Jasmin Janning - Leeder - Torfrau
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Den Ball hat sie sicher: Torhüterin Jasmin Janning aus Leeder, die dank intensiver Nachwuchsarbeit beim TSV Murnau ihre Technik zunehmend verbessert.

Fußball-Talent aus dem Fuchstal

Jasmin Janning, eine Torfrau mit Talent und Ambitionen

  • VonJohannes Jais
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Fuchstal – Ihr Talent als junge Fußballerin und vor allem als Torhüterin hat sie schon in einigen Mannschaften unter Beweis gestellt: Jasmin Janning aus Leeder. Nach Statio­nen beim SV Fuchstal und bei der inzwischen aufgelösten JFG Lechrain geht sie derzeit beim TSV Murnau in die dritte Saison. Dieser Verein macht im Oberland durch seine intensive Nachwuchsarbeit von sich reden.

Dass die ehrgeizige 16-Jährige aus dem Fuchstal zu den besten Nachwuchsspielerinnen im Freitstaat gehört, zeigt sich auch daran, dass sie bei den Mädchen und jungen Frauen wiederholt in die Bayern-Auswahl berufen worden ist. Diese 18-köpfige U19-Formation weilte zusammen mit talentierten Spielerinnen aus Baden-Württemberg Anfang September drei Tage in einem Camp an einer Sportschule nahe Ulm. Janning war nun schon das dritte Mal dabei. Es diente der Vorbereitung auf den Ländervergleich, der in Duisburg stattfindet. Seit sie elf Jahre ist, hat die Fuchstalerin jedes Jahr zwei- bis fünfmal mit der Bayern-Auswahl verbracht.

Anders als in dem Camp hat die Fuchstalerin im Training und im Punktspielbetrieb hauptsächlich mit Buben zu tun, die gleichaltrig oder etwas jünger sind. Das wird sich freilich im Herbst kommenden Jahres ändern. Dann wird diese Berechtigung, die nur bis zur B-Jugend gilt, auslaufen, und sie muss sich einer Damenmannschaft anschließen.

Schon haben die Eltern ihre jüngste Tochter – Jasmin hat drei ältere Geschwister – in die Jugend beim SV Fuchstal gegeben. Gerade mal fünf Jahre alt war sie damals. Sieben Jahre lang war das zierliche Mädchen in verschiedenen Nachwuchsteams bei ihrem Heimatverein als Verteidigerin und im Mittelfeld aufgelaufen. Sie war dabei nicht das einzige Mädchen. Ralf Klein und Manfred Tasler waren ebenso Trainer wie Markus Prinzing, der „mich richtig geformt hat“, wie die 1,73 Zentimeter große Keeperin heute resümiert. Jürgen Hartmann war ihr erster Torwarttrainer im Fuchstal.

Auf die fußballerische Zeit im Lechrain – der Sportplatz ist nur knapp einen Kilometer vom Haus der Familie Janning entfernt – folgte eine Saison bei der Jugendfußballgemeinschaft (JFG) Lechrain in Issing. Dort wurde Jasmin vorwiegend als Feldspielerin eingesetzt und kaum im Tor.

Lust auf Auswahl?

Ein Jahr danach dann der Wechsel zum TSV Murnau. Der Verein hatte – von einer Trainerin aus der Bayern-Auswahl auf Jasmin aufmerksam gemacht – bei Familie Janning angerufen. Trotz des weiten Fahrweges und der vielen Trainingszeiten war klar, dass die Tochter sich diese Chance zur sportlichen Fortentwicklung nicht entgehen lassen sollte.

Vor der Corona-Pandemie und nachher mit den Lockerungen in diesem Jahr sind für die 16-jährige Schülerin, die das Ignaz-Kögler-Gymnasium in Landsberg besucht und im September in die 11. Klasse kommt, vier Trainingseinheiten und ein Spiel pro Woche angesagt. Ein enormer zeitlicher Aufwand und viele Kilometer. Da kommen wöchentlich allemal 450 Kilometer zusammen. Denn vom Fuchstal bis Murnau sind es immerhin 55 Kilometer.

Seit drei Monaten hat die 16-Jährige den A1-Führerschein. So kann sie bei schönem Wetter selbst mit dem Krad zum Training fahren. Zuvor mussten die Eltern meist den Chauffeur machen. Der 50-jährige Vater, der Berufssoldat ist und als Kfz-Meister bei der Bundeswehr in Lagerlechfeld arbeitet, unternimmt manchmal mit dem Rad eine Fahrt rund um den Staffel­see, während die jüngste Tochter trainiert. Oder er verbringt mit seiner Frau die Zeit derweil in der Marktgemeinde. Die Jannings sind überzeugt: Der Aufwand und der Einsatz rentieren sich.

Mehr noch: Frank Janning sieht die Zeit in Murnau als wichtige Station für den Werdegang seiner Tochter, die sich nächstes Jahr einer Damen-Regionalligamannschaft anschließen und später sogar professionell einsteigen möchte. Besonders würdigt der Vater den Murnauer Torwarttrainer Günter Hornung – „eine Koryphäe“. Der Coach sei schon 72 Jahre alt, könne aber der 16-Jährigen und anderen angehenden Keeperinnen so viel Torwart-Technik beibringen.

Bessere Sprungtechnik

Das Abfangen von Flanken habe sie verbessern können, präzisiert Jasmin, die sich beim KREISBOTEN-Interview ebenso wie bei den Fotoaufnahmen auf dem Sportplatz in Fuchstal im neon-orangenen Shirt und gleichfarbiger Hose präsentiert. In der Sprungtechnik habe sie Fortschritte gemacht, sagt sie. Wie? Indem sie nicht nur aus den Oberschenkeln heraus die Kraft „zieht“, sondern dafür auch die Hüfte einsetzt.

Viel Zeit außer für Schule und für Fußball verbleibt dem Mädchen, das erst nach 21 Uhr vom Training heimkommt, nicht mehr. Die Tage (Aufstehen um 5.30 Uhr, der Schulbus fährt schon gegen 6.30) sind ausgefüllt. In der Schule sei das Fußballspielen nur selten ein Thema, schildert die Jugendliche, die als Lieblingsfächer Sport, Mathe und Biologie nennt. Was sie sonst noch macht? Radeln und Laufen. Und mit ihrer älteren Schwester Yvonne, die früher selbst in einer Mädchenmannschaft gespielt hat, ab und zu mit zum Pferd in den Reitstall nach Asch fahren.

Das Lieblingsgericht der aufstrebenden Fußballerin? „Salat mit Putenstreifen“, antwortet Jasmin und schaut zu ihrem Papa hinüber. Der schmunzelt und ergänzt offen und ehrlich: Nach einer anstrengenden Trainingseinheit darf’s dann „auch mal ne Pizza sein“.

Quelle: Kreisbote

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