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Marcel Schrötter vor dem Weltmeister im Ziel

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Von: Thomas Ernstberger

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Marcel Schrötter - Moto2-WM
Mit einem 9. Platz schloss Marcel Schrötter in Valencia die Moto2-WM-Saison ab. © Glänzel

Pflugdorf/Valencia – Das ist ein Ergebnis, das am Ende einer alles andere als optimal verlaufenen Saison 2021 Mut macht für 2022. Im letzten Rennen der Moto2-WM im spanischen Valencia fuhr der 28-jährige Pflugdorfer Marcel Schrötter beim achten Saisonsieg des Spaniers Raul Fernandez von Startplatz 13 auf den 9. Platz. Das ist die beste Platzierung des Motorrad-Profis nach der Sommerpause. Neunter war die Nummer 23 zuletzt am 27. Juni in Assen. Und: Schrötter fuhr sogar einen Rang vor dem neuen Weltmeister Remy Gardner (Australien) über die Ziellinie.

Mit Rang 9 und weiteren sieben WM-Punkten sicherte sich der Oberbayer den 10. Platz in der Gesamtwertung. Nach zweimal Rang 8 (2018 und 2019) und Platz 9 im Vorjahr. Kein Wunder, dass er damit nicht zufrieden war, zumal er es erstmals, seit er in der Moto2-WM an den Start geht (und das ist seit 2013), nicht aufs Podium schaffte. „Der 10. Gesamtrang entspricht nicht meinen Vorstellungen. Vor allem, wenn man nach der Sommerpause als Sechster in die zweite Saisonhälfte startet und schon einige Jahre in dieser Klasse fährt. Ich muss mich zwar auf keinen Fall verstecken, aber es ist nicht das Endergebnis, wo ich hin will“, stellt er klar. „Ich muss aber dazusagen, dass wir dieses Jahr nicht zu den Schnellsten gehört haben, sondern viel von meiner Race-Pace gelebt und gerade in der ersten Hälfte viele solide Rennergebnisse eingefahren haben. Und das teilweise von Startplätzen weit hinten aus der sechsten, siebten Reihe kommend. Das zeigt, wie viel Potenzial vorhanden ist. Aber uns fehlt der pure Speed, um im Qualifying ordentlich einen rauszuhauen. Daran müssen wir arbeiten und uns verbessern.“

Zum letzten Rennen, bei dem er zeitweise auf dem 6. Platz lag, sagt der Kalex-Pilot vom Memminger Liqui Moly Intact GP-Team: „Ich habe mich nicht so stark gefühlt und hatte Mühe, sauber zu fahren. Es war nicht unbedingt ein gutes Rennen, es wäre mehr möglich gewesen. Ein Top-Sechs-Resultat war in Reichweite. Deswegen bin ich ein wenig enttäuscht. Zumindest können wir mit einem einstelligen Ergebnis in die Winterpause gehen, das war ein solider Saisonabschluss. Wir haben uns gesteigert und an den letzten zwei Rennwochenenden den angestrebten Aufwärtstrend geschafft. Aber wir müssen im Winter unsere Hausaufgaben machen, damit wir nächstes Jahr von Anfang an unsere gewohnte Form und Stärke ausspielen können.“ Klare Ansage: „Wir müssen wieder zu einem Level aufschließen, mit dem wir regelmäßig unter den ersten fünf oder sechs landen können. Dann kann man auch in der Meisterschaft um eine ordentliche Endplatzierung kämpfen.“

Marcel Schrötter
Moto2-WM-Pilot Marcel Schrötter verneigt sich vor dem großen Valentino Rossi, der am Sonntag seine einzigartige Karriere beendete © Glänzel

Grazie Vale!

Das letzte Rennen 2021 wird der gesamten „Motorrad-Familie“ lange in Erinnerung bleiben. Schrötter: „Es wird für mich unvergesslich, haben doch zwei meiner Idole ihre aktive Rennfahrerkarriere beendet. Neben Valentino Rossi ist auch Tom Lüthi sein letztes Rennen gefahren. Ich habe Toms Karriere schon verfolgt, als ich noch nationale Nachwuchsserien gefahren bin. Er war immer ein Fahrer, auf dem man geschaut hat. Als dann meine eigene WM-Karriere begonnen hat, war Tom insgesamt drei Jahre mein Teamkollege. Er war immer ein sehr angenehmer Partner in der Box. Unsere gemeinsamen Jahre waren schön und sehr lehrreich für mich. Es war wirklich eine Ehre für mich, mit ihm zusammenzuarbeiten. Und was soll ich über Valentino sagen? Ich will mich einfach nur dem ,Grazie Vale‘ anschließen. Was er erreicht und für unseren Sport gemacht hat, verdient höchsten Respekt und Dankbarkeit.“

Schrötter hat jetzt erst mal Urlaub. Die Saison 2022 beginnt am 6. März mit dem Nachtrennen in Katar. Mit 21 Rennen wird sie die längste in der Geschichte der Motorrad-Weltmeisterschaft.

Marcel Schrötter - Helm
Dank ans Team: Marcel Schrötters Helm der Moto2-Saison 2021. © Glänzel

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