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Sehnsuchtsvielfalt im Blauen Haus

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Von: Dieter Roettig

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Sehnsucht nach Sein im Blauen Haus Dießen 2022
Kuratorin Dr. Silvia Dobler (links) mit Birgit Roschach, Ute Wild und Alexander Hupfer (oben, v.l.)) sowie Gabriele Rothweiler, Katharina Schellenberger, Tanja Hust und Maria Mayer samt Töchterchen Aurora (unten, v.l.). © Roettig

Dießen – Dass sechs Frauen die Ausstellung „Sehnsucht nach Sein“ dominieren und nur zwei Männer dabei sind, ist laut Kuratorin Dr. Silvia Dobler Zufall. Aus 26 Bewerbungen hat die Leiterin des Schondorfer Rose-Studios nach Vielfalt, Individualität und „künstlerischen Botschaften“ zum Thema eine Auswahl getroffen, die unterschiedlicher nicht sein kann. Ein echtes Highlight der Kreiskulturtage.

Drei Fotokünstlerinnen, vier Malerinnen und Maler sowie eine Textilkünstlerin zeigen noch bis zum 22. Mai (täglich von 14-18 Uhr) im Kulturforum „Blaues Haus“ groß- und kleinformatige Arbeiten, die ihre „Sehnsucht nach Sein“ visualieren. Dobler: „Ich hoffe, dass die bunte, aber auch tiefgründige Schau den Besuchern Freude, Inspiration und positive Gedanken gibt sowie die Sehnsucht nach Sein in vielfältiger Weise beseelt und vielleicht für einen kurzen Moment erfüllt.“

Der Maler Oliver C. Grüner aus Eching bietet ein zeitkritisches Kontrastprogramm, das vom „Problembezirk“ Wohnzimmer über einen Luftschutzkeller in der Ukraine bis in das renaissancezeitliche „Florenz am Ammersee“ entführt. Kollegin Katharina Schellenberger aus Landsberg zeigt „Bilder aus dem Innenleben“ mit Nummern, aber ohne Titel. „Nr. 462“ ist ein

Mischwesen aus Hirsch und Mensch, das ein kleineres fängt. Für sie die „Sehnsucht nach dem wahren Sein“. Fotokünstlerin Gabriele Rothweiler prangert die Sehnsucht vor allem der Frauen an, durch ständige „Optimierung“ einen von außen genormten Ideal nachzukommen. Eine trügerische Sehnsucht, mit der äußeren Perfektion im eigenen Sein angekommen zu sein.

Ute Wild aus Schondorf zeigt in ihren Schwarzweiß-Gemälden wie es ist, wenn etwas gewohnt Vielfarbiges nicht mehr „sein darf“ wie Kunst und Kultur während des Lockdowns. Der preisgekrönten Textilkünstlerin Maria Mayer aus Dießen geht es um die Sehnsucht, die Ressourcen der Rohstoffe und die magischen Facetten der Pflanzenfarben bis zum greifbaren Textil zu erleuchten. Die Fotografien der Dießenerin Tanja Hust erzählen von der Sehnsucht nach der „guten alten heilen Welt“, wobei die malerische Anmutung und Komposition der Bilder direkt im fotografischen Prozess entsteht. Birgit Roschach aus Utting zeigt Fotogemälde, die Ausdruck ihrer Sehnsucht nach der wilden Natur sind. Alexander Hupfer aus Kaufering präsentiert vier Kreationen, die die Verbindung des Wahrgenommenen in die persönliche Realität widerspiegeln.

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