Asyl oder Abschiebung?

Katrin Woitsch: „Die Angst macht alle Krank“; Bayern 26. April

Der Aufschrei unter den Asylhelfern und Betreuern wegen 14 Abschiebungen ist groß. 45 000 weitere abgelehnte Asylanträge warten noch auf ihre Durchsetzung. Wann nehmen die Asylantenbetreuer endlich zur Kenntnis, dass es Gesetze und Verordnungen gibt, an die sich auch Helfer zu halten haben. Was sie bemängeln müssten, ist die lange Verfahrensdauer der Vorgänge. Und dazu: Vermutlich wurde für diese 14 Personen-Abschiebung wieder extra ein Flugzeug gechartert, Steuerzahler zahlt ja. Mal darüber nachdenken, ob die Ängste der Asylbewerber auch daher kommen, dass ihnen Helfer suggerieren, sie könnten hier im Land bleiben. Zweck des Asyls muss aber sein, Schutz vor aktueller Gefahr und Rückkehr so schnell wie möglich. Und wenn die Wahrung von Menschenrechten in diesen Zusammenhang angemahnt wird, dann läuft etwas völlig aus der Spur. Unsere Behörden haben auch noch eine Verpflichtung gegenüber den Bürgern, die diese Aktion bezahlen und die Randerscheinungen erdulden müssen. Nicht nur Asylbewerber haben Angst, zunehmend auch Einheimische. 

Ernst Steinhilber Landsham

Frau Kuss will in ihrem Brief an Kardinal Marx eine Parallele ziehen zwischen dem Verhalten der Kirche in der heutigen Flüchtlingskrise und dem Verhalten der Kirche in der Zeit des Nationalsozialismus. Anklagend fragt sie: „Wo war die Kirche (abgesehen von ein paar mutigen Priestern) damals, wo es darum ging, Menschenrechte zu wahren?“ Die Antwort kann ich Frau Kuss schon geben. Aber wird sie die Tatsachen auch zur Kenntnis nehmen? Schon am 25. März 1928 hat Papst Pius XI. den Antisemitismus „aufs schärfste“ verurteilt. 1932 haben die katholischen Bischöfe Deutschlands in gemeinsamen Hirtenbriefen vor der Wahl der Nationalsozialisten gewarnt und erklärt, dass eine Mitgliedschaft in der NSDAP mit dem katholischen Glauben nicht vereinbar sei. Am 7. Februar 1934 hat der Vatikan das ideologische Hauptwerk der Nationalsozialisten, Rosenbergs „Mythus des 20. Jahrhunderts“ auf den Index der für Katholiken verbotenen Bücher gesetzt. 1933 hatte Kardinal Faulhaber den Mut, in seinen Adventspredigten die sittlichen Werte des Judentums, vor allem der Zehn Gebote, hervorzuheben. In der Silvesterpredigt hat er die nationalsozialistische Weltanschauung als unwissenschaftlich zerpflückt. Bereits 1934 kam der Jesuit Josef Spieker in das KZ Börgermoor, weil er gepredigt hatte, „Unser Führer ist Jesus Christus.“ Das war angesichts des Führerkultes um Adolf Hitler damals ein todeswürdiges Verbrechen. Es waren nicht ein paar mutige Priester, sondern Tausende, die in den KZs umgebracht wurden. Wenn man sich moralisch entrüstet, sollte man bei der Wahrheit bleiben. 

Dr. Eduard Werner Andechs

Die Flüchtlingshelferin teilt uns mit, dass sie auf den Aufschrei der Kirche wartet und ich war anfangs auch dabei, diesen jungen Burschen zu helfen, deutsch zu lernen. Mittlerweile betrachte ich die Angelegenheit mehr aus dem deutschen Blickwinkel und überdenke auch die Menschenrechte, die anscheinend für uns ewig zahlenden Deutschen keine Gültigkeit haben. Wie werden unsere Nachkommen, diese hohen Schulden, die durch diese Flüchtlingskatastrophe zusätzlich auf unseren bereits bestehenden Staatsschuldenberg draufgehäuft werden, dereinst bezahlen können? Im Moment bleiben einem Verdiener weniger als die Hälfte von seinem Lohn übrig und mehr als die Hälfte geht heute schon an den Staat als Abgaben und Steuern. Der Flüchtlingsstrom wurde durch die schweren und lang andauernden Folgen des von USA mittels Lügen über irakische Massenvernichtungswaffen angefangenen Krieges ausgelöst. Nun sollen wir Deutsche wieder einmal die Kosten für das Elend der Flüchtenden bezahlen. Darf ich an dieser Stelle einmal fragen, ob die Menschenrechte sich auch darum kümmern, dass derjenige die Folgen des Schlamassels gut zu machen hat, der es verursacht hat? Ginge es nämlich nach solchen Grundsätzen, bräuchte Deutschland keinen Flüchtling aus den moslemischen Ländern aufnehmen, sondern die USA. Auch der Kirchenstaat, da die Bischöfe sich groß für die Rettung auf dem Mittelmeer einsetzten, aber die Lasten von sich abwälzen. Was ist das für ein Recht? Die Kirche möchte ich eindringlich bitten, nur solange auf Humanität und christliche Nächstenliebe hinzuweisen, solange sie selbst bereit ist, die hohe Zahl von einer Million aufgenommener Flüchtlinge auf ihre eigenen Kosten zu versorgen und rückzuführen. Auch wir Bürger haben Angst vor der Zukunft. 

Hermine Kaiser Bad Wiessee

Deutschland hat weltweit die großzügigsten Asylgesetze: Jeder Asylsuchende hat Anspruch auf ein faires Verfahren. Wenn nach dem Gang durch alle Instanzen entschieden wird, dass kein Schutzbedürfnis vorliegt, sollten das auch die Helferkreise akzeptieren und nicht den Rechtsstaat ad absurdum führen. Die Sicherheitslage in Afghanistan ist nicht zuletzt deshalb so schlecht, weil allein in Deutschland eine Viertelmillion Afghanen keine Lust hat, die Heimat zu verteidigen. Zu fragen wäre auch, warum ein Afghane fünfzehntausend Kilometer nach Deutschland flüchtet, um Schutz zu suchen. Schutz findet er auch in muslimischen Nachbarländern, aber natürlich ohne die deutschen ultra-all-inclusive- Leistungen. 

Dr. Friedrich Eckel München

Wenn man das liest, muss man sich schon sehr wundern. Erst vor ein paar Tagen wurden in Afghanistan 140 Menschen von den Taliban getötet. Die Politiker kümmern sich kaum noch um die ganzen Konflikte, es gibt ja die Ehrenamtlichen die das machen. Der Bericht von Frau Claudia Kuss beschreibt sehr deutlich die Situation. Sie schrieb mehrfach an die Politiker und auch an Herrn Kardinal Marx aber keiner hat es bisher für nötig befunden darauf zu antworten. Ich finde das ungeheuerlich. Da wird zum Beispiel ein junger Afghane, der seit sieben Jahren in Deutschland lebt und auch arbeitet, an seinem Arbeitsplatz verhaftet und nach Afghanistan abgeschoben. Nach welchen Kriterien wird das gemacht? Es gibt so viele straffällige Asylanten, die bei uns immer wieder frei gelassen werden bis zur nächsten Straftat. Die bleiben in unserem Land. Seit 2015 wird halb Europa mit Zäunen und Stacheldraht zu gemacht und Frau Merkel schert sich nicht darum. 

Doris Dorsch Weilheim

Die Asylpolitik, alle erst einmal ins Land zu lassen, um dann festzustellen, dass eine hohe Anzahl keine Bleibeberechtigung hat, trägt nicht zu einer Zusammenführung der Gesellschaft bei, sondern zu ihrer Spaltung. Wie wir inzwischen alle wissen, ist die dann vom Gesetz geforderte Rückführung nicht nur wegen der ablehnenden Haltung der Herkunftsstaaten problematisch. Hier lassen dann auch manche Menschen aus den Helferkreisen wenig Demokratieverständnis erkennen, in dem sie mit allen möglichen Mitteln versuchen die vom Gesetz geforderte Rückführung auszuhebeln und der Allgemeinheit die Last der ungerechtfertigt im Land befindlichen Menschen aufzuzwingen. Auch die Nachricht auf Seite 2, dass italienische Ermittler Beweise haben sollen, dass die Retter im Mittelmeer mit den Schleppern zusammen arbeiten, ist dem Gefühl dass alle in der Migrationsfrage zusammenstehen abträglich. Das Foto mit dem überfüllten, defekten Schlauchboot, neben dem eine Frau, wohl am Ufer, bis zur Hüfte im Wasser steht und bereits auf Rettung wartet, gibt auch zu denken. Wäre es nicht besser diese Menschen wieder aus dem Wasser zu bringen und dort, vor Ort ihre Asylberechtigung für die EU zu prüfen? Nur eine glaubhafte Botschaft an die Herkunftsländer, dass unberechtigte Einreise zwingend zur Rückführung führt, kann ungebremsten Zuzug von Nichtberechtigten entgegenwirken und damit auch wieder ein Zusammenstehen der hiesigen Bevölkerung fördern. 

Walter Herzog Otterfing

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