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Mica Reuter lässt die Maskenlosen toben

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Von: Dietrich Limper

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Dennis Neal - HC Landsberg (vs. EV Füssen)
Abgehoben: HCL-Verteidiger Dennis Neal begeisterte gegen Füssen (helle Trikots) nicht nur durch diese unfreiwillige Flugeinlage an der blauen Linie. © Markus Mueller-Hahl

Landsberg/Garmisch – Die Riverkings haben am Wochenende in der Oberliga Süd erneut Punkte sammeln können. 617 Zuschauer sahen am Freitag unter 3G-plus-Regeln einen dramatischen 4:3 (0:0;1:2;2:1)-Shootout-Sieg gegen den EV Füssen. Weniger rund lief das Spiel in Garmisch-Partenkirchen beim SC Rießersee. Der HCL musste sich mit 3:6 (0:1;2:3;1:2) geschlagen geben. Riverking Mica Reuter bleibt dennoch optimistisch. In der Tabelle belegen die Lechstädter mit fünf Punkten den 6. Rang.

Nach 42 Minuten lagen die Hausherren im Heimspiel gegen den EV Füssen mit 1:3 hinten und HCL-Crack Mica Reuter erinnert sich nur ungern an die letzte Saison: „Damals haben wir eher mal die Köpfe hängen lassen, aber das war diesmal zum Glück nicht der Fall. Wir haben Charakter gezeigt, alles rein gehauen und das Spiel noch rumgerissen.“ Es sei nicht die beste Leistung der Mannschaft von Coach Fabio Carciola gewesen, gibt Reuter zu. Umso wichtiger sei der Erfolg für die Moral der Truppe.

Das erste Drittel endete 0:0. Jänichen, Wedl und Wagner verpassten den Führungstreffer für den HCL, während der 19-jährige Jonas Stettmer im Tor der Riverkings Schlimmeres verhinderte. „Was der Junge derzeit leistet, ist wirklich beeindruckend“, freut sich Mica Reuter für den Teamkollegen. „Wir können uns auf ihn verlassen.“

Im zweiten Spielabschnitt gingen die Gäste durch Straub (27.) 1:0 in Führung und konnten diese in Überzahl ausbauen: Leon Dalldush (36.) traf zum 2:0. Ein kurioses Tor, denn ein Pass prallte vom HCL-Goalie unglücklich ins Netz. Entscheidend für die Spannung war allerdings der Anschlusstreffer zum 1:2 kurz vor Ende des Drittels: Adriano Carciola (39.) verwandelte ein Zuspiel von Mica Reuter.

Doch die Aufholjagd schien vergeblich, denn im letzten Drittel waren gerade einmal 65 Sekunden gespielt, als Marc Sill (42.) den alten Vorsprung zum 3:1 für Füssen wiederherstellte. Routinier Jussi Nättinen hielt die Hoffnung für die Riverkings am Leben. Er traf aus einem nahezu unmöglich spitzen Winkel zum 2:3 (44.) aus Landsberger Sicht. Es begannen die Minuten, von denen Mica Reuter sagt, „dass wir großen Willen gezeigt haben, um dem Spiel noch eine Wende zu geben.“

Marvin Feigl sorgte zwei Minuten vor der Schlusssirene für das 3:3 und die Halle stand Kopf. Die Overtime endete torlos, es ging ins dramatische Shootout. Jussinen und Wagner scheiterten EV-Goalie Hötzinger, aber Mica Reuter behielt die Nerven und traf: „Ich habe mich für einen Move entschieden, bei dem man ein bisschen Glück braucht – und das hatte ich“, erzählt der Schütze. Im Mittelpunkt der anschließenden Jubelfeier stand neben Reuter allerdings auch Goalie Jonas Stettmer, der sich bei den Penalties keine Blöße gegeben hatte.

Gedanklich zu langsam

Ganz anders verlief die Partie am Sonntag im Schatten der Zugspitze in Garmisch. 3:6 lautete das Endergebnis vor 805 Zuschauern beim SC Rießersee. HCL-Goalie und Shootingstar Jonas Stettmer bekam eine Pause, Michael Güßbacher stand zwischen den Pfosten. Mica Reuter sieht die Niederlage nüchtern und zieht Bilanz: „Wir sind nur ganz, ganz schlecht ins Spiel gekommen und waren gedanklich viel zu langsam. Rießersee hat Druck gemacht, wir haben nur reagiert und die ersten Minuten regelrecht verpennt.“

Umso erstaunlicher, dass die Hausherren nur durch einen Treffer von Radu (18.) in Überzahl Kapital aus ihrer Überlegenheit zu schlagen wussten. Doch im zweiten Drittel sorgte ein schneller Doppelschlag für den 3:0-Zwischenstand. Aber der HCL spielte nun mit, wie Reuter erzählt: „Wir hatten gegen Ende des zweiten Drittels unsere beste Phase und hätten mit etwas mehr Glück weitere Tore erzielen können.“ Patrik Rypar (31.) erzielte das 1:3, Allavena (33.) erhöhte zwar auf 4:1 für Füssen, aber Adriano Carciola (35.) hielt den HCL mit dem 2:4 im Spiel.

Der Treffer von Ehliz zum 5:2 nach 43 Minuten zog den Riverkings dann allerdings im letzten Drittel die Zähne. Zwar konnte Jussi Nättinen 54 Sekunden vor Schluss noch auf 3:5 verkürzen, aber postwendend schoss Chyzowski die Scheibe in leere Landsberger Tor. Coach Carciola hatte Güßbacher für einen weiteren Feldspieler vom Eis genommen. Ein Rückfall in alte Zeiten sei diese Niederlage allerdings nicht gewesen, versichert Mica Reuter; „Rießersee hat den Sieg verdient, denn sie waren einfach besser.“

Am Wochenende stehen für die Riverkings zwei schwere Spiele auf dem Programm: Am Freitag (20 Uhr) ist der ungeschlagene Tabellenführer Blue Devils Weiden zu Gast im Hungerbachdome. Zwei Tage später reist der HCL nach Rosenheim zu den Starbulls. „Das sind echt harte Brocken“, schaut Reuter voraus, „aber die Stimmung in der Mannschaft ist super und wir sind gut drauf. Warum sollte uns nicht eine Überraschung gelingen?“

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