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Zwei Spiele, 21 Gegentore, null Punkte

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Von: Dietrich Limper

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Oberliga Süd - HC Landsberg vs. Starbulls Rosenheim
Sowohl die Starbulls aus Rosenheim (helle Trikots) als auch die Blue Devils Weiden waren für die Riverkings (dunkel) eine Nummer zu groß. Die 21 Gegentore vom Wochenende sprechen eine sehr deutliche Sprache. © Teichmann

Landsberg/Weiden – Gegen die beiden Teams, die in der Tabelle der Eishockey Oberliga Süd ganz oben stehen, haben die Riverkings nichts ausrichten können. Das Heimspiel gegen die Starbulls Rosenheim ging am Freitag vor 309 Zuschauern mit 3:11 (1:2;0:4;2:5) verloren. Am Sonntag wurde es beim Tabellenführer Blue Devils Weiden erneut zweistellig. Der HCL unterlag vor der Minuskulisse von 195 Fans mit 1:10 (0:3;1:2;0:5) und behält in der Liga die Rote Laterne. War Riverkings-Coach Fabio Carciola noch vor Wochenfrist hart mit seiner Mannschaft ins Gericht gegangen, schlug er diesmal sanftere Töne an.

Mit Spannung schauten die Fans darauf, ob die Riverkings, nach der harschen Kritik („Balle­rinas“, „keine Gegenwehr“, „tote Mannschaft“) durch ihren Coach, eine Reaktion zeigen würden. Die Trainingswoche verlief, laut Carciola, „sehr gut“, mit „hohem Tempo“ und sei die beste seit einiger Zeit gewesen. Im ersten Drittel schienen sich die Mühen auszuzahlen, denn die Hausherren hielten gut mit. Zwar lagen die Gäste nach zwölf Minuten mit 2:0 in Führung, doch Starbulls-Coach John Sicinski bescheinigte den Riverkings eine solide Leistung: „Landsberg hatte immer wieder gute Chancen und das Spiel war ausgeglichen.“ Ondrej Nedved konnte Sekunden vor der Pausensirene sogar noch auf 1:2 ver­kürzen.

Das 1:3 fiel im zweiten Spielabschnitt zwar schnell, John Sicinski aber sah nur die Riverkings spielen und seine Mannschaft sei komplett ins eigene Drittel gedrängt worden. Es haperte beim HCL mal wieder an der Chancenverwertung und der Coach der Starbulls entschuldigte sich für die weiteren Tore: „Landsberg war am 2:3 dran, aber nach dem 4:1 hatten wir irgendwie einen Lauf und jeder Schuss war ein Tor.“ Und ehe man sich versah, lagen die Gäste nach 40 Minuten mit 6:1 in Front. HCL-Coach Carciola wollte seinem Kollegen nicht widersprechen: „Wir sind sehr konzentriert ins zweite Drittel gegangen und haben wieder einmal die Chancen nicht genutzt. Nach den Gegentreffern sind wir in das alte Muster verfallen.“

Keeper fällt aus

Riverkings-Goalie Michael Güßbacher kam nach der zweiten Pause nicht zurück aufs Eis, sondern blieb verletzt draußen. Vom Verein gibt es noch keine genaue Diagnose, man rechnet aber mit einem längeren Ausfall. David Blaschta sprang in die Bresche und musste noch fünf weitere Gegentreffer hinnehmen. Rosenheim hatte nur 14 Feldspieler gemeldet und denen ging die Luft aus: So kam der HCL noch zu Treffern durch Patrik Rypar (42.) und Frantisek Wagner (47.), aber da war die Partie natürlich längst entschieden und endete schließlich 3:11.

„Ich kann den Jungs keinen Vorwurf machen. Sie haben gekämpft und gewollt, aber anscheinend sind wir mental noch nicht so weit. Mit manchen Situationen können wir noch nicht umgehen“, zog HCL-Coach Carciola Bilanz.

Mit zehn Fans

Dass die Fahrt zum Tabellenführer Blue Devils Weiden nicht leichter werden würde, war abzusehen. Gerade mal zehn tapfere Fans aus Landsberg hatten den weiten Weg in die Oberpfalz auf sich genommen und verdienten sich als Stimmungskanonen den Respekt der anderen 185 Zuschauer. Das erste Drittel ging mit 3:0 an die Hausherren, aber Fabio Carciola hatte seine Truppe noch „wach“ gesehen: „Klar, Weiden war die bessere Mannschaft, aber wir haben gut gestanden.“

Nach dem schnellen 0:4 im zweiten Drittel habe sein Team aber wieder den Kopf und die Konzentration verloren. Der Tabellenführer hatte nur wenig Mühe auf 5:0 zu erhöhen. Jussi Nättinen sorgte nach 23 Minuten mit dem 1:5 für den Ehrentreffer der Riverkings. Im letzten Spielabschnitt konnten die Hausherren nach Belieben schalten und walten und erhöhten mit beängstigender Konstanz auf 10:1. Dass die letzten drei Gegentreffer vom HCL in Unterzahl kassiert wurden, ist dann auch nur noch eine Randnotiz für Statistiker.

„David Blaschta und Jonas Schwarzfischer waren heute unsere besten Spieler“, stellte Fabio Carciola nach der Partie sichtlich frustriert fest, „und jeder kann sich denken, was es bedeutet, dass ich das sagen muss.“ Eine nicht verklausulierte Botschaft an die Routiniers und erfahrenen Neuzugänge im Team. Die Rückfahrt aus Weiden dürfte zu den weniger erfreulichen Reisen der Riverkings gehört haben.

Wie schon in der letzten Saison bröckelt das Selbstvertrauen der Riverkings und ein Erfolgserlebnis ist dringend erforderlich. Da wird die Partie am kommenden Freitag (20 Uhr) zur echten Bewährungsprobe, denn der EHF Passau liegt nur vier Punkte vor dem HCL. Der Druck auf die Mannschaft dürfte gewaltig sein, denn in diesem Match muss ein Sieg her, wenn man in der Tabelle nicht völlig den Anschluss verlieren will. Vielleicht können die HCL-Cracks dann auch den Schwung mit nach Regensburg nehmen, wo am Sonntag (17 Uhr) die Eisbären warten.

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