1. Startseite
  2. Lokales
  3. Landsberg

Wieder ein Wolf im Landkreis Landsberg

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Der Europäische Wolf steht unter Schutz, doch den Almbauern macht er Sorgen.
In Landsberg ist offenbar wieder ein junger Wolf unterwegs. Er wurde bereist mehrere Male gesichtet. © dpa

Landkreis - Laut einem Jäger in Apfeldorf wandert ein offenbar junger Wolf schon seit mehr als einer Woche durch die Region. Zuerst wurde er im Nachbarlandkreis Weilheim-Schongau gesichtet (Birkland), bevor er nach Apfeldorf und von dort aus weiter Richtung Landsberg gezogen ist.

Dass es ein Wolf ist, darin ist sich das Bayerische Landesamt für Umwelt in Augsburg sicher. Das Tier sei auch bereits in das Wolf-Monitoring aufgenommen, das im Internet einsehbar ist.

Der Wolf wurde erst in Birkland, dann am Klafthof bei Apfeldorf, am Riedhof (zwischen Rott und Apfeldorf) und schließlich in Apfeldorfhausen auf offenem Feld in der Nähe des Kreisverkehrs Richtung Reichling gesichtet. Dort stand er in der Nähe der Straße und wurde sogar gefilmt, bevor er Richtung Reichling weiterzog – und einige Tage später in Stoffen wieder gesichtet werden konnte. Mitte derWoche war er bereits in Pitzling, der letzte Sichtungsort.

Dem Landesamt für Umwelt liegen zwei Wolfs-Fotos vor, auf denen eindeutig zu erkennen sei, dass es sich um einen Wolf handele: „In Abstimmung mit den Fachleuten der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) konnte auf beiden Fotos ein Wolf bestätigt werden“, teilte das Landesamt auf Anfrage mit.

Wahrscheinlich handele es sich um einen jungen Wolf, der sein Rudel verlassen hat, vermutet Jäger Heinrich Keller, durch dessen Jagdrevier „Apfeldorf I“ der Wolf gezogen ist. Er selbst habe den Wolf nicht gesehen, aber der Fotobeweis sei eindeutig. Gewundert habe ihn das nicht: „Schon vor einem Jahr wurde angeblich ein Wolf in der Nähe des Wessobrunner Forsts gesehen“, berichtete er.

Woher der Wolf kam, lässt sich nicht nachweisen, da kein Genmaterial vorliegt. Auch das Geschlecht ist nicht auf den Fotos ersichtlich. Keller geht eher von einem männlichen Jungtier aus.

Das Landesamt für Umwelt teilte diesbezüglich mit: „Nach Bayern können einzelne Wölfe zu- oder durchwandern – sowohl aus dem Nordosten Deutschlands als auch aus Polen und den Alpen. Vor allem junge Rüden wandern auf der Suche nach einem eigenen Territorium sehr weite Strecken von täglich 50 bis 70 Kilometer oder mehr.“

Vor rund einem Jahr war ein ebenfalls junger Wolf in der Nähe des Stofferbergs tot aufgefunden worden. Hier der Bericht zum damaligen Wolfsfund.
Manuela Schmid/MM

Auch interessant

Kommentare