begegnet sei. „Ein bedrückendes Erlebnis war, als eine orange Rettungsweste im westlichen Mittelmeer an unserem Boot vorbeigetrieben ist, zweifelsohne von einem Flüchtlingsboot“, erzählt Martin. Um so bedrückender, da sie selbst überall freundlich empfangen worden seien.

Seine Figuren seien aber rein seiner Phantasie entsprungen. Nur ein paar Namen habe er entlehnt, zum Beispiel die der Meereskönige Ragnar und Silja, den Eltern einer Familie aus Norwegen, die sie kennengelernt haben. Kennengelernt haben sie auch Karin Schneider, die das Buch illustriert hat: in Marokko, von wo aus sie gemeinsam in den Senegal und nach Gambia segelten.

„Uns gefällt die grenzenlose Freiheit und das damit verbundene einfache Leben“, schwärmt Martin. „Wir sind ziemlich autark, produzieren Trinkwasser, machen unseren Strom und können arbeiten, von wo aus wir wollen.“ Kira kam zu Hause auf die Welt, zog aber schon im Alter von fünf Monaten auf die „aracanga“. Das Leben mit kleinem Kind an Bord funktioniere gut, wie zu Hause. „Ins Beiboot zu steigen und zum Strand zu fahren ist für Kira wie für andere Kinder mit dem Auto in die Kita zu fahren.“

Und wie geht es weiter? Die Zukunft ist offen. „Wo wir in einem Jahr sein werden, ist ungewiss“, sagt Martin. Allerdings gibt es für sie ein Limit: die Schulpflicht. „Spätestens in sechs Jahren werden wir wohl wieder zu Hause sein.“

Wer in Martin Finkbeiners „Elmo und das geraubte Blau“ reinlesen möchte, kann das hier tun: www.epubli.de/preview/115867. Unter www.ahoi.blog gibt es weitere Infos dazu – und auch die Erlebnisse der jungen Familie auf See. Das 232 Seiten lange Taschenbuch mit wunderschönen Illustrationen von Karin Schneider gibt es bei epubli, das eBook bei Kindle und amazon.

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