Rückführung zur Familie

Katrin Woitsch: Belastungsprobe für Pflegefamilien; Bayern 31. Mai

Die zwei jungen Männer, die Familie Thorma aufgenommen hat, sind keine Kriegs- oder Armutsflüchtlinge. Sie haben im Iran in Sicherheit gelebt. Die Gründe, warum sie nach Deutschland gekommen sind, liegen auf der Hand: Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Situation, Erlernen eines Berufs. Es sind Wirtschaftsflüchtlinge. Mir erschließt sich nicht, warum wir junge Männer aus Afghanistan, Afrika etc. hier bei uns aufnehmen, auf Kosten des Steuerzahlers versorgen und auch noch ausbilden sollen. Haben Sie schon einmal bedacht, wie es in den Herkunftsländern aussieht, wenn alle Eloquenten, Gebildeten und Fleißigen ihre Heimat verlassen? Brain Drain nennt man das. Für sozial engagierte Menschen gäbe es zudem bei uns in Deutschland schon lange viele Möglichkeiten sich einzubringen, wenn die Kinder aus dem Haus sind und die Enkel nur selten kommen. Es gibt zahllose alte Menschen, die einsam, vergessen und oftmals verarmt zu Hause oder in Pflegeheimen leben und sich sehr freuen würden, wenn sich jemand ihrer annähme und sich derart für sie einsetzen würde. Ich glaube nicht, dass der Fußballverein in dem die beiden jungen Afghanen spielen, ohne sie nicht mehr klar kommen kann und ich glaube auch nicht, dass der Arbeitsmarkt unbedingt einen Friseur mehr braucht – um das mal derart deutlich und womöglich auch verletzend direkt auszusprechen. Die beiden Jungs brauchen auch keine neue Familie. Sie haben eine, im Iran. Und diese Familie hätten sie besser auch nicht verlassen. Viel Leid und Kosten wäre ihnen und ihren Eltern, die ihre Söhne bestimmt schmerzlich vermissen, erspart geblieben. Ich stimme der Klage in dem Artikel insofern zu, als dass es wirklich schlecht ist, Menschen, die wie diese beiden Jungs ihre ursprüngliche Heimat, nämlich Afghanistan, noch nicht einmal kennen, eben dorthin zu schicken. Das ist sicher bitter und schwer zu verstehen. Eine Rückführung in den Iran zu ihrer Familie wäre sicher die bessere Lösung, die auf diplomatischem Weg hoffentlich erreicht werden kann.

 Gabriele Kohlert Eschenlohe

Die Aussage der Landtagspräsidentin Barbara Stamm ist nur ein Teil der Wahrheit. Die angehängte Info stammt aus Tagesschau.de. Es ist bei den Abschiebungen durchaus möglich, dass ein Bundesland eine Gewissensentscheidung trifft. Schleswig-Holstein geht am weitesten So hat sich Schleswig-Holstein bisher am deutlichsten gegen die Einschätzung der Bundesregierung positioniert. Vergangene Woche verkündete Innenminister Stefan Studt (SPD) einen Abschiebestopp für drei Monate. Länger können Bundesländer ohne Zustimmung des Bundes einen solchen Stopp nicht erteilen. Auch Bremen, Thüringen, Rheinland-Pfalz und Niedersachsen zweifeln aufgrund der Einschätzung des Flüchtlingskommissariats der Vereinten Nationen (UNHCR) daran, dass es sichere Regionen in Afghanistan gibt. So bezeichnet das thüringische Innenministerium es als unzureichend, wie die Bundesregierung die Sicherheitslage in Afghanistan beurteilt: „Die Landesregierung geht aufgrund der vorliegenden Erkenntnisse davon aus, dass Abschiebungen bis zu einer Neubewertung der Sicherheitslage durch die Bundesregierung nicht möglich sind. Elf Bundesländer halten sich an Vorgaben des Bundes Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern, Baden-Württemberg, Berlin, Mecklenburg-Vorpommern, Saarland, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Brandenburg und Hamburg schieben neben Straftätern auch alleinstehende Männer ab. Die Länder berufen sich dabei auf die Einzelfallprüfung - und die Lageeinschätzung des Bundes: „Wir halten es auch nicht für sinnvoll, wenn jedes Bundesland anfängt, eine eigene Asyl- und Einwanderungspolitik zu betreiben“, so das Innenministerium Brandenburg. 

Edith Thorma Wolfersdorf

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

Traurige Geschichte
Antonia Wille: Streit um Wallach Hidalgo; Bayern 14. September
Traurige Geschichte

Kommentare