Keine Vorschriften für Begrüßung

Stefanie Böck: Kämpfer fürs „Grüß Gott“; Bayern 6. März

Ich will dem Herrn Stiefenhofer nicht den Spaß an der Freud verderben, aber es scheint, als seien bei seinem an sich sehr lobenswerten Engagement fürs „Grüß Gott“ und gegen das „Hallo“ ein paar sachliche Ungenauigkeiten passiert. Völlig unverständlich ist nämlich die im Artikel erfolgte Abkanzelung des schönen friesischen Grußes „Moin“. Wir können doch unseren nördlichen Nachbarn nicht vorschreiben, wie sie sich zu begrüßen haben! Jetzt aber hallo, Herr Stiefenhofer! „Moin“ mit „hallo“ und „hi“ auf eine Stufe zu stellen: Das geht gar nicht. Das „Grüß Gott“ schließlich ist, wie es im Artikel herüberkommt, kein dialektaler, sondern ein hochsprachlicher Gruß. Dieser ist vor allem in den katholisch geprägten Gebieten des deutschen Sprachraumes üblich. Mein aus dem Rheinland stammender Literaturprofessor Ulrich Broich begrüßte mich stets mit „Grüß Gott“ – und schon war das Eis zwischen Student und Professor gebrochen. Dialektal sind natürlich Wendungen wie „Griaß (Eahna) Good, s‘ Good“ im Oberbayerischen sowie im Allgäu „Griaß Gottle!“. Also, nix fia unguad und Pfia Gottle, Herr Stiefenhofer!

 Armin Höfer München

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