Atomstrom aus dem Ausland

Dominik Göttler: „Stürmische Zeiten für Windräder“; Bayern 13. Januar

Im Bericht wird ausführlich der energiepolitische Sprecher der Grünen Landtagsfraktion, Martin Stümpfig zitiert. Dieser beklagt den Stand der Windkraft in Bayern als katastrophal. Und: Eigentlich sei 2015 das Jahr der Windkraft in Deutschland gewesen. Mit zwölf Prozent Anteil an der gesamten Stromerzeugung habe die Windkraft so viel Energie erzeugt wie noch nie. Genau das ist der Knackpunkt beim EEG. Es wird die Erzeugung belohnt und nicht die Versorgung - unabhängig davon ob dieser Strom zu diesem Zeitpunkt gebraucht wird oder abgenommen werden kann. Über die Versorgungssicherheit machen sich diese Anhänger der Erneuerbaren keine Gedanken. Diese spielt für sie keine Rolle, da die Einspeisevergütung erfolgt, ebenfalls unabhängig ob der erzeugte Strom abgenommen wird (in der Fachsprache: abgeregelt) bzw. zwar abgenommen aber anschließend als Sondermüll zwangsweise an die Nachbarländer zum Negativpreis – welche Wortwahl! – weitergeleitet wird. Das heißt, die deutschen Stromabnehmer bezahlen, dass uns das Ausland diesen Strom abnimmt. Im Jahr 2014 betrugen diese Kosten 100 Millionen, im Jahr 2015 erhöhten sie sich auf 200 Millionen. Auch das Hoch- und Runterfahren der konventionellen Kraftwerke betrug allein beim Netzbetreiber Tennet im vergangenen Jahr 225 Millionen. Nach dem Ansinnen von MdL Stümpfig sollen durch weiteren Zubau von Leistung diese Kosten weiter steigen. Durch die Stilllegung von konventionellen Kraftwerken muss Deutschland derzeit bereits in Zeiten, wenn kein Wind weht und keine Sonne scheint, Strom aus Atomkraftwerken zum Beispiel aus Frankreich und Tschechien importieren.

Maria Reitinger Neufahrn

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