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Uttings Fußballer feiern ihr bestes Jahr

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Von: Thomas Ernstberger

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TSV Utting - Fußball
Überwintern auf Platz 3 der Kreisliga Zugspitze 2: die Fußballer des TSV Utting. © FKN

Utting – Erst der hochverdiente Aufstieg in die Kreisliga, jetzt der tolle 3. Platz, auf dem der TSV Utting in der neuen Spielklasse überwintert: 2021 war das erfolgreichste Fußball-Jahr in der Vereinsgeschichte des TSV Utting. Die Mannschaft von Trainer Peter Bootz ist aktuell nach Bayernligist TSV Landsberg und den beiden Bezirksligisten VfL Kaufering und VfL Denklingen mit 32 Punkten sogar die „vierte Kraft“ im Landkreis Landsberg. 

Damit rangiert Utting noch vor dem FC Penzing (Tabellen­vierter mit 26 Punkten) und Jahn Landsberg (Rang 12 mit 17 Punkten). Für den erfahrenen Coach, der im Sommer 2019 zum dritten Mal das Ruder übernommen hat und zu „seinem“ 1992er-Jahrgang, den er schon in der Jugend trainiert hat, zurückgekehrt ist, ist das allerdings kein Grund zum Abheben: „Eine schöne Momentaufnahme, mehr nicht.“

Nach dem „historischen“ Aufstieg (Utting war 1976 zum letzten Mal in der „alten A-Klasse“, die jetzt Kreisliga heißt, vertreten) hakelte es bei den Ammersee-Fußballern erst ein wenig. Nach dem 1:6-Debakel am zweiten Spieltag gegen Bernbeuren, als der Neuling ordentlich Lehrgeld bezahlen musste, stellte Trainer-Fuchs Bootz taktisch ein wenig um. „Das war die richtige Entscheidung, der Schlüssel zum Erfolg“, sagt er. Denn dann lief’s. Drei Siege am Stück, dabei das 2:1 gegen Penzing, der erste Dreier nach dem Aufstieg: Utting war in der Kreisliga angekommen.

Überragend schließlich die Serie, mit der das Team um Kapitän Manuel Bauer das Jahr 2021 beendete. Sieben Spiele ohne Niederlage, darunter sechs Siege. Der Coach: „Eine tolle Leistung meiner Jungs.“ Damit sicherte sich Utting vorerst mal Platz 3 in der Kreisliga Zugspitze, drei Zähler hinter dem TSV Peiting und punktgleich mit dem VSST Günzlhofen.

Das Geheimnis des Uttinger Erfolgs? „Das Kollektiv“, sagt Bootz. „Wir sind gut organisiert, lassen hinten – von Bernbeuren abgesehen – sehr wenig zu und haben vorne die Stürmer, die die Tore machen.“ Das sind Manuel „Mucki“ Eichberg und Jonathan Krukow, die zusammen 24 der 33 Uttinger Buden gemacht haben. Eichberg traf 13 Mal, Krukow netzte elf Mal ein.

Manuel Eichbert - TSV Utting
Macht mit Jonathan Krukow die meisten Tore für den TSV Utting: Manuel „Mucki“ Eichberg. © FKN

Beide Goalgetter spielten unter Peter Bootz schon beim SV Raisting. Da holte er sie aus der Zweiten zum Landesliga-Team hoch. „Die beiden können einfach Tore“, lobt der Trainer sein Offensiv-Duo. Und noch einer kann beim TSV Tore: Der Mann, der sie eigentlich verhinden soll. Keeper Ruben Streicher gelang beim 2:2 gegen Fürstenfeldbruck in der Nachspielzeit der Ausgleich. „Ein Highlight der Saison“, erinnert sich Bootz. Und erklärt: „Da konnte der Ruben seine Qualitäten als gelernter Feldspieler unter Beweis stellen.“

Ein dickes Lob gibt’s auch für die Uttinger Defensive um Abwehrchef Fabian Klingl: „Wenn wir die sechs Gegentore gegen Bernbeuren abziehen, haben wir nur 19 Treffer zugelassen. Das ist ein Top-Wert in dieser Liga.“ Und noch eine Wertung macht den Trainer froh: „Wir hatten aus der Vergangenheit ein schlechtes Image. Jetzt sind wir Vierter in der Fairplay-Tabelle. Auch da sind wir auf einem guten Weg.“ Ein Wort zu den Unparteiischen: „In der Kreisliga haben wir nicht nur bessere Gegner, sondern auch bessere Schiedsrichter. Das macht echt mehr Spaß. Auch deshalb hat sich der Aufstieg gelohnt.“

Als Aufsteiger starker Dritter – Hand aufs Trainer-Herz: Träumt man da manchmal nicht sogar von der Bezirksliga? Bei dieser Frage bleibt Bootz ganz cool: „Träumen dürfen die Spieler und das Umfeld. Ich kenne mich im Fußball aus und weiß, wo wir hingehören. Ich habe viele Spieler, die lange in der A-Klasse und in der Kreisklasse gespielt haben. Da sind andere Teams vom Kader her doch besser besetzt als wir“, weiß der Übungsleiter, der selbst mehr als 200 Landesliga- und Bayernligaspiele für Wacker München, Türk Gücu München, den SC Fürstenfeldbruck und den FC Augsburg bestritten hat und insgesamt schon auf 15 Trainer-Jahre in Utting zurückblicken kann.

Bootz-Triple

Ungewöhnlich, aber ebenfalls ein Teil des Erfolgs ist das „Bootz-Triple“. Der Trainer und seine beiden Söhne Valentin und Fabian sind in Utting erstmals gemeinsam bei einem Verein. Und die Jungen hängen sich beim Papa voll rein: „Vale“ ist mit der Teilnahme an 66 von 72 möglichen Einheiten (Training und Spiele) Spitzenreiter vor Bruder Fabi und Kapitän Bauer (beide 65).

Was bringt die Zukunft, das neue Jahr? Mit den Zwillingen Stefan und Christian Rid von A-Klassen-Spitzenreiter MTV Dießen, Danny Thomas (Bärenkeller Augsburg) und Juri Gölitz (TSV Gilching U19) stehen bereits vier Neuzugänge fest. „Damit bringen wir mehr Breite, aber auch noch mehr Qualität in den ohnehin starken Kader“, sagt Bootz.

Zwei Monate haben die Uttinger Jungs jetzt Urlaub vom Fußball. Am 14. Februar steht das erste Training 2022 auf dem Programm. Bis zum ersten Punktspiel in Günzlhofen (27. März) ist dann sechs Wochen Zeit für die Vorbereitung. Sieben Testspiel-Gegner stehen auch schon fest: Waldeck München, Gilching II, Perchting-­Hadorf, Oberalting, Alling, Murnau und Habach. Alles, um die Erfolgsgeschichte auch 2022 fortzusetzen. Bootz: „Wir wollen bei eigenem Ballbesitz noch selbstbewusster auftreten. Und so lange wie möglich unter den ersten Fünf bleiben.“

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