Viel zu teuer

Marcus Mäckler: „Macht narrisch Spaß“; Bayern 24. Januar

E-Mobil als Zweitwagen für maximal 8000 Euro. Dass die Fahrt mit einem Elektroauto narrisch Spaß macht, wie Wirtschaftsministerin Ilse Aigner kürzlich in Garmisch-Partenkirchen dem Publikum mitteilte, diesen Eindruck kann ich nur teilen. Weniger Spaß macht aber leider der Preis eines Elektroautos. Bis 2020 sollen eine Million Elektro-Autos auf Deutschlands Straßen fahren und ich glaube realistisch betrachtet, dass dieses Zahl bei derzeit knapp 19 000 angemeldeten E-Autos nicht erzielen lässt. An was liegt es also, dass wir diese Menge an E-Autos bis 2020 vermutlich nicht erreichen werden? Ganz einfach: Die Autos sind derzeit viel zu teuer. Keinesfalls ist es jedoch erforderlich, dass alle E-Autos an jedem Tag in der Lage sein müssen, eine Strecke von 400 km zurücklegen zu können. Die Autoindustrie sollte mit politischer Unterstützung in einem ersten Schritt eigene E-Autos für den täglichen Pendelverkehr entwickeln. Der ADAC hat im August 2011 eine Statistik des Fraunhoferinstituts veröffentlicht, aus der hervorgeht, dass im Pendelverkehr täglich 70% der Fahrstrecken unter 25 km zurückgelegt werden. Somit quasi ideale Voraussetzung, kostengünstige E-Autos genau für diesen Bedarf, also im Segment der Zweitwagen im Pendelverkehr, zu entwickeln. Ich würde mir von der Politik einen einfachen und finanzierten Auftrag an die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der (deutschen) Automobilhersteller wünschen: baut uns ein alltagstaugliches E-Mobil für maximal 8.000 €, für vier Personen und einer Fahrleistung von 150 km (das würde 6 Tage bei 25 km/Tag reichen - der 7. Tag dient dem Aufladen). Der amerikanische Automobilhersteller Henry Ford sollte als gutes Beispiel dienen in dem er sagte: „Ich möchte ein Auto für die ganze Gesellschaft bauen“ und „Wer immer tut, was er schon kann, bleibt immer das, was er schon ist.

Gottfried Obermair Maisach

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