Laster stößt in Schongau mit Zug zusammen - Mehrere Verletzte

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Unsere Bauern führen keinen Krieg gegen ihre ihnen anvertrauten Tiere

Dominik Göttler: „Raus aus den Schützengräben“; Bayern 6./7. Mai

Wer anerkennt denn heute immer noch nicht die Notwendigkeit, endlich mit dem Tierschutz im landw. Bereich voranzukommen. Aber, führen wir darum in unserer Gesellschaft etwa einen Krieg, der die Überschrift „Raus aus den Schützengräben“ rechtfertigt ? Ich meine nein. Ich habe jedenfalls in unseren bayerischen Dörfern noch nicht einen einzigen Bauern oder eines seiner Tiere in einem Schützengraben gesehen. Unsere bäuerlichen Tierhalter führen keinen Krieg gegen ihre ihnen anvertrauten Tiere. Wenn meinen sie Herr Bundeslandwirtschaftsminister Schmid mit dem „Wir müssen raus ….“ ? Es geht doch um das große Ringen für eine artgerechtere landw. Tierhaltung zum besseren Wohle der uns Menschen anvertrauten Tiere, gerade in Großbeständen, einerseits und andererseits darum, dass unsere ohnehin belasteten und viel, lange und schwer arbeitenden Tierhalter bzw. Bauern mit genügend hohen Preisen für ihre Erzeugnisse kalkulieren können, die ihnen ein ertragreiches Wirtschaften und den Mehraufwand bei einer wirklich artgerechten Tierhaltung erst ermöglichen. Kein Bauer quält seine Tiere. Das sollten wir akzeptieren. Dieses unumgängliche Ziel werden wir allerdings in unserem Lande nur sehr schwer erzielen können, weil einfach zu große Konzerne unsere Lebensmittelmärkte ab dem Acker bzw. der Stalltüre bis hin zum Regal des Supermarktes (heute schon bis hin zum online-Handel!) beherrschen. Darum brauchen wir ab sofort in diesem Feld wirklich hoch erfahrene und durchsetzungsstarke Marketingfachleute, die die komplizierten Marktverflechtungen gerade im Agrar- und und speziell im Lebensmittelbereich durchschauen und beherrschen und nur unter diesen Voraussetzungen nach realen Lösungen suchen und diese auch wirklich finden können. Und diese Fachleute kosten für ihre Arbeit halt ihr Geld! Selbstverständlich sind alle branchen- bzw. berufsnahen Einzelbemühungen, wie etwa die Veranstaltung in Benediktbeuern grundsätzlich zu begrüßen. Nun das aber: Wenn ich mir mal die einzelnen Personen auf dem Gruppenfoto zu ihrem Bericht genauer anschaue, dann bin ich mir sicher, dass dort in Benediktbeuern wieder mal nichts weiteres als Sprechblasen mit sehr alt bekannten Forderungen und Behauptungen wiederholt wurden. In der Mitte der optisch gut erkennbar froh gestimmte Bundeslandwirtschaftsminister, der allein angesichts seiner Leistungen mit seinem neuen Tierwohl-Label (um hier nur im Tierbereich zu bleiben) ganz offenbar noch im Stadium seiner Ausbildungsbemühungen steckt. Und, seine Ministerkollegin früherer Zeiten wird ihm gewiss nicht behilflich sein können. Weiteres dazu erspare ich mir. Ansonsten nur die lächelnden Gesichter älterer Männer. Sind etwa unsere tüchtigen Hof-Bäuerinnen, denen eine gute, lebensnahe Tierhaltung ganz besonders eng am Herzen liegt, nicht kompetent genug dazu, in einer derartigen Runde mit zu beraten und dabei ihren Sachverstand, allein schon aus ihrer Tagesarbeit einzubringen. Auch vermisse ich einen oder zwei Vertreter aus dem Kreis unserer tüchtigen und hervorragend ausgebildeten Jungbauern, nicht zuletzt vermisse ich Vertreterinnen unsere ebenso cleveren wie topp ausgebildeten Jungbäuerinnen. Denn, diese Generation wird entgegen der heute die hohen Ämter bekleidenden Generation schließlich den Weg dahin finden müssen, der zu einer positiven Änderung der landwirtschaftlichen Produktionsbedingen führt, der den Verbrauchern, den Bauern und ihren Tieren und auch den Handels- und Verarbeitungsstufen einigermaßen gerecht wird. Was macht es denn schon aus, wenn der Kunde am Ende bei seinem Metzger oder im Supermarkt vielleicht für ein Schnitzel oder 150 Gramm Wurst einige wenige Cent mehr bezahlt? Wohl eher kaum oder gar nichts! Für die Lösung der Probleme wäre dies jedoch sehr viel. 

Reinhard Krohn München

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