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Nur Spontane dürfen auf die Straße

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Von: Toni Schwaiger

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Landsberg bleibt bunt - Februar 2020
Wie schon anlässlich eines AfD-Infostandes im Februar 2020 will die Gruppe „Landsberg bleibt bunt“ am Montag ein Zeichen setzen - eventuell entlang des „Spazierweges“. © FKN

Aktualisierung: Gegendemonstration von Landsbergbleibtbunt genehmigt
Landsberg - Am Sonntagnachmittag hätten sich beide Parteien auf Initiative der stellv. Landrätin Margit Horner-Spindler erneut getroffen, um „eine gemeinsame Lösung zu finden“, meldet die Landsberger Initiative in einer Pressemitteilung. Man verstehe die Absicht des Landratsamts und der Polizei, eine Eskalation verhindern zu wollen. Dennoch müsse es möglich sein, „ein klares Statement“ angesichts der Demonstration der Maßnahmengegner zu setzen. Das Landratsamt habe zugesagt, einen Bescheid für „eine große Versammlung um 17:45 Uhr auf dem Georg-Hellmaier-Platz sowie an einem weiteren prominenten Ort“ am Montag zu senden. Das Landratsamt bestätigte die Genehmigung der Demonstration ebenfalls mit einer Pressemitteilung.

An dem Gespräch hätten neben Horner-Spindler auch die Einsatzleiterin der Polizei, der Pressesprecher des LRA Wolfgang Müller, die Leiterin der Abteilung für Öffentliche Sicherheit und Ordnung Maria Matheis und aus der gleichen Abteilung Frank Schumacher teilgenommen.

Landsberg– Spontan oder nicht? Das ist die entscheidende Frage wenn es darum geht, ob jemand am kommenden Montag seine Meinung im Herzen Landsbergs kundtun darf oder nicht. Jene, die sich angeblich spontan zu einem Spaziergang wider die Corona-Maßnahmen treffen, dürfen es von Amts wegen. Doch jenen, die sich ihnen mit viel Symbolkraft in den Weg stellen wollen, bleibt es verwehrt. Die Gruppe „Landsberg bleibt bunt“ (LBB) darf am Montagabend nicht auf die Straße. Ist ja auch nicht spontan, sondern angemeldet. Das Landratsamt lässt die Gegendemonstration nicht zu. Das Gefährdungspotenzial sei zu hoch.

Die Enttäuschung nach der Abfuhr durch die Kreisbehörde ist in den LBB-Reihen riesengroß. Im Rahmen einer ordnungsgemäß angemeldeten Versammlung wollte man sich in der Fußgängerzone Ludwigstraße auf Höhe des Pfarrzentrums den Spaziergängern entgegenstellen. In Form eines Quadrates mit reichlich Abstand zueinander wollte ihnen „Landsberg bleibt bunt“ aufzeigen, dass dieser Weg nicht so einfach zu beschreiten ist, erklärt LBB-Sprecher Markus S.. Auf die Nennung seines Familiennamens bittet er zu verzichten, „man weiß ja nie“, deutet er ein gewisses Gefährungspotenzial an.

Doch das Ansinnen der Landsberger Gruppe kam bei den Verantwortlichen von Kreisbehörde und Polizei nicht gut an. Im Rahmen einer Besprechung unter der Leitung von Vize-Land­rätin Margit Horner-Spindler in Vertretung von Thomas Eichinger wurde der Antrag abgelehnt und den LBB-Vertretern auch entsprechend begründet. Vor allem im möglichen Aufeinandertreffen der beiden Gruppen sehe man eine erhöhte Gefährdungslage. Ohnehin wollte die Polizei den Quadratriegel mit ausreichend Platz zum Vorbeigehen an beiden Seiten so nicht stehen lassen. Sie schrieb der Engstelle ein besonderes Konfliktpotenzial zu und machte deutlich: Im Falle einer Konfrontation würde die Demo aufgelöst – für den ungehinderten Spaziergang.

„Wir waren nach der Besprechung und dem Nein für unsere Demo echt schockiert“, sagt Manuel S., „das ist alles sehr frustrierend und befremdlich.“ Die Flinte ins Korn werfen will man bei „Landsberg bleibt bunt“ aber nicht. Irgendwie will man doch noch Gegenwehr leisten, ein Zeichen setzen – mit einem geänderten Antrag für die Montagsdemo.

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