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Bretter gegen Lärm und Ratten

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Von: Johannes Jais

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Bretterwand am Wertstoffhof Denklingen
Ist sie mit Blick auf den Schallschutz ein Grenzfall? Die Bretterwand, die den Wertstoffhof zum Grundstück und zum Haus des Nachbarn abschirmen soll. © FKN

Denklingen – Eine knapp drei Meter hohe Bretterwand hat die Gemeinde Denklingen seit Herbst am Wertstoffhof – als Abschirmung zum Nachbarn. Doch der gibt sich damit nicht zufrieden. Die Bretterwand erfülle nicht die Anforderungen für den Schallschutz, sagt der Eigentümer des angrenzenden Grundstücks.

Der Wertstoffhof befindet sich mittlerweile seit mehr als zwei Jahrzehnten auf dem Gelände des gemeindlichen Bauhofes. Betrieben wird er wie in anderen Kommunen auch vom Landkreis Landsberg.

Es gibt seit Bestehen des Wertstoffhofs eine Zusage, dass die Gemeinde Denklingen beim Schallschutz zwischen Wertstoffhof und dem Grundstück auf der Nordseite für eine Lösung sorgt. Dies weiß Bürgermeister Andreas Braun­egger, und auch der langjährige Bauhofleiter Franz Schießl kann dies bestätigen.

Eigentlich wollte die Gemeinde den Wertstoffhof (wohlgemerkt nicht den Bauhof) ins Gewerbegebiet an der Epfacher Straße ausquartieren. Dort wird ein Grundstück vorgehalten. Doch diese Maßnahme liegt vorerst auf Eis. Sie ist zeitlich verschoben worden, weil seit 2019 insbesondere die Einnahmen bei der Gewerbesteuer nicht mehr das Niveau der Vorjahre erreicht haben.

Wie lange es noch dauern wird, bis der Wertstoffhof auf das Areal im Gewerbegebiet umziehen kann? Eine konkrete Ansage dazu gibt es nicht. „Wir fahren auf Sicht“, kommentiert Bürgermeister Andreas Braunegger des KREISBOTEN. Will heißen: Sobald es die Finanzsituation zulässt, soll das Thema in Angriff genommen werden.

Vor der »Hex«

Mehr möchte der Rathauschef nicht dazu sagen – noch nicht. Denn der Schallschutz ist mittlerweile Thema einer juristischen Auseinandersetzung. Und die zieht sich hin. Denn in dem Verfahren will auch das Landratsamt, das den Wertstoffhof betreibt und die Öffnungszeiten festlegt, gehört sein. Nachbar ist Stefan Henle, der Wirt der „Hex“ in Denklingen, die Kneipe, die er seit Jahrzehnten mit Biergarten und Bühne betreibt. Vor Corona haben sich dort Gesichter der Kleinkunst, des Kabaretts und der Rockmusik die Klinke in die Hand gegeben.

Bei Henle ist der Geduldsfaden gerissen, nachdem er erfahren hatte, dass die Gemeinde wegen anderer großer Investitionen, wozu unter anderem auch das im November eröffnete Bürger- und Vereinszentrum in Denklingen gehört, die geplante Aussiedlung des Wertstoffhofs verschoben hatte. Darum forderte er heuer endgültig die Maßnahme für den Schallschutz ein.

Ein wenig hat sich aber bereits getan: Seit Herbst steht zwischen dem Bauhofgelände und dem nördlichem Grundstück immerhin eine circa drei Meter hohe Bretterwand. Diese sei aber keinesfalls ausreichend, hakt der Nachbar nach. Die Bretterkonstruktion sei eher ein Sichtschutz. Die Kriterien für den Schallschutz seien höher anzusetzen, betont der Eigen­tümer, der selbst über der „Hex“ wohnt und wo zudem noch weitere Einheiten vermietet sind.

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