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Beschluss für ein Dokumentationszentrum am ehemaligen KZ-Außenlager VII

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Von: Ulrike Osman

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Bunker des ehemaligen KZ-Außenlager VII
Auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers VII soll ein Dokumentationszentrum entstehen. © Archivfoto: Deiler

Landsberg– Die Stadt will die Errichtung eines Dokumentationszentrums auf dem Gelände des ehemaligen KZ-Außenlagers VII ermöglichen. Ein entsprechender Grundsatzbeschluss, mit dem man endlich positive Zeichen setzen will, fiel im Stadtrat einstimmig.

Ein Lernort zur Wissensvermittlung und zum Gedenken soll nach dem Willen der Europäischen Holocaustgedenkstätte Stiftung e.V. auf dem Gelände an der Erpftinger Straße entstehen. Nur hier sind noch Spuren des ehemaligen KZ-Lagerkomplexes Kaufering in Form von Bau- und Bodendenkmälern erhalten, dabei handelte es sich um das größte Außenlagersystem des Konzentrationslagers Dachau.

Der zwischen Juni 1944 und April 1945 bestehende Lagerkomplex war Bestandteil eines Bauprojektes zur Errichtung von Großbunkern, in denen Jagdflugzeuge produziert werden sollten, um die Luftwaffe in der Endphase des Krieges aufzurüsten.

Der Lagerkomplex war damit unmittelbarer Bestandteil der Rüstungs- und Kriegsstrategie des NS-Regimes, der eine Wende im Kriegsverlauf erzwingen sollte. Zu diesem Zweck wurden jüdische Häftlinge ins Reichsgebiet deportiert und unter erbärmlichsten Verhältnissen zur Arbeit gezwungen.

Daran, dass diese Konzentrationslager für die Erinnerungsarbeit – auch überregional – eine wichtige Rolle spielen, besteht heute kein Zweifel mehr. Oberbürgermeisterin Doris Baumgartl (UBV) hatte bereits im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss vor einigen Wochen betont, sie halte es für die Aufgabe der Stadt, hier endlich tätig zu werden und das Thema voranzubringen.

Das Bebauungsplanverfahren zur Schaffung der planungsrechtlichen Voraussetzungen für einen Gedenkort soll verwaltungsintern durch die Stadt betreut werden.

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