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Kapitän »Anze« geht von Bord

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Von: Thomas Ernstberger

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David Anzenhofer - TSV Landsberg
Immer Vollgas, nicht nur kurzzeitig in Florida im Trikot der Fighting Knights: David Anzenhofer, Kapitän des TSV Landsberg, der den Bayernligisten jetzt verlässt.. © FKN

Landsberg – Er war das Gesicht des TSV Landsberg in der Saison 2018/19. Er war Kapitän der Mannschaft, mit 23 Toren (davon 17 Elfmeter) bester Torschütze des Landesligisten, drittbester der gesamten Liga und treffsicherster Abwehrspieler in Bayern. Damit hatte David Anzenhofer, der am Tag vor Silvester 28 Jahre alt wurde, maßgeblichen Anteil am Aufstieg der TSV-Fußballer in die Bayernliga. Dann war er erst mal weg.

Nach einem (coronabedingt nur) halben Jahr an der Lynn-­Universität in Florida und einem Kurz-Gastspiel (ein Landesliga-Einsatz) in Gundelfingen kehrte „Anze“ im Sommer 2021 nach auskuriertem Kreuzbandriss topfit zurück an den Lech, erzielte in der laufenden Saison in 16 Spielen mit 987 Einsatzminuten drei Tore. Die 1.000 wird die Nummer 4 nicht mehr vollmachen – und es waren die (zumindest vorerst) letzten Treffer des gelernten Innenverteidigers, der von Trainer Muriz Salemovic zuletzt dreimal im Sturm eingesetzt wurde, für den TSV Landsberg.

Denn der Kapitän geht von Bord. Anzenhofer hat sich wieder dem abstiegsbedrohten Liga-Konkurrenten FC Gundelfingen angeschlossen. „Der Wechsel ist durch“, sagt Salemovic. „Wir wollten ihm keine Steine in den Weg legen. Obwohl ,Anze‘ sogar angeboten hatte, bis zum Sommer zu bleiben, wenn wir darauf bestanden hätten.“ Anzenhofer bestätigt das: „Wir sind im Guten auseinander gegangen. Und ich freue mich auf die neue Aufgabe.“

Die Gründe für den (zumindest nach außen hin) etwas überraschenden Abgang? Da kam einiges zusammen: „Die Prioritäten in meinem Leben haben sich verschoben“, gibt der Software-Entwickler zu. Er wird noch im Janaur seine langjährige Freundin Anna, mit der er seit acht Jahren liiert ist, heiraten und daheim in Wertingen (Landkreis Dillingen) anfangen, ein Haus zu bauen. Zudem ist er im Betrieb von Annas Vater beruflich immer stärker eingespannt. Dazu kommt: „Ich war mit meinen Leisungen in der Vorrunde ein bisschen unzufrieden und Gundelfingen, das schon immer eine Herzensangelegenheit von mir war, wollte mich unbedingt. Sie wollen alles versuchen, die Klasse zu halten. Dabei will ich mithelfen“, sagt der 1,92-Meter-Mann, der vor seiner Landsberger Zeit schon 75 Mal für den FC Memmingen in der Regionalliga gespielt hat.

David Anzenhofer mit Anna
David Anzenhofer und seine Anna – noch im Januar feiert das Paar Hochzeit. © Privat

Ein ganz entscheidendes, vielleicht das wichtigste Argument für den Wechsel: Gundelfingen ist nicht weit weg von Anzenhofers Heimtort, zudem trainert der Verein nicht in Gundelfingen, sondern auf dem Kunstrasenplatz in Wertingen. Da spart sich Anzenhofer die zweimal 80 Kilometer, die er bislang zum Training in Landsberg und wieder nach Hause zurücklegen musste: „So sind es nur zwei Minuten statt einer Dreiviertelstunde Fahrzeit.“

Wiedersehen im April

Der Kapitän geht von Bord – mit mindestens einem weinenden Auge: „Es war eine schwere Entscheidung“, gibt er zu. Schließlich hat er beim TSV Landsberg gute Freunde. Wie Sebastian Schmeiser oder Kevin Gutia. Doch das Wiedersehen wird nicht lange dauern. Am 16. April muss Anzenhofer mit dem FC Gundelfingen in Landsberg antreten. „Auf dieses Spiel freue ich mich sehr“, sagt „Anze“. Keine Frage: Es wird ein höchst emotionales Aufeinandertreffen im Landsberger 3C-Sportpark. Thomas Ernstberger

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