1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landsberg

Der Mietvertrag der Flüchtlingsunterkünfte Iglinger Straße endet im Dezember

Erstellt:

Von: Andrea Schmelzle

Kommentare

Containerunterkunft in der Iglinger Straße.
Wird nach Ablauf des Mietvertrages zum Ende des Jahres abgebaut: Die Flüchtlingsunterkunft in der Iglinger Straße. Eigentümer des Grundstücks ist der Freistaat Bayern. © Schmelzle

Landkreis – Die Flüchtlingsunterkünfte in der Iglinger Straße werden bald Geschichte sein. Nach zweijähriger Verlängerung endet der Mietvertrag zum 31. Dezember. Schon jetzt bewohne nur noch eine Familie die Unterkunft, berichtet Landsbergs Integrationsbeauftragte Sabine Hey. Alle weiteren Bewohner seien bereits anderweitig untergekommen, ob durch eigene Suche oder durch „Umverteilung“ seitens des Landkreises. Das hat aber zwei Seiten.

„Wir haben schon im August angefangen, die Anwohner in ihre neuen Heime umzuziehen“, erklärt Anna Diem von der Pressestelle des Landrats­amtes Landsberg. Wegen des Termindrucks sei ja eine Dringlichkeit dahinter gewesen. Da schaue man einfach, jeden unterzubringen, ganz unabhängig vom Aufenthaltsstatus. Maximal 60 Personen seien es bei Vollbelegung gewesen, die in den Containern in der Iglinger Straße gelebt hätten, so Diem. Bei dem, was man für die letzten Anwohner als Alternative gefunden habe, sei „alles dabei gewesen“, ob andere Flüchtlingsunterkunft, eigene Wohnung oder Wohngemeinschaft: sei es im Stadtgebiet, im Landkreis oder auch in anderen Landkreisen des Regierungsbezirks Oberbayern.

Man habe dabei versucht, so Diem, alle wichtigen Kriterien zu berücksichtigen. Etwa für diejenigen, die kein Auto haben, in der Nähe eine Bleibe zu finden. Oder den Kindern im September den Schulwechsel zu ermöglichen, weshalb Familien mit Kindern noch vor Einzelpersonen an der Reihe gewesen seien, als es an die „Umverteilung“ ging.

Die letzte derzeit noch im „Container“ wohnhafte Familie ziehe noch im November in eine städtische Wohnung, teilt Hey mit. Für diese Familie sicherlich eine positive Entwicklung, raus aus der Flüchtlingsunterkunft, hinein in eine Wohnung im Stadtgebiet. Denn grundsätzlich seien Unterkünfte, egal welche, „total beengt“, weiß Hey. Küche und Hygiene-Einrichtungen müssten geteilt werden. Es gebe kaum Privatsphäre.

Aber es seien eben immer Einzelschicksale, so Hey. Viele Familien wären gerne in Landsberg geblieben. Etwa, weil sie stadtaffin seien, hier ihre Sprach- und Integrationskurse sowie all ihre sozialen Kontakte hätten. Das sei aber im Zuge der Umverteilung nicht immer möglich gewesen. Auf dem Land sei vieles schwieriger, meint Hey. Das beginne schon mit langen Wegen und schlechten Busverbindungen. Es gibt laut Hey auch viele bereits anerkannte Flüchtlinge, die immer noch in den Unterkünften wohnen: momentan seien es rund 160 Fehlbelegungen. Wohnungsnot sei eben ein großes Thema.

Insgesamt gebe es derzeit 47 dezentrale Unterkünfte im Landkreis. Hinzu komme eine Gemeinschaftsunterkunft von der Regierung Oberbayern in Landsberg. Entsprechend der Einwohnerzahl werde dem Landkreis eine bestimmte Flüchtlingsquote aus den Ankerzentren zugewiesen. Allerdings sei man hier im Rückstand. Im September sei die Aufnahmequote nur zu 84 Prozent erfüllt gewesen. Das bedeute: 153 Personen hätten eigentlich noch aufgenommen werden müssen. Schwierig, wenn die Unterkünfte voll sind. Der Landkreis suche daher nach wie vor Wohnungen für Flüchtlinge und Asylsuchende, so Diem.

Auch interessant

Kommentare