Grundschule Katharinenvorstadt Landsberg
+
Der Antrag der Grundschule in der Katharinenvorstadt in Landsberg auf Erhöhung der JaS-Stlle wurde abgelehnt.

Jugendhilfe an Schulen im Landkreis Landsberg

Jugendhilfe objektivieren - Wer bekommt wie viel JaS?

  • Susanne Greiner
    VonSusanne Greiner
    schließen

Landkreis – Die Grundschule in Erpfting hat als letzte der Landsberger Schulen die Jugendsozialarbeit an Schulen, kurz JaS, beantragt und für September 2022 bewilligt bekommen. Drei weitere Schulen im Landkreis beantragen derweil schon eine Aufstockung des offenbar stark nachgefragten Angebotes. Um solche Erweiterungsanträge objektiv und möglichst für alle Schulen gleich entscheiden zu können, legte der Jugendhilfeausschuss vergangene Woche Richtlinien fest – nach denen die Grundschule in der Katharinenvorstadt keine Ausweitung der bestehenden JaS-Stelle erhält.

„Wir wollen nicht in einer 1:1-Betreuung enden“, malte Landrat Thomas Eichinger in der Sitzung den ‚Teufel‘ an die Wand. Wobei er die Zuständigkeit für die JaS eigentlich beim Staat verorte, sie demnach auch über den Kultussektor finanziert werden sollte.

Deshalb müsse sich der Landkreis fragen, was hier finanzierbar sei. Um die Entscheidungen jeweils objektiv treffen zu können – impulsiv wolle man jeden Antrag erst einmal bejahen, so Eichinger –, solle eine „natürliche Empfehlung“, eine „Zahlenbasis“ geschaffen werden. Vorgeschlagen wurde die Kennzahl Schülerzahl. Zudem wolle man den Schultyp berücksichtigen, da erfahrungsgemäß an der Mittelschule mehr JaS-Bedarf sei als an Grund- oder Realschulen.

An der Grundschule stehen demnach 12,5 Schüler für eine JaS-Wochenstunde, an der Mittelschule zehn Schüler und an der Realschule 25 Schüler. Die Zahlen beruhten auf „langjährigen, eigenen Erfahrungen“, ist in der Sitzungsvorlage zu lesen.

Dass an der Realschule weniger JaS-Unterstützung nötig sei, liege an der höheren Bereitschaft der Eltern der Realschüler, andere Angebote wie beispielsweise den Schulpsychologen oder die SOS-Beratungsstelle anzunehmen. Auch bei der Wiederbesetzung einer JaS-Stelle solle der neue Schlüssel beachtet werden. Wenn eine Schule die Aufstockung dennoch durchführe, müsse sie die zusätzlichen Kosten selbst stemmen.

Für Berufs- und Förderschulen sollen die Kennzahlen nicht gelten, da hier ein Vergleich nicht möglich sei – es gibt davon jeweils nur eine im Landkreis Landsberg. In Gymnasien und der FOS/BOS-Schule sei kein Einsatz von JaS möglich, da hier der Staat nicht fördere.

Felix Bredschneijer (SPD) hakte nach, ob bei dieser Generalisierung nicht „Äpfel mit Birnen“ verglichen würden. Man brauche eine „Möglichkeit zur Abweichung“, beispielsweise wenn wie bei der Landsberger Grundschule in der Katharinenvorstadt der Migrationsanteil der Schüler weitaus höher liege als der in kleineren Grundschulen auf dem Land. Jugendhilfe sei seiner Meinung nach „nicht objektivierbar“. Deshalb sprach sich Bredschneijder auch für den Antrag der Katharinenschule auf Erhöhung der JaS-Stelle um zweieinhalb Wochenstunden aus. Allerdings sei der Migrationsanteil an der Platanenschule zum Schuljahresbeginn mindestens ebenso hoch, warf Schulamtsleiterin Brigitte Sulzenbacher ein. Zudem gehe es in der Katharinenschule vor allem um die Mittagspausenbetreuung, „und dafür ist JaS nicht zuständig“.

Der Antrag der Grundschule in der Katharinenvorstadt wurde vom Jugendhilfeausschuss mit 6:6 Stimmen abgelehnt. Die beiden anderen Anträge der Johann-Winkelhofer- und der Wolfgang-Kubelka-Realschule wurden, mit Änderungen, angenommen: Die JWR in Landsberg beantragte eine Erhöhung auf 25 Wochenstunden, bekam aufgrund der hohen Schülerzahl (977) vom Ausschuss sogar 39 Wochenstunden zugesprochen. Die WKR in Schondorf beantrage eine Erhöhung auf 25 Wochenstunden und bekam 23 zugesprochen.

Quelle: Kreisbote

Auch interessant

Kommentare