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Ein Schuppen für Uttings Jugend?

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Von: Dieter Roettig

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Bahnhofsschuppen Utting
Beim Uttinger Bahnhofsschuppen hat man inzwischen für die Verkehrssicherheit gesorgt. Außerdem wurde das undichte Dach mit einer Plane abgedeckt. Die GAL wollte hier ein improvisiertes Jugendzentrum einrichten. © Roettig

Utting – Gerade ist die Jugend­beteiligungsaktion für die künftige Nutzung des geplan­ten Refugiums inklusive Bahnhofsschuppen zu Ende gegangen, da musste sich der Gemeinderat erneut mit dem Thema beschäftigen. Die Grüne Alternative Liste (GAL) hatte beantragt, den Schuppen als vorläufigen Jugendtreff freizugeben, da sich die Fertig­stellung des Refugiums sicher noch zwei bis drei Jahre hinziehen werde. 

Gemeinderat Dr. Nikolaus Högenauer (GAL) bedauerte, dass die Jugend immer weniger Plätze findet, um sich zwanglos treffen zu können: „Sie hat ihr altes Jugendhaus am Dykerhoff ersatzlos verloren und wurde anschließend vom Sonnendacherl, Polizeibad und Summerpark aufgrund von Beschwerden vertrieben.“ Zwar wolle die Gemeinde im geplanten Refugium der Jugend einen dauerhaften Treffpunkt zur Verfügung stellen, aber das dauere noch mehrere Jahre. Jakob Kettler, Jugendreferent des Gemeinderates: „Bevor die Jugendlichen abends an der Grundschule abfeiern und auf dem Dach Pizza essen, sollte man ihnen als Übergangslösung den leerstehenden Schuppen anbieten.“

Da die Verkehrssicherheit wegen der Jugendbeteiligungsaktion bereits hergestellt sei, könne man mit relativ geringem Aufwand wie Toilettenhäuschen, ein paar Stühlen und einem Kicker den Jugendtreff behelfsmäßig einrichten. Er solle entsprechend den funktionierenden Betreuungskonzepten der Nachbargemeinden Dießen und Schondorf ab dem Frühsommer 2022 an drei bis vier Tagen pro Woche unter Leitung eines Sozial­arbeiters geöffnet sein. Damit könnte die Gemeinde Erfahrungen sammeln, die sich im Neubau des Refugiums umsetzen ließen. Außerdem könne man bereits eine Gemeinschaft zur Mitverwaltung des neuen Jugendzentrums aufbauen.

Bei der Diskussion kam Architekt Helgo von Meier in Spiel, der bereits im Herbst 2022 mit dem Bau des Refugiums beginnen will. Wegen ein paar Monaten lohne es sich nicht, den 76 Quadratmeter großen Schuppen auch nur behelfsmäßig herzurichten, so die Meinung vieler Gemeinderäte. Außerdem wolle man erst die Auswertung des BürgerBudgets abwarten. Einer der Vorschläge war ein Bauwagen mit Graffitiwänden als mobiler Jugendtreff, der alle paar Monate durch die Gemeinde rotiert. Auch ein gemeinsames Projekt mit dem Titel „Zukunftsmacher“ zusammen mit dem Kreisjugendring sei in die Überlegungen einzubeziehen.

Laut Vize-Bürgermeister Patrick Schneider dürfe man aber bei allen Planspielen nicht vergessen, dass man zunächst beim Landratsamt Landsberg eine Nutzungsänderung des Schuppens beantragen müsse. Wann diese genehmigt wird, sei ebenso ungewiss wie die „Entwidmung“ des Gebäudes durch die Bahn. Die beidenAnträge wurden einstimmig beschlossen

Mit 8:7 Stimmen abgelehnt wurde aber der Beschlussvorschlag an die Verwaltung, die nötigen baulichen und sonstigen Maßnahmen zu eruieren, um den Schuppen als vorläufigen Jugendtreff nutzen zu können. Auch sollten die Herstellungs- und Betriebskosten als Ganzjahres- oder Sommernutzung inklusive einem Sozialarbeiter geprüft werden.

Und der wäre auch dringend notwendig, wie sich zu Beginn der Sitzung zeigte. Ein Anwohner beschwerte sich über eine lautstarke abendliche Spontanparty Jugendlicher mit Ghetto­blaster am Bahnhofsschuppen. Um dem vorzubeugen, werden im neuen Refugium Schallschutzwände installiert.

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