Floorball-Spiel mit Martin Rieß (rot, Mitte).
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Letzter Kauferinger Torschütze, bevor der Lockdown kam, war Martin Rieß (rot, Mitte). Ab kommendem Samstag geht es in der Floorball-Bundesliga wieder zur Sache.

Bundesliga-Floorball

Start in die neue Saison: Red Hocks-Kapitän Marco Tobisch im Gespräch 

Kaufering – Nach fast einem Jahr Floorball-Pause rollt in der 1. Bundesliga ab dem kommenden Wochenende wieder der 23 Gramm leichte Plastikball. Diesem hinterherjagen wird dann auch wieder der einzige bayerische Teilnehmer im Feld der zwölf deutschen Spitzenteams, die Red Hocks Kaufering. Wie sie aus der langen Coronapause kommen und was sie sich in der neuen Spielzeit ausrechnen, hat der KREISBOTE im Gespräch mit Mannschaftskapitän ­Marco Tobisch nachgefragt.

Herr Tobisch, Anfang Oktober 2020 hat Ihre Mannschaft das letzte Bundesligaspiel bestritten. Damals setzte es die vierte Niederlage im vierten Spiel. Wie kann der Saisonstart heuer besser gelingen?

Tobisch: „Dazu muss man sagen, dass die Leistung auch im letzten Herbst oftmals schon gestimmt hat, ausgenommen der schwache Auftakt in Schriesheim. Ansonsten haben wir nur gegen die Top-Teams der Liga gespielt und dabei noch einiges an Lehrgeld bezahlt, obwohl wir beispielsweise gegen Weißenfels und Holzbüttgen bis in die Schlussminuten auf ein Tor dran waren. Aber klar: Diesmal wollen wir nicht nur nah dran sein, sondern auch Punkte holen.“

Hat die Mannschaft dafür im Sommer genug geschuftet?

Tobisch: „Als die Corona-Beschränkungen Hallensport endlich wieder zugelassen haben, war die Motivation groß. Wegen der Impfungen, Verletzungen und Urlaube haben einzelne Spieler immer mal wieder gefehlt, sodass wir nur selten mit voller Kapelle trainieren konnten. Vor allem jetzt, unmittelbar vor dem Saisonstart, kribbelt´s aber wieder bei allen und das Tempo in den Trainings hat nochmal deutlich zugelegt.“

Wie sah die Vorbereitung inhaltlich aus?

Tobisch: „Zunächst wurde viel gespielt, denn nach dem langen Lockdown musste sich der Körper erstmal wieder an die Bewegungsabläufe gewöhnen und den doch intensiven Belastungen erst wieder standhalten. Ab Juni hat uns unser Fitness-Coach Marc Ullius wieder Treppen und Berge hochgejagt, ansonsten gab´s Stauseeläufe, Kraft- und Koordinationszirkel. Sechs bis acht Wochen vor Saisonstart ging´s dann wieder verstärkt in die Halle. Wobei hier in diesem Sommer vieles ungewohnt war.“

Inwiefern?

Tobisch: „Im Sportzentrum wird derzeit ein neuer Hallenboden verlegt, der in den nächsten Wochen pünktlich fertig werden soll. Fürs erste Heimspiel gegen Chemnitz reicht´s noch nicht, da weichen wir ins Sportzentrum Landsberg aus. Auch in den letzten Wochen waren wir bei den Trainings auswärts unterwegs und wurden in Hurlach, St. Ottilien und Landsberg dankenswerterweise mit Hallenzeiten unterstützt. Ich finde es klasse, dass man sich hier im Landkreis hilft.“

Blicken wir auf die Saison: Wo werden die Red Hocks am Ende landen?

Tobisch: „Schwer zu sagen angesichts der Tatsache, dass man die Stärken der anderen elf Mannschaften wegen der langen Pause kaum einschätzen kann. Die ersten vier kommen in die Playoffs, eine Teilnahme dort wäre für uns schon eine ­irre Sensation. In die Playdowns kommen nur die letzten zwei, damit wollen wir von Beginn an nichts zu tun haben.“

Zum Start geht´s zum DHfK Leipzig. Eine machbare Aufgabe?

Tobisch: „Definitiv. Nach seinem Aufstieg vor zwei Jahren hat der DHfK wertvolle Spieler ziehen lassen müssen, hat gleichzeitig aber auch einige junge Talente ausgebildet, die in den U-Nationalmannschaften immer wieder auf sich aufmerksam machen. Wir gehen mit Respekt an die Aufgabe ran, sind in diesem Spiel – anders als in den meisten andern Spielen in diesem Jahr – aber wohl der Favorit.“

Mit welchem Personal startet Ihr Team in die Saison? Wo gibt es Veränderungen?

Tobisch: Neben ein paar Doppellizenspielern, die unter anderem für München und Augsburg spielen und uns punktuell in der 1. Bundesliga verstärkt haben, verlässt uns mit Moritz Leonhardt ein offensivstarker Flügel, der in den letzten zwei Jahren viele Punkte beigesteuert hat. Neu dabei ist Jan Küchli, der in der Vorbereitung schon einen starken Eindruck hinterlassen hat. Ebenfalls von Beginn an weiterhelfen können uns ein paar Jungspunde, die im Sommer zur 1. Mannschaft aufgerückt sind, beispielsweise Daniel Wipfler und Pascal Rieß. In den Vorbereitungsspielen haben die Jungs gezeigt, dass sie ohne große Anlaufschwierigkeiten das höhere Tempo mitgehen können. Insgesamt sehe ich unser Team einen Schritt weiter als im letzten Jahr, sofern die Trainingsmoral stimmt.“

Letzte Frage: Wer wird Meister?

Tobisch: „Im Finale werden Weißenfels und der MFBC Leipzig stehen, alles andere wäre eine Überraschung. Und dann entscheidet die Tagesform.“

Quelle: Kreisbote

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