Der freie Markt kennt keine Moral

Claudia Möllers: Bauern bleiben von der Halben Bier 2 Cent; Bayern 23. März

Die Existenz tausender Höfe steht auf dem Spiel. In der EU gehören bereits über 85 % der Landwirtschaftlichen Nutzfläche nicht mehr den Bauern. Durch die Handelsabkommen TTIP und CETA wird sich die Entwicklung noch verstärken. Wir Bauern wurden in den letzten Jahren von Politik und Bauernverband immer darauf hingewiesen, dass der Markt global und die Preise schwankend sein werden. Die Abschaffung der Milchquote wurde damit beworben, dass wir endlich ohne Beschränkung produzieren können. Die Mehrproduktion wurde als Überlebensmodell angepriesen. Durch die ständige Steigerung nicht absetzbarer Produktionsmengen bei Milch und Fleisch und Weizen, geraten die Preise immer mehr unter Druck. Den Supermarktketten die Schuld zuzuschieben ist Ablenkung vom Mengenproblem. Der freie Markt kennt keine Moral. Der billigste Anbieter bekommt eben den Zuschlag. Die Erzeugergemeinschaft Milchboard hat bei einer Untersuchung der Molkereibranche festgestellt, dass fast alle Molkereien das Geld für höhere Produktpreise selbst behalten und nicht an die Bauern weitergeben. Bisher stellen sich Politik und Bauernverband aber stur und verweigern eine EU-weite Mengenreduzierung. Statt dessen wird dem Verbraucher die Schuld an der Preismisere zugeschoben. Wer eine Politik betreibt die dermaßen unklug, unchristlich und unsozial ist, braucht sich nicht zu wundern, wenn der Wähler (Verbraucher) politische Alternativen zu den Regierungsparteien sucht.

Lucia Egner Obersöchering

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