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Ein Nationalspieler in der Bayernliga

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Von: Thomas Ernstberger

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Daniel Brändle - Nationalspieler - Bayernliga
Nationalspieler ohne Stammplatz in der Bayernliga: Daniel Brändle. © FKN

Der Fußball schreibt die verrücktesten Geschichten. Das ist keine ganz neue Erkenntnis, aber sie bewahrheitet sich immer wieder aufs Neue. Nehmen wir ganz aktuell die Geschichte des Münchner Projekt-Managers und Amateur-Fußballers Daniel Brändle. Daniel, wer?, werden sich jetzt sogar die meisten Experten fragen. Dabei haben ihn viele schon Fußball spielen gesehen. Zum Beispiel die 365 Zuschauer Ende September beim 5:1-Sieg des TSV Landsberg in der Bayernliga gegen SV Pullach. Da stand dieser Brändle (übrigens zum einzigen Mal in der laufenden Saison) in der Startelf der Gäste.

Das wäre an sich noch nichts Besonderes, wäre dieser Spieler nicht auch am Donnerstag vor 30.000 Fans im Wolfsburger Stadion und vor ein paar Millionen Fernseh-Zuschauern aufgelaufen. Richtig: Da spielte unsere Nationalmannschaft in der WM-Qualifikation gegen Liechtenstein und schoss den Fußball-Zwerg mit 9:0 aus der Arena. Und wer wurde bei Liechtenstein in der 83. Minute eingewechselt? Richtig: Genau dieser Daniel Brändle. Es war bereits das 39. Länderspiel des 29-jährigen Bayernliga-Akteurs, der vergangene Saison in Pullach noch mit den aktuellen Landsbergern Mike Hutterer und Alex Benede zusammenspielte. Ein Nationalspieler, der in der Bayernliga nicht einmal einen Stammplatz hat – das ist tatsächlich eine dieser verrückten Geschichten, die nur der Fußball schreibt.

Mein alter Freund Frank Schmöller (55), der ehemalige HSV- und Haching-Profi, der aktuell als Trainer bei Landsbergs Bayernliga-Konkurrent 1860 München II tätig ist, war Coach in Pullach, als Brändle 2017 zum SV Pullach kam. „Das ist schon eine kuriose Geschichte“, gibt er zu. „Ich freue mich total für ihn, schaue auch bei jeder Nominierung der Liechtensteiner, ob er dabei ist“, verriet mir der DFB-Pokalsieger und Deutsche Vizemeister von 1987. Schmöller hält große Stücke auf den Mittelfeldspieler: „Daniel ist ein lieber, sympathischer, netter und bescheidener Junge und auf dem Platz ein intelligenter Spieler. Natürlich hat er Bayernliga-Niveau. Er müsste allerdings von der Athletik her zulegen, um höher zu spielen.“ Das dürfte mit 29 allerdings nicht mehr sein Ziel sein.

Brändle ist übrigens nicht der einzige Liechtensteiner Nationalspieler mit Bayernliga-­Wurzeln. Der ebenfalls eingewechselte Martin Büchel (34) vom FC Ruggell (2. Liga Liechtenstein) war fünfeinhalb Jahre, von Januar 2013 bis Sommer 2018, für den FC Unterföhring aktiv (122 Spiele) und stieg mit dem Münchner Vorortclub 2017 in die Regionalliga Bayern auf.

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