Jeder Asylbewerber, der einer Tätigkeit nachgeht, belastet unsere sozialen Kassen weniger

Til Huber: Mehr Ausbildungschancen für Asylbewerber; Bayern 10. Mai

Aufgrund der derzeitigen Situation der Asylbewerber möchten wir unseren Unmut kundtun und auch die Leser auf widersinnige Tatsachen aufmerksam machen. Derzeit dürfen nach Maßgabe des Landratsamts Weilheim abgelehnte Asylbewerber, die sich aber in einem Klageverfahren befinden keine Arbeitstätigkeit ausüben – nur unter bestimmten Voraussetzungen, die aber eh keiner erfüllen kann. Mit welchem Hintergrund und mit welchem Sinn? Laut Menschenrechtsorganisation Pro Asyl ist grundsätzlich die Aufnahme einer Tätigkeit während des laufenden Asylverfahrens möglich. Die Integrationsbeauftragte des Bayerischen Innenministeriums gibt ein Faltblatt für Arbeitgeber (Stand Mai 2017) heraus, in welchem die Hauptkriterien für eine Beschäftigungs- bzw. Ausbildungserlaubnis dargestellt werden. Bis die endgültige Entscheidung über das Asylverfahren vorliegt, gehen mittlerweile Monte ins Land, in denen die Menschen zur Untätigkeit gezwungen werden. In der Bevölkerung entsteht der Eindruck, dass sie nicht arbeiten wollen und der Gesellschaft auf der Tasche liegen. Jeder Asylbewerber, der einer Tätigkeit nachgeht, belastet unsere sozialen Kassen weniger, im Gegenteil sie bezahlen ebenso Steuern und Sozialabgaben. Wie funktioniert Integration? Indem man miteinander arbeitet, redet, isst und spricht. Wollen tun sie alle, dürfen tun sie nicht. Was ist mit dem Recht auf Arbeit in unserem Grundgesetz? Während der langen Wartezeit bis zur Entscheidung – das Ergebnis ist offen, - macht es doch nur Sinn, die Leute in den Arbeitsmarkt aufzunehmen. Zumal bei jedem Arbeitsantrag die Nachrangigkeit geprüft wird und wir uns Gott sei Dank in Zeiten der Vollbeschäftigung befinden. Nicht verständlich ist auch, dass Menschen, die Schulen; Kurse, Fortbildungen besucht haben keinen Zugang zum Arbeitsmarkt bekommen. Die Kurse, die ja auch nicht ganz billig sind und die der Aufnahme einer Tätigkeit dienen sollten, verpuffen ins Nichts. Somit auch die Motivation der Menschen, in der deutschen Gesellschaft anzukommen. Auch Asylbewerber haben die gleichen Probleme wie Personen, die von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind -psychische und körperliche. Es gibt keine Struktur des Tages, keine Aufgaben, nur Perspektivlosigkeit und Frust. Wo ist unsere Willkommenskultur geblieben? Bei vielen Arbeitgebern gibt es sie noch, jedoch können sie sich auf eine lange Geduldsprobe bis zur Entscheidung des Landratsamtes einstellen. Meist fällt der Entscheid negativ aus,obwohl es viele Berufssparten gibt, die händeringend Arbeitskräfte und Auszubildende suchen. Vielleicht hätte unser Landratsamt doch Ermessensspielraum, welcher oft nicht im Sinn des Antragstellers genutzt wird. 

Kathrin Thierhauf, Edeltraud Kögl Altenstadt

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