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Irene Bleicher übernimmt in Erpfting die Stelle als Seniorenmanagerin 

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Von: Andrea Schmelzle

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Seniorenmanagerin Irene Bleicher
Als Seniorenmangerin wird sich Irene Bleicher um altersgerechte Strukturen in Erpfting kümmern. © Schmelzle

Landsberg – Erpfting hat eine „Seniorenmanagerin“: Seit Anfang Juli kümmert sich Irene Bleicher um die Belange der älteren Menschen ihres Dorfes. Dafür hat die Stadt Landsberg eine halbe Stelle geschaffen, die durch Fördermittel des Freistaates mitfinanziert wird. Übergeordnetes Ziel: kommunale Strukturen schaffen, um alten Menschen so lange wie möglich ein selbstbestimmtes Leben in ihrer gewohnten Umgebung zu ermöglichen.

Schon seit einigen Jahren ist die 59-jährige ausgebildete Krankenschwester in Erpfting tätig – ehrenamtlich. 2018 gründete sie gemeinsam mit Annemarie Rötzer und Sissy Kratzer die Nachbarschaftshilfe, die erst kürzlich ein Verein geworden ist. Jetzt will sich Bleicher auf die Bedürfnisse der Senioren konzentrieren. Dabei komme ihr zugute, dass sie den Ortsteil gut kenne und über zahlreiche Kontakte zu den Bewohnern im Ort verfüge, so Oberbürgermeister Doris Baumgartl bei der offiziellen Vorstellung der Seniorenmanagerin vergangenen Donnerstag.

Irene Bleicher, die drei Kinder und bald schon vier Enkelkinder hat, wohnt schon seit 27 Jahren im Ortsteil Erpfting. Seitdem sei sie in vielen Vereinen tätig gewesen, erzählt sie, und habe auch so einige Erfahrungen in der Seniorenhilfe gesammelt: etwa Weiterbildungen in dem Bereich absolviert, sich um alte Menschen mit Demenz gekümmert, Gespräche mit Angehörigen und Personal geführt.

Als frisch gebackene Seniorenmanagerin möchte sie sich vor allem darum kümmern, die Lebensqualität älterer Menschen künftig zu verbessern. „Nach der Isolation durch die Corona-Pandemie sehe ich es als enorm wichtig, wieder Möglichkeiten für Begegnungen zu schaffen, die Gemeinschaftskultur zu fördern“, sagt sie. „Viele soziale Kontakte seien eingeschlafen. „Busreisen, Kinobesuche und andere Veranstaltungen sollen dabei helfen, die Vereinsamung zu vertreiben und dem Leben wieder Farbe zu geben.“

Ein weiterer Schwerpunkt sollen gemeinsame Gespräche bilden, bei denen es um individuelle Unterstützungsleistungen geht: „Die aktuellen Lebenssituationen unterscheiden sich stark voneinander“, so Bleicher. Der eine benötige vielleicht Hilfe durch einen Bügeldienst, andere möglicherweise Unterstützung beim Kochen und Essen. Beeindruckt zeigt sich Bleicher auch von den unterschiedlichsten Fähigkeiten, die viele Menschen in Erpfting hätten: „Wir haben jemanden, der Geschichten und Fotos sammelt“, erzählt sie. „Ein Tag mit ihm – und er kann sein ganzes Wissen weitergeben, damit Traditionen wachhalten und überliefern.“ Zudem möchte die 59-Jährige die Arbeit mit Vereinen intensivieren. Aber nicht nur um soziale Aspekte gehe es, sondern auch um Themen wie Wohnen im Alter und medizinische Versorgung.

Hinter all diesen Aktivitäten steht ein ganzes Konzept mit dem Ziel, so lange es geht, ein selbstbestimmtes Leben im Alter zu führen. Dieses Konzept lehnt sich an den Zielkatalog der kommunalen Gesamtstrategie und an das seniorenpolitische Gesamtkonzept an. Damit soll dem vorhandenen Pflegenotstand sowie dem künftigen Pflegebedarf ein lokales, pragmatisches und effizientes System im sozialen Nahraum entgegengesetzt werden.

Übergeordnetes Ziel: Infrastruktur und Angebote im Dorf für die ältere Generation, aber auch für andere hilfebedürftige Menschen so zu optimieren, dass sie möglichst lange in der gewohnten Umgebung und Heimat bleiben können.

Die Stelle der Seniorenmanagerin wird durch das Bayerische Sozialministerium im Rahmen der SeLa-Förderung (Selbstbestimmtes Leben im Alter) gefördert, ebenso wie die Tätigkeit von Annette Geiger, die Irene Bleicher als Coach zur Seite steht. In der demographischen Entwicklung wachse der prozentuale Anteil der über 65-Jährigigen stetig an, meint Geiger. Ein großer Bedarf sei für solche Strukturen, die zum Wohle des gesamtgesellschaftlichen Vorankommens geschaffen werden müssten, erkennbar – ein wichtiger Aspekt auch in der Demenz- und Depressionsvorsorge.

Ein „Leuchtturmprojekt für den ganzen Landkreis“, findet der in Erpfting lebende Landsberger Stadtrat Markus Salzinger (UBV). Die vertraute Umgebung sei wichtig für Senioren, meint Baumgartl. „Gerade dörfliche Situationen wie in Erpfting bieten Sicherheit und stehen für Lebensqualität“. „Ich wünsche mir, dass wir ein solches Konzept auch möglichst schnell in Landsberg umsetzen können.“

In Erpfting wird Irene Bleicher schon bald ihr Büro in der „Alten Schule“ beziehen. Und von hier aus ihre vielen Ideen anstoßen, koordinieren und umsetzen.

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