Hochachtung und Respekt

Konstanze Fassbinder: Der Arzt, der die Anti-Raucherplakette klebte; Bayern, 23. November

Hochachtung und Respekt für Herrn Erhard Busch, der wie ich Weilheimer Bürger ist oder war und bereits vor mehr als 40 Jahren sich für ein Verbot für „Drogen-/Tabakwerbung einsetzte und sogar eine Gefängnisstrafe in Kauf nahm. Auch wenn man manchmal als Spinner oder Raucherhasser bezeichnet wird, so kann man mit seiner Überzeugung, sich für unsere Gesellschaft positiv eingesetzt zu haben, mit guten Gewissen damit leben. Hatte man doch nur das eine im Sinn, Kinder, Jugendliche und junge Menschen vor der verderblichen, menschenverachtenden „Drogen-/Tabakindustrie“ zu schützen und ihnen viel Leid, Schmerz, Armut, Asozialität und die damit verbundene negative Lebensentwicklung zu ersparen. Ja, diesen Schutz, versuche ich mittlerweile auch seit mehr als 30 Jahren herauszustellen und Veränderungen herbeizuführen. Auch ich musste mich dem Innenminister Beckstein erklären, als die Tabakindustrie gegen mich eine Dienstaufsichtsbeschwerde einleitete, weil ihr meine Antiraucherkampagne nicht gefiel und glaubte – sie könnte mich damit klein bekommen! Heute weiß ich, dass gegen die korrupte Macht der Lobbyisten, die Einfluss auf unsere Gesetzgebung haben, man nur sehr geringen Erfolg haben wird, da es den Politikern nicht um den Menschen geht, sondern den wirtschaftlichen Interessen dienen. In keinem Bereich unserer Politik kann man augenscheinlich besser erkennen, wie wenig die Menschen, unsere Jugendlichen, in ihrer Lebensentwicklung wert sind, von einer so verachtungswürdigen Industrie geschützt zu werden. Die Politiker geben dieser Industrie, dass staatlich privilegierte Recht junge Menschen in die Suchtabhängigkeit zu treiben. Ein sofortiges Verbot jeglicher, perfider Drogenwerbung wäre ein erster, großer, überzeugender Schritt, von dem ein kompetenter Arzt, Herr Erhard Busch, schon vor mehr als 40 Jahren träumte und dafür ins Gefängnis ging. 

Anton Morböck Weilheim

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