Massiver Artenschwund

„Bauernverband: Direktzahlungen nicht antasten“; Bayern, 8. Januar

Es kann nicht weit her sein mit den vom Bauernpräsidenten immer wieder zur Rechtfertigung hoher EU-Subventionen herangezogenen „hohen Umweltstandards“ in Deutschland. Denn gäbe es diese tatsächlich, hätten wir keinen massiven Artenschwund auf unseren Wiesen und Feldern. So sind laut BUND 90 Prozent von den rund 1200 auf Äckern lebenden Tierarten bereits verschwunden oder arg dezimiert. Denn Rebhuhn, Feldhamster und vielen Feldvögeln geht die Nahrung aus. Sie sind auf Ackerwildkräuter angewiesen. Die aber sind von der konventionellen Landwirtschaft bereits fast ausgerottet worden. Mit den Kräutern verschwinden auch Insekten, Vögel und Säugetiere. Deshalb hat Frau Hendriks völlig recht, dass der Schutz von Natur und Landschaft wieder Vorrang haben muss und dass dabei der Handlungsbedarf in der Landwirtschaft am größten ist. Daher ist es zu begrüßen, dass Frau Hendricks sich für eine Neuausrichtung des Systems der Agrarsubventionen ausgesprochen hat. Dazu ist es unter anderem erforderlich, dass auf EU-Ebene durchgesetzt wird, dass der Anteil von ökologischen Vorrangflächen, die im Rahmen der ersten Säule bereitgestellt werden müssen, um Agrarsubventionen zu erhalten, von fünf Prozent auf sieben Prozent des Ackerlandes erhöht wird. Verena Wendt Weilheim

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